Wien (OTS) – – Seltener Österreich-Besuch: Der Gründer des
weltgrößten GIS-
Softwareherstellers sprachbei der OSZE in Wien und bei der Esri User
Conference Austria in Tulln
– OSZE stellt Pilotprojekt OGIS vor: Geodaten für Konfliktanalyse,
Lagebild undSicherheitsplanung
– voestalpine und KELAG zeigen, wie räumliche Daten Dekarbonisierung
und Netzstabilitättragen
Wo verläuft die nächste Hochspannungsleitung? Welche Straßen bleiben
bei Hochwasser befahrbar? Wo droht ein Konflikt zu eskalieren? Hinter
all diesen Fragen stehen Geodaten – und sie entscheiden zunehmend
darüber, wie krisenfest ein Land und wie handlungsfähig die
internationale Gemeinschaft ist. Das zeigte der Österreich-Besuch von
Jack Dangermond, Gründer und Präsident von Esri, dem weltweit
führenden Hersteller von Software für Geoinformationssysteme (GIS).
Am 16. September sprach Dangermond bei einer hochrangigen
Veranstaltung der OSZE in der Wiener Hofburg, danach eröffnete er als
Hauptredner gemeinsam mit SynerGIS-Geschäftsführerin Renate Messner
die Esri User Conference Austria, zu der SynerGIS am 16. und 17.
September rund 300 Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft,
Verwaltung und Wissenschaft ins Haus der Digitalisierung nach Tulln
holte.
Zwtl.: OSZE: Technologie unterstützt Diplomatie – sie ersetzt sie
nicht
Unter dem Titel „Where Data Meets Diplomacy“ ging es im
Bibliothekssaal der Hofburg um die Frage, wie Geodaten-Technologie
kooperative Sicherheit und ein gemeinsames Lagebild unterstützen
kann. Das Konfliktverhütungszentrum der OSZE gab dabei ein Update zum
Pilotprojekt OGIS: Die Geodaten-Plattform modernisiert Arbeitsabläufe
von der Konfliktanalyse über Lagebilder bis zur Einsatz-, Ressourcen-
und Sicherheitsplanung. Dangermond wies darauf hin, dass heute enorm
viele Daten verfügbar seien, es aber oft an einem gemeinsamen
Verständnis dessen fehle, was tatsächlich passiert. Die OSZE hielt
fest, dass Technologie die Diplomatie unterstützen, aber nicht
ersetzen könne. Für Wien als Sitz der OSZE und zahlreicher weiterer
internationaler Organisationen ist das ein starkes Signal: Hier
kommen Sicherheitspolitik und Technologiekompetenz zusammen.
Zwtl.: Vom 1.100-Dollar-Start-up zum Weltmarktführer
Dangermond gründete Esri 1969 gemeinsam mit seiner Frau Laura im
kalifornischen Redlands – mit 1.100 US-Dollar an Ersparnissen. 57
Jahre später ist Esri-Software nach Unternehmensangaben in mehr als
700.000 Organisationen im Einsatz, darunter die meisten nationalen
Regierungen und rund 70 Prozent der größten Unternehmen der Welt. Der
Weltmarktanteil wird auf rund 40 Prozent geschätzt. Esri beschäftigt
mehr als 6.000 Mitarbeiter:innen und setzt laut Dangermond rund zwei
Milliarden US-Dollar um. Bemerkenswert ist das Geschäftsmodell: Das
Unternehmen ist bis heuteim Besitz der Gründerfamilie, hat nie
Risikokapital aufgenommen, ist nicht börsennotiert undschuldenfrei.
Mehr als 30 Prozent des Umsatzes fließen jährlich in Forschung und
Entwicklung. Ein Wachstumsmodell, das im Silicon Valley selten
geworden ist – und eher an die Stärken erfolgreicher europäischer
Familienunternehmen erinnert. Auch abseits des Unternehmens setzt
Dangermond Akzente: Gemeinsam mit Laura Dangermond unterstützte er
The Nature Conservancy mit 165 Millionen US-Dollar zum Schutz
kalifornischer Küstenlandschaften. Für seine Verdienste um Geografie,
Umweltwissenschaften und Planung erhielt er 14 Ehrendoktorate.
„Ich komme nicht oft persönlich zu Partnerkonferenzen außerhalb der
USA. Aber Österreich zeigt, wie GIS wirken soll: nicht als IT-
Werkzeug, sondern als Grundlage für unternehmerische und
gesellschaftliche Entscheidungen. SynerGIS hat das in fast 40 Jahren
mit bemerkenswerter Konsequenz aufgebaut“, sagte Jack Dangermond in
seiner Eröffnungsrede in Tulln.
Zwtl.: Geodaten als kritische Infrastruktur in Österreich
Was international für Konfliktprävention gilt, gilt im Inland für
die Krisenvorsorge: Energieversorger steuern ihre Netze über
räumliche Daten, Einsatzorganisationen planen Evakuierungen auf Basis
von Geoinformation, Gemeinden und Länder bewerten Hochwasser-, Hitze-
und Blackout-Risiken und steuern ihre Raumplanung mit GIS-Modellen.
Wie konkret diese Fragen sind, weiß man am Konferenzort selbst: Das
Tullnerfeld zählte im September 2024 zu den am stärksten vom
Hochwasser betroffenen Regionen Niederösterreichs. Geodaten sind
heute so systemrelevant wie Strom- oder Datennetze. ES ist nötig,
dass man weiß, wo die Leitungen, Brücken und Versorgungswege liegen
und wie sie sich im Ernstfall verhalten, das entscheidet dann
schneller und richtiger. Dieses Wissen stellt SynerGIS im Land zur
Verfügung , erläuterte Renate Messner , Geschäftsführerin von
SynerGIS.
Zwtl.: voestalpine, KELAG, OSZE: Praxisbeispiele in Tulln
Wie räumliche Intelligenz in der Praxis wirkt, zeigten die
Fachbeiträge der Konferenz. Markus Wall (voestalpine) stellte vor,
wie GIS das Dekarbonisierungsprogramm greentec steel des Konzerns
unterstützt – von der Standortplanung neuer Anlagen bis zur Analyse
von Transportwegen und Lieferketten. Annelene Kammer-Tischendorf (
KELAG) präsentierte, wie der Kärntner Energieversorger GIS für
Netzsteuerung, die Integration erneuerbarer Energien und die
vorausschauende Instandhaltung seines Leitungsnetzes einsetzt. Ashraf
Abushady und Bogdan Palade (OSZE) zeigten, wie eine zentrale GIS-
Plattform Transparenz, Sicherheit und die Zusammenarbeit zwischen
internationalen Institutionen stärkt. Drei Organisationen, ein
gemeinsamer Befund: Wer räumlich plant, plant belastbarer.
Zwtl.: Know-how im Land: 2027 feiert die Partnerschaft 40 Jahre
Dass Dangermond nach Österreich kam, ist auch Ergebnis
jahrzehntelanger Aufbauarbeit. SynerGIS ist seit 1987 exklusiver Esri
-Partner in Österreich – 2027 jährt sich die Partnerschaft zum 40.
Mal.
Das Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeiter:innen in Wien und
Innsbruck und begleitet mehr als 2.500 Kund:innen aus Energie,
Infrastruktur, Handel, Industrie und öffentlichem Sektor. Für den
Wirtschaftsstandort ist das mehr als Symbolik: Beratung, Umsetzung
und Betrieb geografischer Anwendungen liegen in österreichischer
Hand, nah an den Kund:innen und ihren Anforderungen.
Das Fazit nach zwei Konferenztagen fiel eindeutig aus: GIS ist
Chefsache, nicht IT-Nebensache.
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Über SynerGIS
SynerGIS Informationssysteme GmbH ist Österreichs führender GIS-
Spezialist und seit 1987 exklusiver Esri-Partner. Mit rund 70
Mitarbeiter:innen an den Standorten Wien und Innsbruck und über 2.500
Kund:innen aus Energie, Infrastruktur, Handel, Industrie und
öffentlichem Sektor ist SynerGIS der zentrale Partner für
Geoinformationssysteme und räumliche Digitalisierung in Österreich.
Geschäftsführerin Renate Messner gilt als eine der profiliertesten
Expertinnen für GIS und räumliche Digitalisierung im
deutschsprachigen Raum.
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