Schönheit

Bundesjugendvertretung zum Tag der Demokratie: Junge Menschen verdienen gerechten Zugang zu politischer Mitsprache

Wien (OTS) – Anlässlich des Tags der Demokratie ruft die
Bundesjugendvertretung (
BJV) die Politik dazu auf, Jugendlichen einen gleichberechtigen
Zugang zu politischer Teilhabe zu ermöglichen.

„Wer ohnehin weniger Chancen auf politische Beteiligung hat, etwa
Jugendliche mit Behinderungen, mit Migrationsbiografie oder jene, die
aufgrund ihres Alters noch nicht wählen dürfen, kann viele klassische
Partizipationsformate gar nicht nutzen. Es braucht daher gezielte
Maßnahmen, damit diese Perspektiven nicht verloren gehen“, betont BJV
-Vorsitzender Ahmed Naief.

Jugendliche nicht mit demokratiefeindlichen Ansichten
alleinlassen

Studien zeigen zunehmend, dass das Vertrauen junger Menschen in
die Politik schwindet. Gleichzeitig sind Jugendliche insbesondere auf
Social Media demokratiegefährdenden Meinungen und Desinformation oft
ungefiltert ausgesetzt.

„Bei dieser Kombination müssen bei der Regierung die Alarmglocken
läuten. Die Politik muss jungen Menschen zeigen, dass sie ein
wichtiger Teil unserer Demokratie sind. Sie müssen wissen, dass ihre
Meinung zählt, ihre Beteiligung unerlässlich ist und sie tatsächlich
etwas bewirken können, ganz gleich, woher sie kommen, wie alt sie
sind oder welche Voraussetzungen sie mitbringen“, sagt BJV-
Vorsitzende Lejla Visnjic.

Politische Bildung bildet wichtigen Grundstein

Mit ihrer aktuellen Kampagne „Drei Millionen“ fordert die BJV mit
einer To-Do-Liste für die Politik eine gerechtere politische Teilhabe
für Österreichs Jugend und Maßnahmen in vier zentralen Bereichen:
Schule, Arbeitswelt, digitaler Raum und politischer Alltag.

Zu den Forderungen zählen u. a. die Stärkung von
Jugendvertrauensrät*innen in Betrieben, ein erleichterter Zugang zur
Staatsbürgerschaft für in Österreich geborene Kinder sowie die
Absicherung von Trusted Flaggern, also Organisationen, die gemeldete
problematische Inhalte auf Social-Media-Plattformen schneller zur
Löschung bringen können.

Äußerst dringend ist aber vor allem der Ausbau der politischen
Bildung, betont Naief: „Junge Menschen kritisieren seit Jahren, dass
politische Bildung in der Schule nicht ausreichend abgedeckt wird. Es
ist an der Zeit, die Lehrpläne an die Lebensrealitäten junger
Menschen anzupassen. Dazu gehört auch ein gleichzeitiger Ausbau der
Medienbildung.“

Deshalb erneuert die BJV auch ihre Kritik an den geplanten neuen
Fächern „Medien und Demokratie“ und „Informatik und Künstliche
Intelligenz“: Dass diese Fächer nur in der AHS-Oberstufe eingeführt
werden sollen und nicht in allen Schultypen, greift zu kurz. Dazu
kommt, dass auch der geplante Stundenumfang nicht ausreicht, um die
wichtigen Inhalte der vorliegenden Lehrpläne ausführlich zu
vermitteln. „Die aktuelle Reform bietet eine wichtige Möglichkeit,
politische Bildung und Medienbildung zu stärken. Das darf aber nicht
nur in einem Schultyp stattfinden. Deshalb fordern wir, politische
Bildung als eigenständiges Unterrichtsfach bereits ab der Unterstufe
in allen Schulformen zu verankern“, so Visnjic.