Wien (OTS) – Mit dem Start des neuen Kindergartenjahres wird einmal
mehr sichtbar,
woran es in der Elementarpädagogik nach wie vor mangelt: ausreichend
Personal, attraktive Arbeitsbedingungen, bundesweit einheitliche
Ausbildungsstandards und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Der
ÖGB sowie die Gewerkschaften GPA, vida und younion fordern verstärkte
Maßnahmen zur Aufwertung der Berufe in der Kinderbildung und
Kinderbetreuung. Besonderes Augenmerk legen die Gewerkschaften auf
die Ausbildung von Assistent:innen, die einen unverzichtbaren Beitrag
zum pädagogischen Alltag leisten.
„Die Elementarpädagogik ist das Fundament unseres
Bildungssystems. Hier werden wichtige Weichen für den weiteren
Bildungsweg und die persönliche Entwicklung von Kindern gestellt.
Umso wichtiger ist es, dass alle Beschäftigten bestmöglich auf ihre
verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereitet werden. Einheitliche
Ausbildungsstandards für Assistent:innen würden die Qualität sichern,
die Beschäftigten stärken und einen wichtigen Beitrag zur
Attraktivität des Berufsfeldes leisten“, betont Christa Hörmann, gf.
Bundesfrauenvorsitzende des ÖGB.
Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass die Arbeit in
Kindergärten weit über Betreuung hinausgeht und wesentlich von
pädagogischer Qualität geprägt ist.
„Pädagogische Arbeit startet, wenn die Kinder die Schuhe
ausziehen, und endet, wenn sie sich die Jacke wieder anziehen. Sie
lernen, sich wohlzufühlen und werden dabei unterstützt, sich gut zu
entwickeln. Dazu braucht es umfassende pädagogische Arbeit“, sagt
Karin Samer, Gewerkschaft GPA.
Sabine Slimar-Weißmann, gf. Bundesfrauenvorsitzende der younion _
Die Daseinsgewerkschaft, unterstreicht: „Bildung beginnt nicht erst
mit dem Schuleintritt, sondern bereits ab dem ersten Tag im
Kindergarten. Hier werden Kinder in ihrer sozialen, emotionalen,
sprachlichen und kognitiven Entwicklung begleitet und wichtige
Grundlagen für ihren weiteren Lebensweg gelegt.“
Gerade deshalb brauche es auch für Assistent:innen einheitliche
und qualitativ hochwertige Ausbildungsstandards, sagt Melinda
Hiebinger, Gewerkschaft vida und Betriebsrätin bei den
Kinderfreunden: „Wer tagtäglich mit Kindern arbeitet, übernimmt große
Verantwortung für deren Wohlergehen und Entwicklung. Deshalb müssen
alle Kindergartenassistent:innen über dasselbe fundierte Wissen
verfügen – etwa in den Grundzügen der Pädagogik, der Kommunikation,
Erster Hilfe, der Hygiene und rechtlicher Fragen. Das ist wichtig für
ein gutes Miteinander in der Kinderbildung und dafür, dem Beruf der
Assistent:innen jenen Stellenwert zu geben, den er verdient.“
„Um diesen vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, braucht
es ausreichend Personal und vor allem gut qualifizierte Fachkräfte.
Denn nur wenn genügend Zeit, Aufmerksamkeit und fachliche Kompetenz
vorhanden sind, können Kinder individuell begleitet, in ihrer
Entwicklung bestärkt und in ihren Fähigkeiten gefördert werden“, sagt
Judith Hintermeier, Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die
Daseinsgewerkschaft, abschließend.
Die Gewerkschaften fordern:
– Bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards für Assistent:innen in
der Elementarpädagogik
– Eine qualitativ hochwertige und fundierte Grundausbildung mit
Inhalten wie Pädagogik, Kommunikation, Erste Hilfe, Hygiene und
rechtlichen Grundlagen
– Eine Aufwertung der Berufe in der Elementarpädagogik durch bessere
Anerkennung der tatsächlichen Verantwortung und Qualifikation
– Attraktive Arbeitsbedingungen, um mehr Menschen für die Berufe in
der Kinderbildung und Kinderbetreuung zu gewinnen und langfristig zu
halten
– Ausreichend Personalressourcen, damit pädagogische Qualität im
Alltag sichergestellt werden kann
– Mehr Investitionen in die frühe Bildung, denn gute
Elementarpädagogik ist eine Investition in die Zukunft der Kinder und
der gesamten Gesellschaft