Wien (OTS) – Eine aktuelle Berechnung (
act.gp/Berechnung-Wasserabgabe ) der
Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt, dass eine
Grundwasserabgabe für die Industrie in Anlehnung an Bayern mehr als
30 Millionen Euro jährlich einbringen würde. Bei einem Abgabensatz
wie in Berlin wären es sogar über 100 Millionen Euro. Während die
österreichische Industrie unser Grundwasser gratis für private
Gewinne nutzt, ist eine Wasserabgabe in Frankreich und fast allen
deutschen Bundesländern längst selbstverständlich. Greenpeace fordert
von der Bundesregierung die Einführung einer Grundwasserabgabe für
die Industrie, um die Finanzierungslücke beim Ausbau und Erhalt
unseres Trinkwassernetzes endlich zu schließen.
Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace Österreich:
“Die aktuelle Dürre führt uns allen drastisch vor Augen, wovor
Fachleute seit langem warnen: Wir haben in Österreich immer öfter zu
wenig Wasser und unsere Wasserversorgung kommt vermehrt an ihre
Grenzen. Deswegen darf unser Grundwasser nicht länger ein
Selbstbedienungsladen für die österreichische Industrie sein. Wer mit
unserer gemeinsamen Ressource riesige Gewinne macht, muss sich auch
an den Kosten für unser Trinkwassernetz beteiligen.”
Wasserabgabe in Frankreich und Deutschland längst Standard
Industriebetriebe machen in Österreich rund ein Drittel des gesamten
Grundwasserverbrauchs aus, nämlich 330 Milliarden Liter Grundwasser
pro Jahr. Derzeit zahlen Industrieunternehmen nichts dafür. Das ist
keinesfalls selbstverständlich, wie ein Blick nach Frankreich und
Deutschland zeigt, wo Industriebetriebe meistens für ihren
Wasserverbrauch eine Abgabe zahlen.
Frankreich berechnet je nach Region und Nutzung zwischen weniger als
einem Cent und rund 12 Cent pro Kubikmeter Grundwasser. In
Deutschland hebt Berlin mit 31 Cent pro Kubikmeter Grundwasser den
höchsten Satz ein. Nordrhein-Westfalen erhebt zum Beispiel 5 Cent,
Bayern 10 Cent pro Kubikmeter Grundwasser. Würde man die bayerische
Grundwasserabgabe auf die österreichische Industrie umlegen, dann
würde das jährlich bereits rund 33 Millionen Euro in die Staatskasse
spülen – mit der Berliner Grundwasserabgabe sogar 102 Millionen Euro
jährlich.
Grundwasserabgabe soll Förderungsloch für Trinkwassernetz stopfen
Derzeit erleben wir in Österreich eine Rekorddürre. Mitte August
zeigten besorgniserregende 93 Prozent aller Messstellen im ganzen
Land niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände. Um unsere
Trinkwasserversorgung dürrefit zu machen sind in den nächsten Jahren
enorme Investitionen in unser Trinkwassernetz notwendig. Dafür fehlen
laut Dachverband der Trinkwasserversorger (ÖVGW) jährlich 50
Millionen Euro an öffentlichen Förderungen. Dieses Förderloch könnte
mit einer Wasserabgabe in Anlehnung an die bayerischen 10 Cent pro
Kubikmeter Grundwasser zu mehr als der Hälfte gestopft werden.
Greenpeace fordert eine Abgabe von 10 Cent pro Kubikmeter auf den
industriellen Grundwasserverbrauch. Die Einnahmen davon sollten
zweckgewidmet dafür genutzt werden, den Ausbau und die Instandhaltung
unserer Trinkwasserinfrastruktur in Zeiten der Klimakrise stärker zu
fördern.
Die gesamte Berechnung finden Sie hier: act.gp/Berechnung-
Wasserabgabe
Bild- und Audiomaterial finden Sie unter: act.gp/4gb0Nvn
Unter Angabe der Credits stehen die Fotos und Grafiken kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
– Thema: Greenpeace hat die potenziellen Einnahmen aus einer
Grundwasserabgabe für die österreichische Industrie berechnet.
– Ergebnis: Industrie verbraucht jährlich 330 Milliarden Liter
Grundwasser kostenfrei. Eine Abgabe von 10 Cent pro Kubikmeter bringt
33 Millionen Euro und könnte das Trinkwassernetz fördern.
– Hauptforderung: Die Bundesregierung muss eine zweckgewidmete
Grundwasserabgabe von 10 Cent pro Kubikmeter für die Industrie
einführen.
– Adressat:in: Bundesregierung und österreichische Industrie.
– Quelle / Material: Greenpeace Österreich / act.gp/4gb0Nvn