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FPÖ – Brückl: „Sechsjährige Volksschule ist ein ideologischer Kniefall vor der Mittelmäßigkeit!“

Wien (OTS) – Zu den Plänen von NEOS-Bildungsminister Wiederkehr, ab
dem Schuljahr
2027/28 an mindestens fünf noch festzulegenden Standorten einen
Schulversuch mit einer sechsjährigen Volksschule zu starten, äußerte
sich heute FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl sehr kritisch.
Für Brückl stellt dieses Vorhaben keinen pädagogischen Mehrwert dar,
sondern sei vielmehr ein weiterer Schritt in Richtung einer
einheitlichen Schulstruktur, bei der bewährte Differenzierungen
zunehmend aufgegeben würden. Auch die Tatsache, dass der angekündigte
Schulversuch mit den Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ nicht abgestimmt
sei, spreche sowieso Bände. Für den NEOS-Minister gehe es in Wahrheit
nur um PR-Auftritte und medial inszenierte Ankündigungen.

„Dieses NEOS-Projekt für eine sechsjährige Volksschule dient
nicht einem pädagogischen Mehrwert, sondern ist ein weiterer Versuch,
nach und nach die sozialistische Einheits- und Gesamtschule
einzuführen. In Wahrheit ist dieses Vorhaben ein ordentlicher
Kniefall vor der Mittelmäßigkeit. Damit will der NEOS-
Bildungsminister die notwendige Differenzierung im österreichischen
Schulsystem weiter zurückdrängen und Leistungsunterschiede nicht
durch gezielte Förderung ausgleichen, sondern durch eine möglichst
lange gemeinsame Beschulung verwalten. Das ist der falsche Weg.
Kinder brauchen individuelle Förderung, klare Leistungsanforderungen
und ein Bildungssystem, das unterschiedliche Begabungen und
Interessen ernst nimmt“, erklärte Brückl und fügte hinzu:
„Wesentliche wichtige organisatorische und pädagogische Fragen sind
völlig ungeklärt und es fehlt an einem überzeugenden Konzept für die
praktische Umsetzung.“

Der FPÖ-Bildungssprecher betonte, dass die tatsächlichen
Baustellen des österreichischen Schulwesens durch derartige
Strukturdebatten nur verdeckt würden. Die Politik müsse sich wieder
auf das Wesentliche konzentrieren. „Die echten Herausforderungen in
unserem Bildungssystem liegen nicht in medial inszenierten
Reformprojekten und reinen PR-Auftritten, sondern zeigen sich
tagtäglich in Österreichs Klassenzimmern. Vor allem in Wien erleben
wir die Realität an den Schulen: Einen hohen Anteil an Schülern mit
unzureichenden Deutschkenntnissen, massive Herausforderungen für die
Lehrkräfte und ein System, das seine Kernaufgabe, nämlich die
Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen, immer weniger
zuverlässig erfüllt. Wenn Wiederkehr diese Probleme nicht in den
Griff bekommt, hilft auch eine Verlängerung der Volksschule um zwei
Jahre nicht weiter“, stellte Brückl klar.