Asylerstanträge: Tiefststand bei Erstanträgen im August

Wien (OTS) – Im August 2026 gab es lediglich 223 Asyl-Erstanträge. Im
August des
Vorjahres waren es noch 675 Erstanträge – ein Rückgang um knapp 67
Prozent zum Vorjahr. Auch die Asylanträge sind stark rückläufig.

769 Asylanträge (Asylerstanträge und Folgeanträge) im August 2026
in ganz Österreich sind im Vergleich zu August 2025, als es noch
1.456 Anträge gab, ein Rückgang um mehr als 47 Prozent. Von Jänner
bis August 2026 wurden insgesamt 6.512 Asylanträge gestellt, im
Vergleichszeitraum 2025 wurden noch 11.898 Anträge eingebracht – ein
Rückgang um mehr als 45 Prozent. Im August stammten die meisten
Anträge von Syrern (231), der Großteil davon betraf allerdings in
Österreich geborene Kinder.

„Die illegale Migration wird weiter massiv zurückgedrängt und
führt daher auch zu einer deutlichen Entlastung“, sagte Innenminister
Gerhard Karner. „Das ist kein Grund zu Jubeln, sondern Auftrag,
weitere Schritte zur nachhaltigen Absicherung zu setzen. So arbeitet
Österreich gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und
Griechenland an der raschen Umsetzung von Asylverfahren und
Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.“

Familiennachzug ausgesetzt – Systeme entlastet

Auch der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt nach
wie vor Wirkung und entlastet das Bildungs-, Integrations- und
Sozialsystem nachhaltig. Erfolgten am Weg des Familiennachzugs von
Jänner bis August 2025 noch 979 Einreisen, gab es im selben Zeitraum
2026 lediglich 60 Einreisen – nur für absolute soziale Härtefälle. Um
diese Entwicklung nachhaltig abzusichern, wurde der Familiennachzug
per Verordnung mit Anfang Jänner für weitere sechs Monate ausgesetzt
und wird in weiterer Folge einer Quote unterliegen. Die erste Quote
wird sehr gering sein.

Organisierte Schleppermafia macht Bogen um Österreich

Die stark rückläufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen
beiden Jahren zeigt klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten
Österreichs nachhaltig zerschlagen werden und haben sich auf die
sogenannte Balkan-Küstenroute – und damit an Österreich vorbei –
verlagert. Polizeiliche Maßnahmen wie die Operation Fox, bei der
gemeinsam mit ungarischen Behörden auf ungarischem Staatsgebiet
Kontrollen durchgeführt werden, sowie die Weiterentwicklung des
Grenzschutzkonzepts sind Schritte, die sich spürbar auf den
Migrationsdruck ausgewirkt haben und eine klare und
unmissverständliche Botschaft an die Schleppermafia senden.

Auch die Zahl der Aufgriffe spricht eine klare Sprache: In der zu
Ende gehenden Woche kam es lediglich zu einem Aufgriff nach illegalem
Grenzübertritt im gesamten Burgenland. Der letzte Asylantrag wurde im
Burgenland am 9. Juli gestellt.

Grenzschutzkonzept wird laufend weiterentwickelt

Das polizeiliche Grenzschutzkonzept wird laufend evaluiert und
angepasst, um die positiven Entwicklungen auch in Zukunft nachhaltig
abzusichern. Der Kontrollgürtel an der Grenze wurde verbreitert – hin
zu Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland und nicht nur direkt an
den Grenzübergängen. Das macht illegale Grenzübertritte vor allem für
die organisierte Schleppermafia schwieriger und riskanter – das
Risiko, festgenommen zu werden, ist extrem hoch. Zugleich entlastet
diese Vorgehensweise Pendlerinnen und Pendler aufgrund kürzerer
Grenzwartezeiten. Die Grenzraumkontrollen zu Ungarn, Slowenien,
Tschechien und der Slowakei wurden mit Ablauf des 15. September 2026
für weitere sechs Monate verlängert.

Weiterhin Minuszuwanderung: mehr Abschiebungen als
Asylerstanträge

Bis Ende August mussten 10.440 Personen Österreich verlassen,
5.275 (51 Prozent) davon zwangsweise und 5.165 (49 Prozent)
eigenständig. Der eigenständigen Ausreise kommt auch weiterhin eine
wichtige Bedeutung zu – sie ist für die Republik wesentlich
kostengünstiger als eine zwangsweise Abschiebung. Rund 48 Prozent der
Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Bis Ende
August wurden außerdem 516 Dublin-Überstellungen durchgeführt, bei
denen 73 Afghanen, 53 Personen der Russischen Föderation und 49
Marokkaner Österreich verlassen mussten. Bei Dublin-Abschiebungen
werden Personen in jenes europäische Land abgeschoben, in dem sie
erstmals einen Asylantrag gestellt haben und das somit zuständig ist.

Rund 2.000 Syrer haben Österreich verlassen

Seit dem Sturz des Assad Regimes haben rund 2.000 syrische
Staatsangehörige Österreich verlassen. Im Vergleich dazu verließen in
den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer
Österreich in Richtung ihrer Heimat. Maßnahmen, um die Rückkehr nach
Syrien zu unterstützen, tragen positiv zu dieser Entwicklung bei.

Über zwei Drittel erhalten kein Asyl – Eilverfahren werden
fortgeführt

Bis Ende August wurden 19.760 Asylverfahren negativ entschieden
oder eingestellt. 645 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und
verließen Österreich während des Verfahrens. In 7.990 Fällen wurde
Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.

Keine Chance auf Asyl hatten im Juli Antragstellerinnen und
Antragsteller aus Indien und Tunesien. Für Länder mit geringer
Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und
Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Juli wurden 321
negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen beziehungsweise in der
ersten Instanz sogar binnen 72 Stunden getroffen.

Asylanträge in meisten Staaten Europas rückläufig

In Europa (inkl. CH & NO) gab es im Zeitraum Jänner bis Ende
August 2026 (bis KW 35) mit 408.441 Asylanträgen um 23 Prozent oder
120.654 weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2025 (529.095).
Gestiegen sind die Anträge unter anderem in Slowenien (+151 Prozent),
Lettland (+45 Prozent) und Zypern (+23 Prozent). Gesunken sind die
Anträge in den meisten anderen Staaten, hervorzuheben sind Polen (-61
Prozent), Spanien (-37 Prozent), Deutschland (-32 Prozent),
Griechenland (-21 Prozent) und Frankreich (-16 Prozent). In
Österreich zeigen sich die Anträge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls
deutlich reduziert (-44 Prozent). Hochgerechnet auf die Bevölkerung
liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem 13. Platz. Bei
den absoluten Zahlen liegt Österreich hinter Irland und Slowenien,
vor Schweden, EU27+-weit an elfter Stelle.

Tiefstand in Grundversorgung seit über 20 Jahren

Aktuell befinden sich 41.605 Menschen in Grundversorgung, davon
lediglich rund 4.900 Asylwerber – der niedrigste Wert seit über 20
Jahren. Der Großteil der Menschen in der Grundversorgung (24.890)
sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine (viele davon Kinder und Frauen
). Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der
Grundversorgung. Die Rückgänge ermöglichen auch Einsparungen –
beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen
beiden Jahren von mehr als 30 auf vorerst sieben reduziert werden.
Eine weitere Reduktion ist wahrscheinlich.