Wien (OTS) – 472 Tage bleiben bis zur Frist, doch der Weg dorthin ist
verstopft.
Nach den Zahlen der Baupolizei wurden zuletzt rund 1.000
Bauwerksbücher pro Halbjahr registriert. Bei diesem Tempo wären die
fehlenden 29.000 Gebäude erst im Jahr 2041 erledigt, 14 Jahre nach
der Frist. Damit sich 2027 ausgeht, müsste sich das Tempo
verelffachen. Der Engpass beginnt im Planarchiv: Die Behörde selbst
warnt vor einer „mehrmonatigen Wartezeit“.
Rund 31.000 Wiener Gebäude aus der Zeit vor 1919 brauchen bis 31.
Dezember 2027 ein registriertes Bauwerksbuch nach § 128a der
Bauordnung. Etwa 2.000 davon sind laut Baupolizei registriert. Für
die verbleibenden 15 Monate wären rechnerisch rund 11.000
Registrierungen je Halbjahr nötig, das Elffache des bisherigen
Tempos.
Die MA 37 schreibt in ihren Erläuterungen zum Bauwerksbuch
selbst, ihre Ressourcen seien „begrenzt“. Die Planeinsicht könne „nur
in sehr eingeschränktem Rahmen“ angeboten werden, „max. ein bis zwei
Liegenschaften pro Termin“, und es müsse „mit einer mehrmonatigen
Wartezeit gerechnet werden“. Die Einsichtnahmen seien „auf eine
ausreichend große Periode zu strecken, um diese Menge bewältigbar zu
machen“. Eigentümer sollten die Akteneinsicht „rechtzeitig (ab
sofort!)“ in Angriff nehmen, auch wenn das Bauwerksbuch erst später
erstellt wird.
„Die Frist steht, aber der Weg dorthin ist verstopft. Die Behörde
schreibt selbst: ab sofort starten. Sie hat recht, denn wer 2027
beginnt, bekommt möglicherweise nicht einmal mehr einen Termin im
Planarchiv“, sagt Baumeister Dipl.-Ing. (FH) Nihad Kotlo. In seinem
Büro beträgt der Vorlauf bis zur Erstbegehung derzeit vier Wochen.
Die vollständige Rechnung samt Rückwärts-Zeitplan von der
Akteneinsicht bis zur Registrierung: https://dein-
bauwerksbuch.wien/blog/gebaeudepickerl-wien.html?q=ots
Ob ein Gebäude betroffen ist und welche Frist gilt, zeigt der
kostenlose Fristen-Check: https://dein-bauwerksbuch.wien/bauwerksbuch
-check.html?q=ots
Zur Einordnung: Wer die Frist versäumt, riskiert nach § 135 der
Bauordnung bis zu 50.000 Euro, nicht 21.000 Euro, wie zuletzt
kursierte.
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