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Coface Branchen-Risikokarte CEE: Branchendynamik wichtiger als Ländergrenzen

Wien (OTS) – Für die Unternehmensentwicklung in Mittel- und Osteuropa
ist die
Dynamik einzelner Branchen wichtiger als nationale Grenzen. Das zeigt
die neue Coface Branchen-Risikokarte CEE 2026. Der Wettbewerbsdruck
auf lokale Hersteller nimmt zu, nachdem die chinesischen Importe in
die Region im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent gestiegen sind. Die
Kluft zwischen erfolgreichen und schwachen Branchen vergrößert sich.
Die Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wirken
sich auf weit mehr als nur die Energiemärkte aus. Steigende Kosten
für Öl, Erdgas, Düngemittel, Aluminium und petrochemische Erzeugnisse
belasten die gesamten Lieferketten, erhöhen den Kostendruck auf die
Hersteller und tragen zu einem erneuten Inflationsdruck in der Region
bei. Coface erwartet, dass sich das regionale Wirtschaftswachstum von
2,1 Prozent im Jahr 2025 leicht auf 2,0 Prozent im Jahr 2026
abschwächt, bevor es 2027 auf 2,3 Prozent steigt.

„Österreichs Ausblick bleibt weiterhin verhalten: Für 2026 wird
ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent erwartet, das sich 2027 leicht auf
0,8 Prozent verbessert“ , sagt Dagmar Koch, Country Managerin Coface
Österreich mit Blick auf die Ergebnisse der Branchen-Risikokarte für
Österreich. „Die Metallindustrie steht aufgrund eines schwachen
Geschäftsklimas, rückläufiger Produktion und eines erneuten
energiebedingten Kostendrucks unter Belastung und wird daher mit
einem sehr hohen Risiko bewertet. Demgegenüber hebt sich die IKT-
Branche positiv ab. Sie profitiert von einem zweistelligen Wachstum
bei den Auftragseingängen, einer steigenden Produktion elektrischer
Ausrüstungen und verbesserten Vertrauensindikatoren“ , erläutert
Koch.

China-Schock 2.0

Die gesamte Region ist mit einem Phänomen konfrontiert, das als
„China-Schock 2.0“ bezeichnet wird. Angesichts einer schwachen
Binnennachfrage drängen chinesische Hersteller verstärkt auf die
Exportmärkte, insbesondere nach Europa. „Diese Entwicklung setzt
lokale Produzenten unter Druck, schmälert ihre Margen und verschärft
den Wettbewerb in mehreren Industriezweigen. Zu den am stärksten
betroffenen Branchen zählen die Automobilindustrie, die
Chemieindustrie und die Metallindustrie“ , führt Koch weiter aus.

Nicht alle Branchen entwickeln sich in dieselbe Richtung. Die IKT
-Branche zählt nicht nur in Österreich, sondern in ganz Mittel- und
Osteuropa zu den positiven Sektoren. Sie profitiert von Programmen
zur digitalen Transformation, einer starken Nachfrage nach
Technologiedienstleistungen und hoch qualifizierten Arbeitskräften.
Die Branche bleibt ein wichtiger Motor für wirtschaftliche Konvergenz
und Wettbewerbsfähigkeit in Mittel- und Osteuropa.

Einzelhandel zeigt Länderunterschiede

Die Branchen-Risikokarte hebt zudem erhebliche Unterschiede
zwischen Ländern und Branchen hervor. Im Einzelhandel herrschen in
einigen Märkten günstige Bedingungen, während in anderen erhöhte
Risiken bestehen. Entscheidend sind dabei die jeweilige
Wirtschaftslage, die Fiskalpolitik und die Entwicklung des
Verbrauchervertrauens. Trotz dieser Herausforderungen identifiziert
die Studie wichtige Faktoren für die Widerstandsfähigkeit.
Investitionen, die durch die Aufbau- und Resilienzfazilität der
Europäischen Union (RRF) und das SAFE-Programm unterstützt werden,
dürften die Bauwirtschaft, das Gesundheitswesen, die Digitalisierung
und Infrastrukturprojekte in der gesamten Region wesentlich fördern.
Diese Investitionen tragen dazu bei, einen Teil der wirtschaftlichen
Auswirkungen geopolitischer Unsicherheit abzufedern und die
Geschäftstätigkeit in mehreren Branchen zu stützen.

Polen schreitet voran

Polen bleibt eine der am schnellsten wachsenden großen
Volkswirtschaften der EU, getragen von einer starken
Verbrauchernachfrage und EU-finanzierten Investitionen. Rumänien
befindet sich hingegen in einer rezessiven Phase, da die
Haushaltskonsolidierung die Konsumausgaben belastet. Der slowakische
Einzelhandel steht durch höhere Steuern und schwächeren Konsum unter
Druck, während Bulgariens Bauwirtschaft weiterhin von günstigen
Finanzierungsbedingungen und Urbanisierungstrends profitiert.

„Die Unterschiede zwischen den Branchen sind inzwischen größer
als jene zwischen den Ländern. Künftiger Erfolg wird weniger vom
allgemeinen Wirtschaftswachstum abhängen als davon, wie wirksam sich
die Branchen an veränderte Kostenstrukturen, den technologischen
Wandel und den globalen Wettbewerb anpassen“ , sagt Mateusz Dadej,
Regional Economist, Coface Central & Eastern Europe Region.

„Die eigentliche Herausforderung für Unternehmen besteht heute
nicht im Mangel an Informationen, sondern darin, das Wesentliche zu
erkennen. Da sich Risiken über Branchen und Märkte hinweg immer
schneller verändern, sind verlässliche Daten und vorausschauende
Analysen unerlässlich, um fundierte Entscheidungen zu treffen und
Widerstandsfähigkeit aufzubauen“ , ergänzt Jarosl̸aw Jaworski, CEO
Coface Central & Eastern Europe Region.

Über die Studie: Die vollständige Coface Branchen-Risikokarte CEE
2026 bietet eine vertiefte Bewertung von 13 Branchen in Mittel- und
Osteuropa sowie einen Überblick über jedes einzelne Land. Sie liefert
Unternehmen wertvolle Einblicke in sich wandelnde Risiken,
Wachstumschancen und branchenspezifische Trends. Die Studie
unterstützt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger,
Risikomanagerinnen und Risikomanager sowie Führungskräfte dabei,
potenzielle Schwachstellen zu erkennen und in einem zunehmend
komplexen Umfeld fundiertere Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Möchten Sie mehr erfahren? Gerne stellen wir Ihnen die
vollständige Studie im Rahmen unseres Webinars am Mittwoch, den 16.
September 2026 um 10:00 Uhr vor und geben zusätzliche Einblicke in
die aktuellen Branchentrends.

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