Wien (OTS) – LAbg. Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE) schloss an, dass
nicht nur der
Bericht, sondern auch die Natur als Lebensgrundlage sich
Aufmerksamkeit verdient habe. Es gebe eine ernsthafte Art, sich
diesem Thema zu widmen „und eine Art, die diese Ernsthaftigkeit
offensichtlich nicht wahrnehmen will“, so Kickert. Es gebe „multiple
Krisen und unterschiedliche Arten, darauf zu antworten“, führte sie
aus. Hinweise auf die bestehende Situation seien aus ihrer Sicht
keine Panikmache. Wien mache vieles richtig, „aber wir sind zu
langsam“, meinte Kickert. Sie wisse, dass in der Politik die Mittel
begrenzt seien, wolle aber darauf hinweisen, dass eine „dramatische
Situation“ vorliege und man jetzt etwas tun wolle. Kickert bedankte
sich für die Arbeit der MA 22, deren Hauptaufgabe der Naturschutz
sei. Unter dem großen Thema „Biologische Vielfalt und Artenschutz“
wolle sie jene Projekte hervorheben, die ihr am Herzen liegen. Die
Stadt sei „nicht unbedingt ein Naturschutzgebiet“, aber es sei
möglich – im Kleinen und im Großen – Naturschutz mit dem Ziel des
Artenschutzes und einer Erhöhung der Artenvielfalt in der Stadt zu
stärken. Kickert wies auf das Schmetterlingsprojekt „Vanessa“ im
Donaupark hin. Auf 10.000 Quadratmetern sei bewiesen worden, wie mit
Konsequenz über Jahre hinweg etwas zu bewirkt worden sei. Am Anfang
habe es dort ein paar Tagfalter gegeben, „nun sind es 45 Arten“,
berichtete Kickert. Außerdem gebe es 100 Arten von Wildbienen und
unzählige Arten an Kräutern. Deren Maden seien Futter für viele
andere Tiere. „Nicht einmal ein Hektar Wiese“, der nicht gemäht
werde, würde dazu führen, dass „an diesem kleinen Ort ein wirklich
großartiges Zentrum für Artenvielfalt“ entstanden sei. Im Donaupark
werde weiter entsiegelt und es würden 61 neue Bäume gepflanzt, führte
Kickert weiter aus. So werde eine immer stärkere naturnahe
Bewirtschaftung umgesetzt.
Kickert ging weiters darauf ein, wie wichtig Amphibien – also
Molche, Frösche und Kröten – sind. Im Lainzer Tiergarten seien acht
Teiche angelegt worden. Außerdem werde an einem Amphibientunnel
gebaut. Um die Tiere zu schützen, müsse man darauf achten, dass die
Parks „mit Grünbrücken verbunden werden“, so Kickert. Daher müsse in
diesen Dingen weitergedacht werden und es müssten Grünbrücken
erstellt werden, um die Artenvielfalt auch bei den Amphibien weiter
zu erhöhen. Die Lobau sei eines der wichtigsten Gebiete dafür. Im
Naturschutzareal Breitenlee werde die Minimierung von invasiven Arten
betrieben, gleichzeitig werde darauf geschaut, dass einheimische
Arten gestärkt werden. Sie halte dies für ein positives Beispiel der
Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landesebene. Im
Naturschutzbericht werde auch das Areal des „Bank Austria“-Parks
erwähnt und darauf hingewiesen, dass dort Amphibientümpel,
Totholzstrukturen und Nisthilfen für Fledermäuse angelegt worden
seien. Das sei gut, allerdings halte sie den Park „für eine
Verschlimmbesserung des zuvor geplanten Parks“, erläuterte Kickert.
Es sei geplant gewesen, den alten Baumbestand zu erhalten, die
Badegäste der Alten Donau hätten eine Möglichkeit, sich hinzulegen.
Stattdessen gebe es jetzt einen „so genannten Kulturpark mit kleinen
Flächen, auf denen man nicht liegen kann“, kritisierte Kickert. Der
Park sei von Wegen durchschnitten. Sie stelle sich die Frage: „Wäre
diese Wiese Wiese geblieben, die Bäume stehen geblieben, hätte man
zusätzliche Sitzmöbel hingestellt, wäre es nicht besser und billiger
gewesen?“. Man müsse „aber nicht alles in Geld messen, schon gar
nicht beim Naturschutz“, schloss Kickert.
Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bedankte sich bei allen
Redner*innen und der Arbeit der vielen städtischen Abteilungen. Er
ging auf die Wortmeldung von LAbg. Christina Wirnsberger (GRÜNE) ein.
„Das Ausmaß der Ignoranz gegenüber dieser Arbeit schreckt mich“, so
Czernohorszky. In Wien seien 52 Prozent von Grünraum bedeckt, mehr
als ein Drittel seien geschützter Grünraum. Beim Baumschutz sei
kritisiert worden, dass es kein Monitoring gebe. „Die Stadtgärtner*
innen wissen genau um den Zustand eines jeden einzelnen der 500.000
Bäume in ihrer Obhut“, führte Czernohorszky aus. Daher seien sie in
der Lage festzustellen, dass in der Stadt in den ersten vier Jahren
gerade einmal 1,3 Prozent der neugepflanzten Bäume nicht überlebten.
Das sei weltweit ein Spitzenwert; diese Arbeit habe Lob verdient. Die
Arbeit am Hitzeaktionsplan strich Czernohorszky ebenso hervor wie 344
Entsiegelungsprojekte in dieser Stadt.
Abstimmungen: Der Naturschutzbericht 2025 wurde einstimmig
angenommen. Ein Antrag der GRÜNEN fand nicht die erforderliche
Mehrheit.
Die 14. Sitzung des Wiener Landtags endete um 12.20 Uhr.
Zwtl.: Service
In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und
Gemeinderates (INFODAT) unter www.wien.gv.at/infodat können Reden,
Debattenbeiträge, Beschlüsse, Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe und
Landesgesetzblätter nach verschiedenen Kriterien abgerufen werden.
Dabei wird Zugriff auf die zugehörigen Videos und Originaldokumente (
sofern elektronisch vorhanden) geboten. (Schluss) mag