Schönheit

Waitz/Grüne: Förderobergrenze statt Gelder für Adelsfamilien und Agrar-Riesen

Brüssel (OTS) – Heute, Montag 28. September 2026, und morgen trifft
sich der
„Landwirtschaft und Fischerei“-Rat. Ein zentraler Agendapunkt der
Minister*innen ist dabei die neue Förderperiode der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP).

Thomas Waitz, Agrarsprecher der Grünen im Europäischen Parlament und
einziger österreichischer GAP-Verhandler, sagt: “In der
österreichischen Bundesregierung weiß die linke Hand offenbar wieder
einmal nicht, was die rechte tut bzw. sagt. Während Stocker,
Hattmansdorfer und Bauer lauthals EU-Budgeteinsparungen fordern,
verlangt Totschnig mehr europäisches Geld für unsere Bäuer*innen.
Dabei geht es gar nicht um mehr oder weniger Geld, sondern darum, wer
es bekommt. Über 99 Prozent der europäischen Höfe erhalten weniger
als 100.000 Euro im Jahr, eine Obergrenze träfe also nur den
Agraradel, während alle anderen von der Umverteilung profitieren
würden. Zur Erinnerung: In den letzten sechs Jahren sind mehr als 71
Millionen Euro aus dem europäischen Bäuer*innen-Budget als
„Einkommenshilfe“ an die zweitreichste Familie der Welt geflossen.“

Eine von DeSmog und dem Guardian veröffentlichte Recherche hat
ergeben, dass binnen sechs Jahren mehr als 71 Millionen Euro
europäische Steuergelder an die Al Nahyans für von ihnen
kontrollierte landwirtschaftliche Flächen in Rumänien, Italien und
Spanien flossen. Die regierende Königsfamilie der Vereinigten
Arabischen Emirate ist die zweitreichste Familie der Welt.

„Eine Förderobergrenze würde dafür sorgen, dass das Geld gezielt dort
ankommt, wo es wirklich gebraucht wird. Gelder aus dem Bäuer*innen-
Budget sollen an echte Bäuer*innen gehen und nicht weiter die Taschen
reicher Adelsfamilien, internationaler Investitionsfonds oder
seelenloser Agrarkonzerne stopfen. Es sind die kleinen und
mittelständischen Betriebe, die sich um unsere Ernährungssicherheit,
um unsere Umwelt und Tierwohl kümmern. Gesundes Essen braucht aber
auch gesunde Bäuerinnen und Bauern. Einen Kuhstall kann man nicht auf
Betriebsurlaub schicken. Landwirtschaftliche Betriebe brauchen faire
Arbeitsbedingungen und gesicherte Arbeitnehmer*innenrechte. Ich
erwarte vollsten Einsatz im Rat für unsere heimischen Höfe und eine
wirksame Förderobergrenze.“ so Waitz abschließend.