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Amnesty International fordert wirksame Regulierung von Social Media-Plattformen anstatt Social Media-Verbot

Wien (OTS) – Nach Australien, Frankreich und Großbritannien kündigte
nun auch
Österreich ein Social Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren an. Am
21. September 2026 endet die Begutachtungsfrist für den
Gesetzesentwurf. Für Amnesty International Österreich ist ein Social
Media-Verbot für unter-14-Jährige aber die falsche Lösung, um Kinder
vor schädlichen Funktionen auf sozialen Medien zu schützen. Statt auf
wirkungslose „quick fix“-Maßnahmen zu setzen, braucht es strengere
Regulierungen von Social Media-Konzernen, damit sie ihre schädlichen
Funktionen ändern. Eine Zugangssperre für unter-14-Jährige würde die
Rechte dieser Kinder unverhältnismäßig einschränken und wäre somit
menschenrechtswidrig. Amnesty International warnt zudem vor einem
hohen Risiko für die Privatsphäre aller User*innen und einem
„chilling effect” für die Meinungsäußerungs-, Versammlungs- und
Vereinigungsfreiheit.

Alle Kinder müssen zweifellos vor schädlichen Funktionen sozialer
Medien geschützt werden. Doch ein Verbot des Zugangs für Kinder unter
14 Jahren greift aus Sicht der Menschenrechtsorganisation zu kurz und
ist unverhältnismäßig. Statt Kinder aus digitalen Räumen
auszuschließen, braucht es verbindliche Regeln, die
Plattformbetreiber dazu verpflichten, ihre Angebote sicher und
kinderrechtskonform zu gestalten. Die schädlichen Mechanismen werden
durch ein Verbot nicht behoben.

„Die Diagnose ist richtig, die Behandlung aber falsch. Es steht
außer Frage, dass Kinder auf sozialen Medien ernsthaften Gefahren
ausgesetzt sind. Doch Kinder müssen grundsätzlich die Möglichkeit
haben, sich sicher auf Social Media-Plattformen zu bewegen. Soziale
Medien sind ein Raum für freie Meinungsäußerung und Informationen und
wichtig für die Wahrnehmung ihrer Rechte. Kindern unter 14 den Zugang
zu sozialen Medien zu verbieten, ist nicht die Lösung. Es liegt in
der Verantwortung der Technologieunternehmen, die in Social Media-
Plattformen eingebauten, süchtig machenden und manipulativen
Mechanismen zu überarbeiten, um die Rechte und die Sicherheit von
Kindern und schlussendlich uns allen zu wahren“, sagt Charlotte
Deiss, Expertin für Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit bei
Amnesty International Österreich.

„Die europäischen Regierungen müssen Druck auf die Social Media-
Plattformen ausüben, damit diese nicht länger den Profit über die
Privatsphäre und das Kindeswohl der User*innen stellen. Wir müssen
den Weg zu einer digital sicheren Gesellschaft ebnen und dabei auf
Regulierung als eines der uns zur Verfügung stehenden Instrumente
setzen“, so Charlotte Deiss weiter.

Die gesamte Presseaussendung finden Sie hier .