Wien (OTS) – Innenminister Gerhard Karner, Bundespolizeidirektor
Michael Takács
und der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl eröffneten anlässlich
des Jubiläums „120 Jahre Motorisierung der Wiener Polizei“ am 21.
August 2026 in der Wiener Rossauer Kaserne eine Sonderausstellung mit
historischen und modernen Polizeifahrzeugen. Außerdem übergab der
Innenminister das 18. und 19. historische Fahrzeug an das
Polizeimuseum des Bundesministeriums für Inneres. Übergeben wurden
eine Mercedes C-Klasse, die von der Landesverkehrsabteilung Wien bei
zahlreichen hochrangigen Staatsbesuchen als Leitfahrzeug eingesetzt
wurde und ein ziviler Observationsbus (VW T4) mit vollständiger
Originalausstattung, der bis 2026 beim Landeskriminalamt Vorarlberg
im Einsatz stand.
Ring-Rundfahrt und Fahrzeugschau
Ein großes Highlight war nach der Eröffnung die Rundfahrt um den
Ring mit historischen und modernen Polizeifahrzeugen, etwa einem
Mannschaftstransporter der Marke Steyr 380 aus dem Jahr 1953, einem
grüner VW Käfer, einem Golf 1, sowie einem VW T3 und T4 in
Polizeioptik. Moderne Polizeifahrzeuge wie der künftige Standard-
Streifenwagen Skoda Kodiaq oder das Einsatzfahrzeug Survivor der WEGA
rundeten die Fahrzeugkolonne ab.
Anschließend wurden die Polizei-Einsatzfahrzeuge der
Sonderausstellung präsentiert sowie eine begleitende Ausstellung zur
Geschichte der Motorisierung der Wiener Polizei besichtigt.
„Heute feiern wir ein ganz besonderes Jubiläum: 120 Jahre
motorisierte Polizei – ich möchte mich bei allen herzlich bedanken,
die zum Gelingen des heutigen Tages beigetragen haben. Ein besonderer
Dank gilt auch ÖAMTC und ARBÖ für die langjährigen und bewährten
Partnerschaften“, sagte Innenminister Gerhard Karner bei der
Begrüßung. „120 Jahre motorisierte Polizei zeigen eindrucksvoll, wie
sehr sich Fahrzeuge, Technik und Ausrüstung weiterentwickelt haben.
Das Wichtigste aber sind die Menschen, die hinter dem Steuer sitzen.
Ihnen gilt mein besonderer Dank für die Arbeit, die Sie tagtäglich
für die Sicherheit in unserem Land leisten.“
Karner ergänzte, dass sich nicht nur die Technik verändert habe,
sondern auch die Kriminalität und die Herausforderungen für die
Polizei. „Deshalb müssen auch wir uns ständig weiterentwickeln und
auf neue Situationen reagieren – und auch hier sage ich danke zu
jedem Einzelnen für Ihre Bereitschaft, für Ihre Professionalität und
vor allem für Ihren täglichen Einsatz.“
Bundespolizeidirektor Michael Takács sagte: „Die Sternstunde der
sogenannten MOT begann 1946: Damals waren elf motorisierte Polizisten
auf ehemaligen Militärmaschinen unterwegs, um vor allem im Streifen-
und Transportdienst zu unterstützen.“ In den 1960er-Jahren sei der
Fuhrpark deutlich ausgebaut und eine große Zahl an Motorrädern
angeschafft worden, ergänzte der Bundespolizeidirektor. „Die
Motorisierung der Polizei war von da an nicht mehr wegzudenken.
Fahrzeuge und Ausrüstung wurden laufend moderner und besser – und
heute können wir stolz darauf sein, dass die österreichische Polizei
über ein modernes und professionelles Fuhrparkmanagement verfügt.“
Moderne Fahrzeuge und innovative Technik würden unsere
Polizistinnen und Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen,
und „leisten damit einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Sicherheit“.
Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl sagte: „120 Jahre
motorisierte Polizei – das ist ein Jubiläum, bei dem sich ein Blick
zurück besonders lohnt. Über all diese Jahrzehnte hinweg war es unser
Anspruch, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Denn
Mobilität ist für die Polizeiarbeit entscheidend: Wir müssen bei
sicherheits- und kriminalpolizeilichen Einsätzen rasch vor Ort sein.
Heute gelingt uns das in vielen Fällen innerhalb weniger Minuten.“
Eine wesentliche Säule dafür sei der moderne und breit
aufgestellte Fuhrpark: vom Fahrrad über Streifen- und Zivilfahrzeuge
bis hin zu Spezial- und Logistikfahrzeugen, betonte Pürstl.
„Gleichzeitig ist die Polizei nicht nur auf der Straße präsent,
sondern auch in der Luft und auf dem Wasser – diese Vielfalt zeigt,
wie modern die österreichische Polizei heute aufgestellt ist – und
sie trägt wesentlich dazu bei, dass unsere Polizistinnen und
Polizisten schnell, professionell und sicher ihren Dienst versehen
können.“
Historischer Hintergrund
Nach Pferden, Kutschen und Fahrrädern prägten kurz nach 1900
vermehrt ein- und zweispurige, motorisierte Fahrzeuge das Straßenbild
Wiens und unterstützten die Polizistinnen und Polizisten bis heute
bei ihrer täglichen Arbeit. Die Einführung der Motorisierung stellte
eine Revolution in der Polizeiarbeit dar, die Einsatzmöglichkeiten
und die Reaktionsgeschwindigkeit nachhaltig veränderte. Das
allererste motorisierte Fahrzeug bei der Wiener Polizei wurde kurz
nach 1900 angeschafft und wurde als Dienstfahrzeug für den damaligen
Wiener Polizeipräsidenten Karl von Brzesowsky genutzt.
Die innenpolitischen Unruhen in Österreich ab 1927 führten zu
einer Aufrüstung des Fuhrparks. 1928 besaß die Wiener Polizei 38
Kraftwagen und 26 Motorräder und die ersten gepanzerten Fahrzeuge
wurden angeschafft.
Im Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Polizeifahrzeuge zerstört,
daher begann ab den 1950er-Jahren der Wiederaufbau eines Fuhrparks.
1950 fand man vor allem den grünen VW-Käfer als Standard-Funkwagen
bei der Wiener Polizei, abgelöst wurde dieser Mitte 1970 vom weißen
VW Golf.
Mit der Wachkörperzusammenlegung wurde das gesamte
Fuhrparkmanagement des Innenministeriums ab 2008 vollständig und
bundesweit auf Leasing-Fahrzeuge umgestellt – ein Meilenstein in der
Geschichte der jungen Bundespolizei.