Schönheit

FP-Haimbuchner/Kroismayr: Dürrehilfe oder Täuschung? Bauern zahlen die Rechnung selbst

Linz (OTS) – „Wer Versorgungssicherheit und regionale Lebensmittel
ernst nimmt,
darf die bäuerlichen Familienbetriebe in einer solchen Krise nicht im
Stich lassen. Die Landwirtschaft ist ein tragender Teil unserer
Heimat. Sie sichert Arbeitsplätze, erhält unsere Kulturlandschaft und
versorgt die Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln. Die Hilfe muss
dort ankommen, wo der Schaden entstanden ist: direkt auf den Höfen“,
kritisiert FPÖ-Landesparteiobmann und LHStv. Dr. Manfred Haimbuchner
die Pläne der Bundesregierung für eine Dürrehilfe.

„Die Bundesregierung verkauft ein 240-Millionen-Euro-Paket als
Dürrehilfe. In Wahrheit kommen viele Mittel nicht bei den tatsächlich
geschädigten Bauern an, sondern fördern die Hagelversicherung und die
Banken. Österreichs Landwirtschaft verdient echte Hilfe statt neuer
Belastungen durch die Hintertür“, ergänzt der Obmann der Freien
Bauern Oberösterreich, DI Dr. Arthur Kroismayr.

Die direkten Schäden durch die Dürre betragen in Österreich rund
eine Milliarde Euro. Dazu kommen Folgeschäden durch fehlendes Futter,
geringere Tierleistungen, Qualitätsverluste und Schäden am Markt.
Agrarökonomen beziffern den Gesamtschaden für die heimische
Landwirtschaft auf zwei bis drei Milliarden Euro. Dem stehen 240
Millionen Euro aus dem angekündigten Dürrepaket gegenüber. Das
entspricht nur rund zehn Prozent des tatsächlichen Schadens.

„Unsere Bauern kämpfen um ihre Höfe, ihre Tiere und ihre Zukunft.
Die Bundesregierung antwortet mit einem Paket, das zu klein ist und
zum Teil von den Bauern selbst bezahlt wird“, so Kroismayr.

Zwtl.: Hilfe muss bei Betroffenen ankommen

140 Millionen Euro sollen über zwei Monate niedrigere SVS-
Beiträge an alle österreichischen Bauern fließen. Davon profitieren
auch Betriebe ohne Dürreschäden. Besonders kritisch sieht Kroismayr
allerdings die geplante Finanzierung aus Rücklagen der
Krankenversicherung. „Es ist nicht redlich, eine Entlastung
anzukündigen und sie dann aus Mitteln zu finanzieren, die den
Versicherten gehören. Die Bundesregierung muss ehrlich sagen, woher
das Geld kommt. Es darf nicht sein, dass bäuerliche Familien über
Umwege selbst für eine Hilfe aufkommen, aus Geld, das ihnen
eigentlich zusteht“, stellt Haimbuchner klar.

„Diese Rücklagen gehören den Versicherten. Sie gehören nicht dem
Staat und sie sind kein Sparschwein für kurzfristige
Regierungsankündigungen. Am Ende zahlen die Bauern ihre Unterstützung
wieder selbst“, ergänzt Kroismayr.

Weitere 50 Millionen Euro sollen als Zinsstützung und
Kreditstundungen fließen. Bei mindestens 50.000 betroffenen Betrieben
bedeuten allein 25 Millionen Euro Zinszuschüsse rechnerisch rund 500
Euro je Betrieb. „Das hilft einem Betrieb mit vertrockneten Feldern,
fehlendem Futter und hohen laufenden Kosten kaum weiter. Dafür werden
Banken direkt unterstützt. Das ist der falsche Weg“, stellt Kroismayr
klar. Zusätzlich sind 50 Millionen Euro für die Hagelversicherung
vorgesehen. Diese erzielte im Jahr 2025 einen Überschuss von 117
Millionen Euro.

„Wenn unsere Bauern in Not sind, muss das Geld zu den Bauern
gehen. Nicht zuerst zu Banken und Versicherungen. Verantwortung für
den ländlichen Raum zeigt sich nicht in großen Ankündigungen, sondern
durch rasche und treffsichere Unterstützung für die Betroffenen, wie
etwa durch die von uns vorgeschlagene Aussetzung der Mineralölsteuer
und andere sinnvolle Maßnahmen“, betonen Haimbuchner und Kroismayr
abschliessend.