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Tag der NÖ Industrie – IV-NÖ-Präsident Ochsner: „Was wir verteilen wollen, müssen wir zuerst erwirtschaften“

Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung Niederösterreich hat am
Dienstag zum Tag
der NÖ Industrie nach Grafenegg geladen. IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner
begrüßte rund 800 Gäste aus Industrie, Wirtschaft, Politik, Medien
und Gesellschaft. Mit Bundeskanzler Christian Stocker ,
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner , Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmannsdorfer , Staatssekretär Sepp Schellhorn , NÖ Landesrätin
Susanne Rosenkranz , Grünen Klubobfrau Leonore Gewessler , IV-
Präsident Georg Knill und WKÖ-Präsidentin Martha Schultz waren
zahlreiche hochrangige Vertreter aus der Bundes- und Landespolitik
sowie der Interessensvertretungen gekommen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Österreich nach Jahren der
Stagnation wieder stärker ins Wachsen kommt. Für Ochsner führt dabei
kein Weg an besseren Standortbedingungen vorbei: „ Was wir verteilen
wollen, müssen wir zuerst erwirtschaften. Wohlstand, soziale
Sicherheit und Spielraum für Zukunftsinvestitionen setzen eine
erfolgreiche Industrie und Wirtschaft voraus.“

Die Konzepte dafür liegen längst auf dem Tisch. Die
Lohnstückkosten müssen sinken und Bürokratie spürbar abgebaut werden:
„Der Bürokratieabbau kostet den Staat kaum etwas, spart den Betrieben
aber sofort Zeit und Geld.“ Auch bei Pensionen, Gesundheit und
Verwaltung brauche es Reformen – und zwar rasch: „ Noch gibt es den
Spielraum , sie vernünftig zu gestalten. Doch mit jedem Jahr, das
verstreicht, wird dieser kleiner und die notwendigen Maßnahmen werden
vermutlich härter.“

Mehr Arbeit muss sich lohnen

Die im Sommer intensiv geführte Diskussion über eine 41-Stunden-
Woche und weniger Feiertage sieht Ochsner als Teil einer wesentlich
breiteren Frage: Wie kann Österreich sein Arbeitsvolumen erhöhen und
gleichzeitig dafür sorgen, dass sich zusätzliche Leistung für die
Menschen auszahlt ?

„Wer mehr arbeitet, muss netto spürbar mehr davon haben“, sagt
Ochsner . Der Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit müsse attraktiver
werden, die Kinderbetreuung weiter ausgebaut und es müssten stärkere
Anreize geschaffen werden, länger im Erwerbsleben zu bleiben. Mit der
Aktivpension sei ein erster Schritt gesetzt.

Klimaschutz braucht Industrie

Ochsner plädierte zudem für Klimaschutz mit Hausverstand . Hitze,
Dürre und Wasserknappheit zeigten längst, dass Klimaschutz kein
Luxusproblem sei. Gleichzeitig eröffnet die Transformation große
Chancen für Österreich .

„Wir haben eine starke Green-Tech-Branche mit Unternehmen, die
international erfolgreich sind und Technologien für den Klimaschutz
entwickeln und produzieren. Klimaschutz und Wachstum schließen sich
daher nicht aus. Die Industrie ist ein wesentlicher Teil der Lösung
“, so Ochsner . Kritisch sieht er hingegen nationale Sonderwege: „Ein
Alleingang, zehn Jahre vor dem Rest der EU klimaneutral zu sein,
hilft dem Weltklima nicht, schwächt aber unseren Standort. Wenn
Produktionen in Länder mit schlechteren Umweltstandards abwandern,
ist nichts gewonnen.“

Spitzenpolitik und Wirtschaft in Grafenegg

Bundeskanzler Christian Stocker:

„ Eine starke Industrie ist die Grundlage für Wachstum,
Arbeitsplätze und Wohlstand in unserem Land. Deshalb müssen wir die
Bedingungen für jene verbessern, die investieren, produzieren und
Beschäftigung am Standort Österreich schaffen. Mit niedrigeren
Energiekosten, der Senkung der Lohnnebenkosten und weniger Bürokratie
setzen wir genau dort an. Gleichzeitig müssen wir den Kapitalmarkt
stärken, damit mehr Kapital für Innovation und Investitionen in
Österreich zur Verfügung steht. Denn Leistung muss sich lohnen und
Aufstieg wieder möglich sein. Das ist das Zukunftsversprechen, das
wir erneuern müssen: Wer anpackt und etwas leistet, soll sich auch
etwas aufbauen können.“

NÖ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner:

„Wohlstand kann nicht vom Staat erteilt und verteilt werden,
Wohlstand muss erwirtschaftet werden. Deshalb beginnt die beste
Sozialpolitik mit einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik. Unsere
Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen
Arbeitsplätze, Innovation und damit die Grundlage für unseren
Wohlstand. Gerade jetzt braucht es daher eine Wirtschaftspolitik, die
auf Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand setzt. Das heißt:
entlasten, beschleunigen und ermöglichen. Wer investiert und
unternehmerisches Risiko trägt, verdient Respekt, Vertrauen und mehr
Luft zum Wirtschaften – statt immer neuer Steuern, Auflagen und
Berichtspflichten. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die
Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes zu stärken, damit unsere
Industrie wieder investiert, Arbeitsplätze schafft und im Land
bleibt.“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer:

„Österreich hat erstmals wieder eine klare Ambition – wir wollen
Top-10 Industrienation werden. Den Weg dorthin schaffen wir nur durch
strukturelle Reformen, die unseren Standort wieder wettbewerbsfähig
machen und das Arbeitskräftepotenzial stärker nutzen. Erste Weichen
haben wir bereits gestellt: Wir senken die Lohnnebenkosten, setzen
mit der Industriestrategie klare Schwerpunkte für Investitionen und
Innovation und entlasten bei den Stromkosten, durch umfassende
Reformen und die Einführung eines Industriestrompreises für die
energieintensive Industrie. Die Richtung stimmt, aber wir sind noch
lange nicht dort, wo wir hinwollen. Mittelmaß ist keine Option für
Österreich. Als Vertreter der fleißigen Unternehmerinnen und
Unternehmer ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die Rahmenbedingungen
weiter zu verbessern. Denn nur eine starke Industrie und ihre
tausenden Zulieferbetriebe schaffen Wohlstand und sichern
Arbeitsplätze in Österreich.“

Staatssekretär Sepp Schellhorn:

„ Österreich ist fertig diagnostiziert. Jetzt geht es nicht mehr
um Schuldzuweisungen, sondern darum, das Notwendige endlich zu tun –
schnell, entschlossen und gemeinsam. Bei den großen Reformen müssen
Bund, Länder, Wirtschaft und Sozialpartner an einem rot-weiß-roten
Strang ziehen.“

IV-Präsident Georg Knill:

„Österreich hat, was einen starken Industriestandort ausmacht:
leistungsfähige Unternehmen, gut ausgebildete Fachkräfte und
international gefragte Technologien. Damit daraus wieder Wachstum
wird, brauchen wir jetzt Strukturreformen bei Pensionen, Gesundheit
und Verwaltung, offene Märkte für unsere Exportwirtschaft und einen
echten Innovationsbooster, der unsere industriellen Stärken in neue
Wertschöpfung übersetzt. Nur so gewinnen wir den Spielraum für
Investitionen zurück, den der Standort dringend braucht.“

WKÖ-Präsidentin Martha Schultz:

„Eine starke Industrie ist die Grundlage für Wachstum, gute
Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand. Damit unsere Betriebe
international erfolgreich bleiben, müssen wir rasch Kosten senken,
Bürokratie abbauen und Investitionen erleichtern. Österreich braucht
jetzt einen echten Aufbruch für mehr Leistung, Innovation und
Wettbewerbsfähigkeit.“

Wettbewerbsfähigkeit sichert Wohlstand

Zum Abschluss warb Ochsner dafür, Reformen nicht isoliert zu
betrachten , sondern als Voraussetzung dafür, dass Österreich seinen
Wohlstand auch für kommende Generationen sichern kann . „Wir haben
uns an unseren hohen Lebensstandard, unsere soziale Sicherheit oder
unsere leistungsfähige öffentliche Infrastruktur gewöhnt. Aber all
das muss finanziert werden. Dafür brauchen wir Unternehmen, die in
Österreich produzieren, exportieren, Arbeitsplätze schaffen und
Steuern zahlen . Dafür müssen sie im internationalen Wettbewerb
bestehen können. Bleiben die Aufträge aus, wird weniger investiert,
es gibt weniger Arbeitsplätze und der Staat nimmt weniger ein. Genau
davon hängt aber ab, was wir uns als Gesellschaft leisten können.“

Der Tag der NÖ Industrie findet einmal jährlich statt und bringt
Vertreter aus Industrie, Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft
zusammen. Dem Industrieempfang am Abend waren am Nachmittag die
Ordentliche Vollversammlung und eine erweiterte Vorstandssitzung der
IV-NÖ vorausgegangen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at