Wien (OTS) – Mieter:innen zahlen bei den meisten befristen privaten
Altbauverträgen viel zu viel Miete – in Wien jedes Jahr satte 134
Millionen Euro zu viel. Die AK macht jetzt eine Woche lang den Altbau
-Mietencheck auch direkt im Grätzl und geht rund um den
Wallensteinplatz von Tür zu Tür. Mieter:innen können beim AK Mobil
vor Ort ohne Termin mit ihren Mietverträgen vorbeikommen und ihre
Miete überprüfen lassen.
Trotz Mietbremsen der Bundesregierung kassieren private Altbau-
Vermieter:innen weiter kräftig ab: Befristungen, illegale
Überzahlungen, kein gesetzlicher 25-Prozent-Abschlag bei Befristungen
und unfaire Lagezuschläge treiben die Mieten weiterhin nach oben.
Aktuelle AK Berechnungen zeigen: Mieter:innen in Wien zahlen fast 134
Millionen Euro pro Jahr drauf. Das bedeutet für eine:n betroffene:n
Mieter:in in Wien, dass er:sie durchschnittlich über rund 2.200 Euro
zu viel Miete im Jahr hinlegt, inklusive der Umsatzsteuer, die auf
den erhöhten Mietzins noch draufkommt. Die unrechtmäßigen Aufschläge
betragen im Schnitt 36 Prozent.
AK klopft an – und prüft die Miete
Die AK weiß, wo der Schuh drückt, und kommt jetzt eine Woche lang
auch zu den Mieter:innen. Vom 31. August bis 05. September sind AK
Teams rund um den Wallensteinplatz unterwegs. Sie gehen von Tür zu
Tür und reden mit den Menschen über zu hohe Mieten. Wer wissen will,
ob die eigene Miete zu teuer ist, kann ohne Termin und ohne
Voranmeldung mit den Unterlagen beim AK Mobil direkt am
Wallensteinplatz zum Altbau-Mietencheck vorbeikommen. Dort nehmen die
AK Wohnrechtsexpert:innen die Mieten unter die Lupe. Die AK
informiert die Mieter:innen über das Ergebnis per E-Mail. Seit rund
zwei Jahren bietet die AK Wien für ihre Mitglieder den kostenlosten
Altbau-Mietencheck online unter w.ak.at/altbaumietencheck an.
AK Altbau-Mietencheck mit dem AK Mobil am Wallensteinplatz –
kostenlos und ohne Voranmeldung einfach vorbeikommen:
Wann: 31. August bis 05. September 2026/16.00 bis 20.00 Uhr
Wo: Wallensteinplatz, 1200 Wien
Erpressbar durch Befristungen
Fälle in der AK Wohnberatung zeigen immer wieder, wie
Mieter:innen abkassiert werden durch Befristungsfallen, Mietwucher
und Co. Nur ein Fall von vielen aus der AK Beratung: Herr R. mietete
2015 eine 80-Quadratmeter-Wohnung. Sein Vertrag wurde immer wieder
verlängert – bis 2018, bis 2023 und schließlich bis 2027. Bei jeder
Verlängerung musste er Verzichtserklärungen unterschreiben. Darin
bestätigte er, keine überhöhten Mieten zurückzufordern. Seine
Monatsmiete stieg gleichzeitig von rund 650 auf etwa 800 Euro – ohne
Betriebskosten und Umsatzsteuer. Zahlen oder ausziehen? Herr R.
wollte sich damit nicht abfinden. Er wandte sich an den AK
Mietencheck. Die AK leitete ein Verfahren ein: Er bekam 28.500 Euro
im Jahr 2025 zurück. Der Fall zeigt auch, dass Befristung erpressbar
macht – befristete und überteuerte Mieten haben System.
Die AK fordert strenge Regeln gegen Mietwucher – Mietwucher muss
bestraft werden, ein Aus für Befristungen und eine Beschränkung der
Lagezuschläge.