Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) weist die pauschale
Unterstellung
eines „Ausbildungsstreiks der Wirtschaft“ entschieden zurück.
Österreichische Unternehmen investieren laufend in die Ausbildung
junger Menschen und tragen damit maßgeblich zur Fachkräftesicherung
bei. Rund 1.200 Industriebetriebe bilden Lehrlinge aus – mit
durchschnittlich 13,5 Lehrlingen je Betrieb deutlich mehr als in
anderen Branchen. Die Industrie investiert dabei rund 140.000 Euro in
die Ausbildung jedes einzelnen Lehrlings. Jede und jeder Jugendliche
soll eine echte Chance auf Ausbildung und Beschäftigung erhalten.
Einzelfälle dürfen jedoch nicht gegen die vielen Betriebe ausgespielt
werden, die ausbilden und dringend engagierte Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter suchen.
„Junge Menschen bestmöglich auszubilden, ist eine zentrale
Aufgabe von Unternehmen und Gesellschaft. Dafür brauchen wir eine
verlässliche Grundbildung, eine bessere Berufsorientierung, eine
stärkere Durchlässigkeit im Bildungssystem und passgenaue
Unterstützung beim Übergang von Schule in den Beruf. Pauschale
Schuldzuweisungen helfen aber keinem einzigen Jugendlichen und lösen
auch keinen Fachkräfteengpass“, betont die Industriellenvereinigung.
Der Fachkräftemangel ist eine Realität, die viele Branchen und
Regionen längst spüren. Die Qualifizierung junger Menschen im Inland
allein wird den Bedarf an Arbeitskräften nicht decken. „Die
Ausbildung junger Menschen im Inland muss unterstützt werden.
Zugleich braucht Österreich ein Umfeld, das internationale
Fachkräfte, die bereits hier leben oder zu uns kommen wollen,
willkommen heißt und langfristig bindet. Dazu gehören die raschere
Anerkennung ausländischer Qualifikationen, eine deutlich einfachere
Rot-Weiß-Rot-Karte und attraktive Perspektiven für internationale
Studierende nach ihrem Abschluss. Gezielte Zuwanderung ist kein
Ersatz für Ausbildung, sondern ein notwendiger Baustein, um
Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand in Österreich zu sichern“,
so die Industriellenvereinigung.
Zumeist kleinere Ausbildungsbetriebe scheiden immer öfter aus dem
System aus, weil die Kombination aus Kostendruck,
Transformationsdruck und mangelnden Grundkompetenzen bei den
Bewerberinnen und Bewerbern eine Fortführung verunmöglicht.
Sanktionen und Drohungen sind kein hilfreicher Ansatz, dieses Problem
zu lösen.