Shanghai (OTS) – Auf der einen Seite Erfolgsserien, die weltweit
ihresgleichen suchen.
Auf der anderen Seite Edelmetall, das seit Jahrzehnten auf sich
warten lässt: Wenn von 22. bis 27. September 2026 WorldSkills in
Shanghai über die Bühne gehen, bringt fast jeder der 42
Wettbewerbsberufe, in denen Österreich antritt, seine eigene
Geschichte mit.
Betonbauer sind auf Gold fokussiert
So etwa der Betonbau: Österreich hat seit 2015 jeden WorldSkills-
und EuroSkills-Bewerb in dieser Disziplin gewonnen. Acht
Großereignisse, acht Goldmedaillen. In Shanghai liegt diese Serie in
den Händen von Julian Gintner und Michael Pomassl (beide aus Vitis in
Niederösterreich). Gintner macht aus seinem Anspruch kein Geheimnis:
„Aufgrund meines Ehrgeizes will ich auch in Shanghai Gold holen.“
Pomassl formuliert es noch trockener: „Nur mitfahren ist auch
langweilig. Gold ist das Ziel!“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Betonbauer Julian Gintner (l.)
und Michael Pomassl sind auf die nächste Goldene programmiert ( hier
)
Floristik: Den vierten Titel im Visier
Auch in der Floristik hat Österreich bei Weltmeisterschaften
zuletzt alles gewonnen. 2019, 2022 und 2024 gingen die WorldSkills-
Goldmedaillen jeweils an Team Austria. Julia Gschwandtner aus
Bergheim in Salzburg kann in Shanghai den vierten Titel in Folge
holen. „Mich begeistert, dass man aus scheinbar alltäglichen
Materialien etwas schaffen kann, das Emotionen transportiert“, sagt
die Floristin. Die Vergänglichkeit ihrer Werkstücke ist für sie kein
Nachteil: „Alles ist vergänglich. Und genau das macht es so
besonders.“ Trotz der erfolgreichen Vorgeschichte in ihrem Beruf
stellt Gschwandtner das Lernen in den Vordergrund: „Meine Motivation
ist es, mich selbst herauszufordern und so viel wie möglich
dazuzulernen.“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Die Salzburger Floristin Julia
Gschwandtner will bei den Floristinnen die nächste Medaille erobern (
hier )
Maler kennen nur Gold
Auch Luca Ladler aus Fußach in Vorarlberg malt sich Gold aus. Mit
gutem Grund: Seit 2010 hat Österreich bei jedem internationalen
Großbewerb der Maler einen Podestplatz erreicht – insgesamt 15
Medaillen bei 20 WorldSkills- und EuroSkills-Auftritten. Es handelt
sich um eine der außergewöhnlichsten Podestserien der schon seit 1950
ausgetragenen Berufsweltmeisterschaft. „Natürlich weiß ich, welche
Erfolge Österreich in den letzten Jahren bei den Malern gefeiert
hat“, sagt Ladler. „Das zeigt, welches Niveau wir haben. Für mich ist
das aber eher Motivation als Druck.“ Sein Ziel ist klar: „Gold! Wenn
ich nach Shanghai fahre, dann möchte ich natürlich um die
Spitzenplätze mitkämpfen. Das Ziel ist schon, den Weltmeistertitel
nach Österreich zu holen.“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Der Vorarlberger Luca Ladler
sieht die Goldserie seiner Vorgänger:innen eher als Motivation denn
als Druck ( hier )
Fliesenleger aus Oberösterreich will Serie fortsetzen
Bei den Fliesenlegern soll Andreas Landl eine Serie seines
Experten Andreas Stiegler verlängern. Dessen Teilnehmer gewannen
zuletzt vier internationale Großbewerbe in Folge: WorldSkills 2022,
EuroSkills 2023, WorldSkills 2024 und EuroSkills 2025. Landl weiß,
dass in seinem Wettbewerb jeder Fehler sichtbar bleibt: „Jeder
Handgriff ist unmittelbar sichtbar – und genau das macht den
Unterschied im Wettbewerb. Kleine Ungenauigkeiten fallen sofort auf.“
Seine Welt will er durch Fehler nicht aus den Fugen geraten lassen:
„Ich will ganz oben am Stockerl stehen und zeigen, dass man in seinem
Beruf erfolgreich sein kann, wenn man will.“ Seine Stärke beschreibt
Landl so: „Ich bleib auch in stressigen Situationen ruhig und gebe
nicht gleich auf.“
Experte Andreas Stiegler sieht darin eine wesentliche
Voraussetzung für Shanghai: „Andreas bringt genau das Profil mit, das
es auf diesem Niveau braucht: Ruhe, Präzision und sehr sauberes
Arbeiten.“ Spektakuläre Einzellösungen allein würden bei WorldSkills
nicht reichen: „Technisch bewegen sich alle Teilnehmer auf einem
extrem hohen Level. Entschieden wird der Wettbewerb daher nicht über
spektakuläre Lösungen, sondern über Konstanz“, erklärt Stiegler. „Es
geht darum, über mehrere Stunden hinweg fehlerfrei zu bleiben und die
Leistung im richtigen Moment abzurufen. Genau darauf arbeiten wir im
Training hin. Wenn ihm das gelingt, ist für ihn alles möglich.“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Visieren die nächste Medaille
an: Fliesenleger Andreas Landl (r.) mit Experte Andreas Stiegler (
hier )
„Premieren-Hochbauer“ aus Kärnten baut auf Erfolgsserie
Auch der Kärntner Hochbauer Noah Trettenbrein will eine
Erfolgsserie fortsetzen: Seit 23 Jahren hat Österreich bei jeder
Berufs-WM im Hochbau zumindest ein „Medallion for Excellence“
erreicht – eine Auszeichnung für herausragende Leistungen außerhalb
der Medaillenränge. „Ein solches Medallion zu erobern, wäre ein
riesiger Erfolg“, sagt Trettenbrein. Sein „Topziel Nummer eins“
bleibt aber Gold: Damit würde er an die österreichischen WM-Siege in
Helsinki 2005 und Abu Dhabi 2017 anknüpfen.
Ein Stück Geschichte schreibt der Facharbeiter der BM-Haus GmbH
bereits mit seinem Antreten: Der junge Lavanttaler vertritt als
erster Kärntner Österreich bei WorldSkills im Hochbau. Dabei möchte
er zeigen, welche Möglichkeiten eine Lehre eröffnet. Trettenbrein,
Kärntens „Lehrling des Jahres 2025“, hat über Shanghai hinaus klare
Ziele: Auf die Polierschule sollen eine Tätigkeit als Bauleiter und
langfristig der Baumeisterabschluss folgen. „Man kann Großes
erreichen, wenn man anpackt“, ist er überzeugt.
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Will auf Hochbau-Erfolgsserie
aufbauen: der Kärntner Noah Trettenbrein ( hier )
Seit vier Jahrzehnten ohne Gold: Steirische Schneiderin will das
ändern
Mehr als vier Jahrzehnte dauert die österreichische Goldpause bei
WorldSkills in Fashion Technology. Julia Kaufmann kann sie in
Shanghai beenden. Paradox: Auf europäischer Ebene ist Österreich in
diesem Beruf ausgesprochen erfolgreich. Bei EuroSkills gingen zuletzt
2021 und 2023 Goldmedaillen an rot-weiß-rote Teilnehmerinnen. Bei
WorldSkills liegt der bislang letzte österreichische Sieg hingegen
mehr als 40 Jahre zurück.
Kaufmann lässt sich von dieser Statistik nicht einschüchtern. An
ihrem Beruf fasziniert sie der Weg von der Vorstellung zum fertigen
Kleidungsstück. „Mich begeistert, dass ich die Fähigkeit habe, mir
Kleidungsstücke vorzustellen und sie anschließend selbst anfertigen
kann. Aus einer Idee etwas Reales zu schaffen, fasziniert mich jedes
Mal aufs Neue.“ Die Erfolge ihrer Vorgängerinnen sind für sie ein
Ansporn, aber keine Schablone: „Natürlich kennt man diese Erfolge.
Sie zeigen, welches Niveau in der Steiermark möglich ist.
Gleichzeitig möchte ich meinen eigenen Weg gehen und meine eigene
Handschrift hinterlassen.“ Dass Österreich bei einer
Weltmeisterschaft so lange auf Gold wartet, zeigt für Kaufmann vor
allem die Dichte an der Spitze: „Das zeigt natürlich, wie schwierig
es ist, sich auf Weltklasse-Niveau durchzusetzen. Gleichzeitig macht
genau das den Reiz aus.“ Ihr Versprechen vor der Abreise: „Ich werde
dort alles für Österreich geben. Also bitte Daumen drücken!“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): In Mode-Technologie zählt
Österreich bei EuroSkills traditionell zu den stärksten Ländern – nun
soll es Julia Kaufmann auch auf der Weltbühne richten ( hier )
Tiroler Friseurin will in große Fußstapfen treten
Angelina Rainer kämpft im Friseurhandwerk gegen eine lange
Durststrecke: Österreichs letzter WorldSkills-Titel in diesem Beruf
stammt aus 1997. 29 Jahre später könnte Rainer diese Geschichte
fortschreiben. Ihre Berufswahl zeichnete sich früh ab: „Ich wollte
schon im Kindergarten immer den Barbies und Puppen die Haare
schneiden. Das hat mich einfach nie losgelassen.“ Bei WorldSkills
muss sie unterschiedliche Schnitte, Stylings und Farbarbeiten unter
strengem Zeitdruck umsetzen. Ihr Grundsatz: „Geht nicht, gibt’s
nicht. Man muss einfach dranbleiben und versuchen, das Beste
herauszuholen. So oder so werde ich fürs Leben dazulernen.“
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Hat das Podium fest im Blick:
Friseurin Angelina Rainer ( hier )
Restaurant-Service: Oberösterreichs Durststrecke soll enden
Auch Sarah Schöftner könnte eine 29-jährige Wartezeit beenden:
Die letzte WorldSkills-Goldmedaille für Oberösterreich in ihrem Beruf
Restaurant-Service gab es ebenfalls 1997. „Natürlich denkt man über
solche Statistiken ein wenig nach, aber sie dürfen nicht zu präsent
werden“, erklärt die junge Fachkraft. Lieber spricht sie über ihren
Job in der Gastronomie: „Kein Tag ist wie der andere. Genau das macht
den Beruf für mich spannend“, sagt Schöftner. Im Wettbewerb geht es
um den perfekt gedeckten Tisch, Speisen- und Getränkeservice,
Gästekommunikation und das souveräne Reagieren auf unvorhergesehene
Situationen. „Es geht darum, dass sich die Gäste wohlfühlen.
Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und ein sauberes Auftreten sind
entscheidend.“ Die historische „Durststrecke“ nimmt die Restaurant-
Fachkraft sehr wörtlich und möchte sie jedenfalls beenden – „so wie
es sich für meinen Job gehört“, lacht Schöftner.
– Foto (honorarfrei, © SkillsAustria): Will in Shanghai eine
Topleistung servieren – und Durststrecke beenden: Sarah Schöftner,
Restaurant Service ( hier )
Insgesamt treten rund 1.400 junge Fachkräfte aus mehr als 70
Ländern und Regionen bei der Weltmeisterschaft der Berufe
gegeneinander an. Österreich ist mit 48 Teilnehmer:innen vertreten.
Sie messen sich in 36 Einzel- und 6 Teambewerben mit der
internationalen Elite.
Über SkillsAustria
SkillsAustria ist ein gemeinnütziger Verein und agiert als
österreichisches Kompetenzzentrum für Berufswettbewerbe und
Talenteförderung. Durch Berufsmotivation und Berufsorientierung
leistet SkillsAustria einen nachhaltigen, aktiven Beitrag zur
Berufsbildung und Fachkräftesicherung. SkillsAustria organisiert
AustrianSkills, die österreichischen Staatsmeisterschaften der
Berufe. Deren Sieger repräsentieren als Team Austria die Kompetenz
und Perfektion junger Fachkräfte bei den internationalen
Berufswettbewerben EuroSkills & WorldSkills.
Durch ihre herausragenden Leistungen auf nationaler und
internationaler Ebene sind die Teilnehmer:innen starke Botschafter
für den Ausbildungsstandort Österreich und das Aushängeschild für
Ausbildungsbetriebe und Schulen. Der Einsatz und die Erfolge der
Skills-Heroes leiten Jugendliche bei der Berufswahl und motivieren
zur persönlichen Weiterentwicklung. SkillsAustria macht die
Leidenschaft zum Beruf – und den Beruf zur Leidenschaft. (PWK432/HSP)
Weitere Fotos finden Sie auf dem Skills-Flickr-Kanal ( hier ) zur
kostenlosen Verwendung.
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berufliche Spitzenleistungen, außergewöhnliche Karrierewege und die
Menschen hinter WorldSkills und EuroSkills. Neue Folgen jeden
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