Wien (OTS) – Gesund leben – das wollen wir alle. Doch rund um
Ernährung,
Lebensarten, Bewegung, gesundes Altern und vermeintliche Wundermittel
kursieren unzählige Tipps, Halbwahrheiten und Gesundheitsversprechen.
Was davon ist wissenschaftlich belegt? Was ist bloß ein Mythos? Und
warum halten sich manche Gesundheitsmythen seit Generationen, obwohl
die Wissenschaft längst etwas anderes sagt? In der aktuellen „Dok 1“-
Ausgabe „Mythos Gesund“ trifft Lisa Gadenstätter am Mittwoch, dem 9.
September 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON auf der Suche
nach Antworten Menschen, die Gesundheit auf ganz unterschiedliche
Weise leben. Für die neue Doku „Die Wahrheit hinter dem Veggie-Boom“,
die anschließend um 21.05 Uhr auf dem Programm steht, nimmt Gestalter
Martin Grabowski die Versprechen der Ersatzlebensmittel genauer unter
die Lupe. Veggie-Produkte liegen nach wie vor stark im Trend – aber
sind Fleischersatzprodukte und Co. wirklich so gesund? Außerdem
stellt sich die Frage, warum sich viele dieser Veggie-Alternativen an
den Preiskategorien der fleischlichen Nahrungsmittel orientieren. Das
anschließende Dacapo der Doku „Wer’s glaubt! – Versprechen auf
Verpackungen“ (21.55 Uhr) deckt auf, wie viel Wahrheit wirklich in
den Werbebotschaften unserer Lebensmittel steckt.
„Dok 1: Mythos Gesund“ (20.15 Uhr)
In „Mythos Gesund“ nimmt Lisa Gadenstätter Gesundheitsweisheiten
unter die Lupe. Denn zwischen alten Hausmitteln, modernen Trends und
millionenschweren Gesundheitsversprechen zeigt sich vor allem eines:
Nicht alles, was gesund klingt, ist es auch – und manches, das fast
zu einfach erscheint, wirkt besser als jeder Hype. Zu Wort kommen u.
a. die 94-jährige Kletterlegende Maria Kittl, für die tägliche
Bewegung das persönliche Lebenselixier ist, oder Tischlermeister Karl
Hörmann, der seit Jahren auf die Kraft der Zirbe schwört. Im
Restaurant „Cucina Alchimia“ dreht sich alles um Fermentation,
Sauerteig und natürliche Lebensmittel. Am „Zwergerlhof“ wird
sichtbar, warum Natur, Tiere und ein bisschen Schmutz für Kinder
womöglich gesünder sind als ein allzu steriler Alltag. Dazu kommen
Besuche bei Menschen, die moderne Longevity-Konzepte, also Konzepte
für ein möglichst langes, gesundes Leben im Alter, in ihr Leben
integriert haben – mit durchaus unterschiedlichen Erfahrungen.
Außerdem besucht „Dok 1“ das Longevity Center Vienna – ein Zentrum,
das mit modernen Anwendungen wie Kältekammer, Rotlichttherapie bis
hin zu Sauerstoffbehandlungen verspricht, länger gesund und
leistungsfähig zu bleiben. Doch stimmen die Versprechungen? Antworten
liefern u. a. Allgemeinmediziner Eric Knoll, Olympiasiegerin und
Ärztin Lara Vadlau, Sport- und Gesundheitswissenschafterin Barbara
Prüller-Strasser sowie Ernährungswissenschafterin und Diätologin
Martina Steiner. Gemeinsam ordnen sie aktuelle Studien ein, räumen
mit Irrtümern auf und zeigen, welche Maßnahmen nach heutigem
Wissensstand tatsächlich einen Unterschied machen.
„Die Wahrheit hinter dem Veggie-Boom“ (21.05 Uhr)
Im Geschmackslabor der Universität Graz zeigt Molekularbiologe
Fritz Treiber, wie aus Erbsenprotein, kaltem Wasser und
Methylcellulose ein „Fleischlaberl“ wird – und zwar aus einem
Bindemittel, das manche an Tapetenkleister erinnert und dessen
Wirkung auf den Darm die Forschung bis heute nicht abschließend
geklärt hat. Interessant sind auch die Preise, die bei Veggie und
echtem Fleisch oft ähnlich sind, wobei die Produktionswege
unterschiedlicher nicht sein könnten. Im einen Fall werden Tiere
großgezogen, geschlachtet und zerlegt, im anderen Fall wird Protein
aus Erbsen gewonnen. Der Hauptanteil am Veggie-Preis liegt bei
Produktentwicklung, Logistik und Verpackung, heißt es. Im VKI-Test
von 323 Produkten erreichen 25 Prozent der Ersatzprodukte Nutri-Score
A oder B, bei vergleichbaren Fleischwaren sind es elf Prozent. Die
schlechteste Note E bekommen 13 Prozent der Alternativen und 51
Prozent der Fleischwaren. Hochverarbeitet sind sie trotzdem – 81
Prozent fallen in die höchste Stufe NOVA 4, so wie die Wurstwaren,
die sie ersetzen. Den unbequemsten Befund liefert nicht das Fleisch,
sondern der Käse. Alle untersuchten Alternativen basieren auf
Kokosfett – einem Rohstoff mit exzellentem Image und schlechten
Werten, der zu über 80 Prozent aus gesättigten Fettsäuren besteht und
dessen Herkunft meistens im Dunkeln bleibt.