Wien (OTS) – „Wenn eine der größten Molkereien Österreichs 8,1
Millionen Euro in
die Hand nehmen muss, um ihre Milchlieferanten durch diese Krise zu
bringen, dann ist das der nächste Beweis für das Totalversagen von
ÖVP-Landwirtschaftsminister Totschnig und Bauernbundpräsident
Strasser – beide sind rücktrittsreif“, erklärte FPÖ-Agrarsprecher
NAbg. Peter Schmiedlechner.
„Die Futterlager sind leer, Futter muss teuer zugekauft werden
und viele tierhaltende Familienbetriebe kämpfen um ihre Existenz.
Während Totschnig und Strasser ihr 240-Millionen-Euro-Paket als
großen Erfolg verkaufen, muss ein privater Verarbeiter einspringen.
Von der groß angekündigten Dürrehilfe ist auf den Höfen nichts
spürbar. Das ist eine Bankrotterklärung der ÖVP-Agrarpolitik.“
Besonders brisant sei, wohin Teile des sogenannten Hilfspakets
fließen: 50 Millionen Euro sind für eine zusätzliche Förderung der
Dürreversicherungsprämien, 25 Millionen Euro für Zinszuschüsse und
weitere 25 Millionen Euro für die Stundung von
Agrarinvestitionskrediten vorgesehen.
„Banken bekommen Zinszuschüsse, Versicherungsprämien werden mit
weiteren Millionen gefördert und bei Investitionskrediten werden
Rückzahlungen lediglich nach hinten verschoben. Aufgeschoben ist aber
nicht aufgehoben: Schulden bleiben Schulden! Kein einziger Euro einer
Kreditstundung ersetzt dem Bauern sein verdorrtes Futter. Besonders
pikant ist zudem die personelle Verflechtung im Agrarsystem: Im
Aufsichtsrat der Österreichischen Hagelversicherung sitzt etwa
Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger. Dieses System
Hagelversicherung gehört endlich kritisch durchleuchtet.“
Ausdrücklich dankte Schmiedlechner hingegen den Verantwortlichen
der NÖM AG: „Die NÖM übernimmt Verantwortung und handelt mit
Weitsicht. Dafür gebührt den Verantwortlichen Dank. Sie unterstützen
ihre bäuerlichen Familienbetriebe und sichern damit gleichzeitig
ihren zukünftigen Rohstoff Milch. Wer morgen österreichische Milch
verarbeiten will, muss heute dafür sorgen, dass es unsere Milchbauern
morgen noch gibt. Davon hängt letztlich auch die
Versorgungssicherheit unserer Konsumenten ab.“
„Die NÖM hat erkannt, wie katastrophal die Lage der tierhaltenden
Betriebe ist. Totschnig und Strasser haben trotz aller Warnungen
versagt. Versicherungsförderungen, Zinszuschüsse und verschobene
Kreditraten retten keinen Betrieb. Wenn private Verarbeiter bereits
eigene Rettungspakete schnüren müssen, während Minister und
Bauernbund ihre Luftnummer als Erfolg feiern, ist das Maß voll.
Totschnig und Strasser sind rücktrittsreif – Österreichs Bauern
brauchen endlich einen echten agrarpolitischen Systemwechsel!“, so
Schmiedlechner.