St. Pölten (OTS) – Niederösterreich verfügt über eine einzigartige
Klosterlandschaft und
ein reiches sakrales Kulturerbe. Jahrhundertealte Handschriften,
Bibliotheken und sakrale Bauwerke sind Zeugnisse europäischer
Kulturgeschichte. Im Mittelpunkt der Dokumentation aus dem ORF
Landesstudio Niederösterreich (Regie: Andi Leitner, Kamera: Franz Cee
) steht die Digitalisierung dieser Schätze: Sie zeigt, wie innovative
Technologien dazu beitragen dieses kulturelle Erbe zu sichern,
wissenschaftlich zu erschließen und einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.
Die Diözese St. Pölten hat ein Digitalisierungsprojekt ins Leben
gerufen, um zahlreiche Sakralbauten zu erfassen. So ermöglichen etwa
digitale Vermessung und Befundung bei der Generalsanierung des Doms
wichtige Grundlagen und eine schnellere Schadensfrüherkennung.
In der Stiftsbibliothek Klosterneuburg lagern zehntausende
wertvolle Bücher und Schriften aus dem Mittelalter. Welche Autoren
hinter diesen Werken stehen, soll eine Software entschlüsseln. Ein
Forschungsprojekt unter der Leitung der Hochschule St. Pölten
identifiziert mittels künstlicher Intelligenz Kopisten von
Manuskripten aus dem 12. Jahrhundert.
Ein großes Projekt im Benediktiner Stift Melk ist die
Digitalisierung von Schriften des Hl. Benedikt und die Restaurierung
der Stiftsbibliothek. Dabei kommt es immer wieder zu überraschenden
Funden: So konnten ein handschriftliches Fragment des
Nibelungenliedes und Teile eines mittelalterlichen, erotischen Textes
ausfindig gemacht werden. Auch im Stift Heiligenkreuz werden die
Sammlungen des Stiftes digitalisiert, etwa Objekte der
Grafikensammlung oder jahrhundertealte Handschriften, darunter die
ältesten des Stiftes aus der Gründungszeit.
Ein Forschungsprojekt der Universität für Weiterbildung Krems
will die Klostersammlungen des Benediktinerstiftes Seitenstetten
stärker in die Forschungslandschaft integrieren. Am Beispiel des
Naturalienkabinetts des Stiftes soll in den kommenden Jahren ein
virtueller Rundgang möglich sein.
Erfolgreich verlief auch die digitale Zusammenarbeit des
Bundesdenkmalamts, der Diözese St. Pölten, der Wissenschaft und der
Pfarre bei der Restaurierung des Kirchendachs von Spitz an der Donau.
Auf Basis hochauflösender photogrammetrischer Aufnahmen wurden rund
8.000 Ziegel einzeln erfasst, konserviert und ergänzt. Das wurde mit
dem European Heritage Award / Europa Nostra Award, dem höchsten
europäischen Preis für den Erhalt des kulturellen Erbes, gewürdigt.
Redaktion: Mag. Sabine Daxberger-Edenhofer