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El Niño erhöht Risiken für Kaffeeanbau: FAIRTRADE ruft österreichweite Kaffee Wochen aus

Wien (OTS) – Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwartet für
die
kommenden Monate einen sehr starken El Niño. Die Wahrscheinlichkeit,
dass das Wetterphänomen bis Februar 2027 anhält, liegt laut WMO bei
nahezu 100 Prozent. Ein sehr starker El Niño kann Niederschlags- und
Temperaturmuster weltweit deutlich verändern und das Risiko für
Dürren, Überschwemmungen und extreme Hitze erhöhen. Wie stark
einzelne Regionen betroffen sein werden, hängt von Ort, Jahreszeit
und weiteren Klimafaktoren ab.

Der internationale Kaffeemarkt zeigt seit Jahresbeginn starke
Preisschwankungen. Von November 2025 bis Juni 2026 sank der ICO-
Preisindikator für Other Mild Arabicas um rund 25 Prozent, über die
Sommermonate folgten wieder zweistellige Zuwächse. Die International
Coffee Organization (ICO) nennt die Erwartungen möglicher negativer
El-Niño-Effekte und ein kurzfristig knappes Arabica-Angebot als
Faktoren für einen Preisanstieg im August. Insgesamt erschwert diese
Volatilität die langfristige Planung für Kaffeebauernfamilien in den
Anbauregionen.

Zwtl.: Klimaanpassung braucht wirtschaftlichen Spielraum

Für Kaffeebäuer:innen bedeuten veränderte Wetterbedingungen
höhere Ernteunsicherheit. Gleichzeitig müssen
Produzentenorganisationen verstärkt in Klimaanpassung,
qualitätssteigernde Maßnahmen und widerstandsfähigere Anbaumethoden
investieren. „Extreme Wetterereignisse machen den Kaffeeanbau
schwerer planbar. Entscheidend ist deshalb, dass Kaffeebauernfamilien
wirtschaftlichen Spielraum haben, um selbst in widerstandsfähigere
Anbaumethoden und die Zukunft ihrer Farmen zu investieren. Faire
Handelsbedingungen schaffen dafür eine wichtige Grundlage.“ , sagt
Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich.

FAIRTRADE unterstützt Produzentenorganisationen unter anderem mit
Mindestpreisen, der zusätzlichen FAIRTRADE-Prämie sowie Beratung und
Programmen vor Ort. Ab 1. Dezember 2026 steigt der FAIRTRADE-
Mindestpreis für gewaschenen Arabica von 1,80 auf 2,00 US-Dollar pro
Pfund. Die FAIRTRADE-Prämie von 0,20 US-Dollar pro Pfund sowie der
Bio-Aufschlag von 0,40 US-Dollar pro Pfund bleiben unverändert. Zum
Vergleich: Der ICO-Preisindikator für „Other Milds“ lag im August bei
durchschnittlich 3,61 US-Dollar pro Pfund. Der FAIRTRADE-Mindestpreis
ist kein fixer Verkaufspreis, sondern eine Untergrenze: Liegt der
Marktpreis höher, gilt dieser – fällt er darunter, greift der
Mindestpreis als Sicherheitsnetz.

Zwtl.: FAIRTRADE Kaffee-Wochen rund um den Tag des Kaffees

Die Auswirkungen des El Niño-Wetterphänomens zeigen, wie stark
Wetter- und Klimarisiken die Rahmenbedingungen des Kaffeeanbaus
beeinflussen. Rund um den Tag des Kaffees am 1. Oktober ruft
FAIRTRADE Österreich deshalb zu den FAIRTRADE Kaffee Wochen auf. Von
14. September bis 10. Oktober werden pro Woche unter anderem ein
KlimaTicket Österreich und eine Siebträgermaschine verlost.
Denn ob Kaffee auch künftig verlässlich angebaut werden kann, hängt
nicht nur vom Klima ab, sondern auch von den wirtschaftlichen
Möglichkeiten der Menschen im Ursprung.

Zwtl.: Weiterführende Informationen:

– Weltorganisation für Meteorologie (WMO): aktuelle Einschätzung zu
El Niño

– International Coffee Organization (ICO): Coffee Market Report

– Fairtrade International: neuer FAIRTRADE-Mindestpreis für Kaffee

– FAIRTRADE Österreich: Kaffee Wochen