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Prüfen, Rufen, Drücken! Rotes Kreuz zu neuen Erste-Hilfe-Empfehlungen: „Leben retten ist jetzt so einfach wie noch nie!“

Wien (OTS) – In Österreich erleiden jährlich rund 10.000 Menschen
außerhalb eines
Krankenhauses einen Atem-Kreislauf-Stillstand – nur etwa jeder zehnte
von ihnen überlebt. Der Grund: Zu selten wird rechtzeitig mit der
Herzdruckmassage begonnen, und mit jeder Minute ohne Wiederbelebung
sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent.

Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten
Kreuzes: „Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben einen
plötzlichen Atem-Kreislauf-Stillstand. Diese Zahl müssen wir erhöhen!
Die gute Nachricht: Leben retten ist so einfach wie noch nie – weil
heuer die Erste-Hilfe-Empfehlungen angepasst wurden. Die einfache
Formel, um ein Leben zu retten, lautet: Prüfen, Rufen, Drücken!
Heißt, der Notruf 144 wird künftig noch früher empfohlen, damit die
Leitstelle am anderen Ende des Telefons von Beginn an die richtigen
Maßnahmen anleiten kann.“

Prüfen, Rufen, Drücken: Die Zauberformel, um ein Leben zu retten

Ein Beispiel: Beim Joggen entdecken Sie eine reglose Person am
Boden.

1. Prüfen Sie, ob es sicher ist, sich zu nähern, und ob die Person
ansprechbar ist.

2. Wenn nicht, sofort den Rettungsdienst unter 144 rufen und das
Telefon auf Lautsprecher schalten. Die Rettungsleitstelle kann Sie
direkt anleiten, etwa beim Überprüfen der Atmung. Andere Personen
können etwa einen Defibrillator holen.

3. Ist keine normale Atmung festzustellen, beginnen Sie sofort mit
der Wiederbelebung. Drücken Sie 30-mal kräftig und schnell auf die
Mitte des Brustkorbes, danach folgen zwei Beatmungen – so lange, bis
der/die Betroffene wieder normal atmet oder Hilfe eintrifft. Wer
nicht beatmen kann, führt durchgehend Herzdruckmassagen durch. Ist
ein Defi vorhanden, folgen Sie den Anweisungen des Geräts.

„Das Einzige, was sicher falsch ist, ist nichts zu tun!“

„Die Medizin entwickelt sich laufend weiter, und damit auch die
Empfehlungen, wie Menschen in Not am besten geholfen werden kann“,
erklärt Foitik. „Im Ernstfall zählt jede Minute. Erste Hilfe muss
schnell, zuverlässig und vor allem einfach sein, damit jede und jeder
helfen kann. Das Einzige, was sicher falsch ist, ist nichts zu tun!“

– Ein Erste-Hilfe-Kurs gibt Sicherheit. Mehr zum Thema und aktuelle
Kurse in Ihrer Nähe: www.erstehilfe.at

– Testen Sie Ihr Wissen mit unserem WhatsApp-Crashkurs unter
roteskreuz.at/wa-crashkurs oder einem Online-Quiz unter
jetzt.erstehilfe.at

– Erste-Hilfe-Videos auf YouTube

Ob Grundkurs, kurzer Auffrischungskurs oder Kindernotfallkurs –
das Rote Kreuz bietet viele Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung.
2025 haben 217.603 Menschen in Österreich Erste-Hilfe-Kurse beim
Roten Kreuz absolviert. Viele von ihnen motiviert der Wunsch, den
liebsten Menschen im Ernstfall helfen zu können, denn die meisten
Notfälle passieren zuhause, in der Freizeit oder beim Sport. Es ist
also sehr wahrscheinlich, dass man die betroffene Person gut kennt.

5.183 Team Österreich Lebensretter:innen waren 2025 im Einsatz

Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand überleben –
hier setzt auch die Initiative „Team Österreich Lebensretter:in“ an,
die vom Österreichischen Roten Kreuz gemeinsam mit Hitradio Ö3 und
mit Unterstützung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK)
umgesetzt wird.

So funktioniert’s: Wird ein Notruf unter 144 abgesetzt, werden
neben dem Rettungsdienst auch registrierte „Team Österreich
Lebensretter:innen“ in unmittelbarer Nähe des Betroffenen per App
alarmiert und direkt zum Einsatzort geführt. So können sie bereits
drei bis vier Minuten nach dem Notruf mit der Wiederbelebung beginnen
– im Schnitt fünf bis zehn Minuten, bevor der Rettungsdienst
eintrifft. In dieser Zeitspanne entscheidet sich häufig, ob ein
Mensch überlebt.

– Zur Registrierung: www.teamoesterreich.at

Foitik: „Österreichweit sind aktuell 19.988 Menschen als aktive
‚Team Österreich Lebensretter:innen‘ registriert. 5.183 von ihnen
sind im Vorjahr ausgerückt, um noch vor Eintreffen des
Rettungsdienstes mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu starten. Jede
zusätzlich registrierte Person macht unser Netz an Lebensretterinnen
und Lebensrettern dichter und die Rettungskette in Österreich noch
stärker. Einfach die App runterladen und registrieren, wenn Sie sich
Wiederbelebungsmaßnahmen zutrauen.“

#jetzterstehilfe – Erste Hilfe sichtbar machen

Vom Welttag der Ersten Hilfe am 12. September bis zum Welttag der
Wiederbelebung am 16. Oktober macht das Rote Kreuz österreichweit auf
die Bedeutung von Erster Hilfe aufmerksam. Im Fokus steht die
Wiederbelebung: Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand
außerhalb eines Krankenhauses überleben, weil ihnen geholfen wird.
Foitik verweist auf diverse Aktivitäten in allen Bundesländern: „Etwa
eine Kampagne des Tiroler Roten Kreuzes gemeinsam mit dem FC Wacker
Innsbruck, die mit speziellen BHs besonders auf Wiederbelebung bei
Frauen aufmerksam macht, oder ein Wiederbelebungs-Flashmob in
Oberösterreich. Unterstützen Sie uns, indem Sie online Ihre Fotos und
Geschichten rund um Erste Hilfe teilen und mit dem Hashtag #
jetzterstehilfe kennzeichnen!“

Fotos: Hier klicken