Wien (OTS) – Der OECD-Bericht „Education at a Glance 2026“
unterstreicht aus Sicht
der Wirtschaft die Bedeutung von vorausschauender Lehrkräftepolitik.
„Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in unser
Bildungssystem. Damit sie erfolgreich zu einem Abschluss begleitet
werden, braucht es bestens qualifizierte Lehrkräfte. Aus- und
Weiterbildung des Lehrpersonals müssen deshalb weiter
professionalisiert werden“, fordert Melina Schneider-Lugger ,
Leiterin der Abteilung Bildungspolitik in der WKÖ.
In Österreich entfallen laut OECD 69 Prozent der Austritte auf
Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung. Insgesamt
verlassen rund neun Prozent der voll qualifizierten Junglehrkräfte
mit klassischer Lehrerausbildung den Beruf.
„Wir müssen von vornherein darauf achten, die Richtigen für den
Lehrberuf zu gewinnen, und diese gut begleiten und unterstützen –
damit junge Lehrkräfte auch weiterhin im Beruf bleiben“, so Schneider
-Lugger.
Attraktive Bedingungen an berufsbildenden Schulen
„Erfahrene Fachkräfte aus der Wirtschaft bringen praktische
Erfahrungen ein, tragen zu mehr Diversität in der Lehrerschaft bei
und stärken die Verbindung zum Arbeitsmarkt“, betont die WKÖ-
Bildungsexpertin.
Die OECD verweist deshalb zu Recht auf das große Potenzial von
Quereinsteiger:innen. Es muss freilich auch attraktiv für
Expert:innen aus der Wirtschaft seien, als Praxislehrende in
berufsbildenden Schulen zu arbeiten. Dazu müssen die Einstiegshürden
mit einer parallelen Berufsausübung vereinbar sein und erforderliche
Zusatzqualifizierungen in kompakter, berufsbegleitender Form
angeboten werden.
Orientierung und Ressourceneinsatz verbessern
Auch bei Bildungsabschlüssen gibt es Handlungsbedarf: Zwei Jahre
nach der theoretischen Ausbildungsdauer haben in Österreich 16
Prozent der Schüler:innen der Sekundarstufe II keinen Abschluss
erreicht und sind gar nicht mehr in Ausbildung. Qualitätsvolle
Bildungs- und Berufsorientierung an der Schnittstelle der 8. und 9.
Schulstufe könnte die Zahl der Fehlentscheidungen, „Drop-outs“ und
damit Kosten im System deutlich reduzieren.
Deutlich über dem OECD-Schnitt liegen in Österreich die Ausgaben
pro Schüler:in und Student:in. Aus Sicht der Wirtschaft eine
Schieflage: „Es braucht hier einen effizienteren Mitteleinsatz und
gleichzeitig eine ausgewogenere Bildungsfinanzierung, in der auch die
duale Ausbildung angemessen berücksichtigt wird. Wer die berufliche
Bildung attraktiver machen will, muss hier investieren“, so Schneider
-Lugger abschließend. (PWK495/HSP)