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FCG-Pensionist:innen: Staatsfonds-Debatte braucht Klarstellung – Zuerst die zweite Säule evaluieren

Wien (OTS) – Die FCG-Pensionist:innen begrüßen die Diskussion über
die
langfristige Absicherung der Altersvorsorge. Die Überlegungen von
Bundeskanzler Stocker zu einem Staatsfonds und die jüngste
Stellungnahme der Industriellenvereinigung machen deutlich, dass die
Kapitaldeckung verstärkt in den Mittelpunkt der Debatte rückt.

Dabei ist jedoch eine wesentliche Klarstellung notwendig:

Reformen der Kapitaldeckung können sich nur auf die zweite Säule
beziehen

Die Diskussion über Staatsfonds und internationale Vorbilder darf
nicht den Eindruck erwecken, als stünde die gesetzliche
Pensionsversicherung zur Disposition. Die erste Säule bleibt das
Fundament der Alterssicherung in Österreich.

Wenn über zusätzliche Kapitaldeckung gesprochen wird, dann kann
es sachlich nur um die Weiterentwicklung der bereits heute
kapitalgedeckten zweiten Säule – Pensionskassen, betriebliche
Kollektivversicherungen und vergleichbare Vorsorgeeinrichtungen –
gehen.

Bevor neue Modelle geschaffen werden, muss eine einfache Frage
beantwortet werden:

Wie erfolgreich war die bestehende zweite Säule für jene
Menschen, die ihr bereits seit Jahrzehnten vertrauen?

Erfahrungen der Leistungsbezieher fehlen

Während Vermögensstände, Veranlagungsergebnisse und verwaltete
Milliardenbeträge regelmäßig veröffentlicht werden, fehlen
wesentliche Informationen:

– Wie haben sich Firmenpensionen seit dem Pensionsantritt entwickelt?

– Wie hoch sind die tatsächlichen Kaufkraftverluste?

– Welcher Anteil der Veranlagungserträge kommt bei den
Pensionistinnen und Pensionisten an?

– Welche Auswirkungen haben Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen,
Kosten und versicherungstechnische Ergebnisse auf die Auszahlungen?

Mehr Kapitaldeckung bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit

Kapitaldeckung beseitigt Risiken nicht, sondern verlagert sie auf
die Versicherten. Neben Kapitalmarkt- und Inflationsrisiken
beeinflussen insbesondere Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen
und Kosten, wie viel von den erwirtschafteten Erträgen tatsächlich
pensionswirksam wird.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, wie hoch die Rendite
war, sondern wie viel davon letztlich bei den Leistungsbeziehern
angekommen ist.

Erfolgreiche Elemente übernehmen

Die FCG-Pensionist:innen sind nicht gegen Reformen. Modelle wie
der schwedische AP7-Fonds zeigen, dass kapitalgedeckte Vorsorge
kostengünstiger und transparenter organisiert werden kann.

Wesentlich ist jedoch: Auch in Schweden bleibt die gesetzliche
Pension die tragende Säule. Die Kapitaldeckung ergänzt den
Generationenvertrag – sie ersetzt ihn nicht.

Wenn Österreich internationale Vorbilder heranzieht, sollten
insbesondere folgende Grundsätze übernommen werden:

– niedrige Kosten,

– hohe Transparenz,

– nachvollziehbare Leistungsentwicklung,

– größtmögliche Beteiligung der Versicherten an den erwirtschafteten
Erträgen.

Generationenvertrag bleibt Fundament

Der Generationenvertrag hat seine Stabilität über Jahrzehnte und
selbst unter außergewöhnlichen historischen Belastungen bewiesen. Er
bleibt das Fundament der Alterssicherung und ist kein Auslaufmodell.

Transparenz vor Expansion

Bevor über neue Fonds oder einen Ausbau kapitalgedeckter Systeme
diskutiert wird, fordern die FCG-Pensionist:innen eine unabhängige
Evaluierung der tatsächlichen Leistungsentwicklung der zweiten Säule
– insbesondere hinsichtlich Kaufkraftentwicklung, Kosten,
Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen und der tatsächlichen
Pensionsleistungen.

Nicht die Höhe des verwalteten Vermögens ist entscheidend,
sondern die Frage, wie viel reale Kaufkraft bei den Pensionistinnen
und Pensionisten angekommen ist.

Solange diese Frage nicht transparent beantwortet wird, bleibt
die Forderung der FCG-Pensionisten aufrecht: T ransparenz vor
Expansion.