Wien (OTS) – Laut einer neuen Greenpeace-Analyse erreicht die
Hitzebelastung in 16
der 80 bevölkerungsreichsten Städte dieses Jahr die höchste Stufe.
Denn in zahlreichen Städten wurde die Gesamtzahl der Hitzetage aus
2025 bereits bis 1. August erreicht oder überschritten. Gleichzeitig
fehlt in vielen dieser Städte kühlendes Grün im Stadtzentrum.
Besonders besorgniserregend ist die Lage in Vorarlberg, wo inzwischen
vergleichsweise viele Städte wie Dornbirn, Feldkirch oder Bregenz
unter einer sehr hohen Hitzebelastung leiden. Genau dort ist der
Grünanteil teils besonders gering. Greenpeace fordert von den
Stadtregierungen die Unterzeichnung der NaturStadt-Garantie, um
verbindlich mehr Grün in die Städte zu bringen. Damit dies gelingt,
muss Umweltminister Norbert Totschnig jetzt eine
Renaturierungsmilliarde für städtische Begrünungsmaßnahmen
bereitstellen.
Melanie Ebner, Expertin für Boden- und Naturschutz bei Greenpeace
Österreich: “Die Hitzebelastung in Städten steigt immer weiter. Das
ist keine Ausnahme, sondern ein langfristiger Trend. Dieser Sommer
zeigt wieder sehr deutlich, wie dringend Städte in Österreich mehr
Grün brauchen. Der Großteil der österreichischen Städte ist aber
schlecht gegen Extremhitze gewappnet. Stadtgrün ist kein nettes
Extra, sondern eine Frage des Überlebens. Denn Baumschatten und kühle
Parks sichern die Bewohnbarkeit unserer Städte. Mehr Natur ist
unverzichtbar, um Extremwetter lokal abzufedern.”
Höchste Hitzebelastung in Vorarlberg und im Osten Österreichs
Unter innerstädtischer Hitzebelastung leiden vor allem Städte im
Osten Österreichs. Neben diesen leiden 2026 vor allem Vorarlberger
Gemeinden (Bludenz, Dornbirn, Rankweil, Lustenau) sowie Wolfsberg und
Lienz unter einer hohen Anzahl sogenannter Hitzetage, also Tage mit
Temperaturen über 30 Grad. Die Ausgangslage in den Zentren
unterscheidet sich jedoch drastisch: Während Lustenau und Rankweil
mit über 45 % Grünanteil vergleichsweise gut gegen die Hitze gerüstet
sind, trifft die extreme Hitze in Wolfsberg (17,5 Prozent Grün) und
Lienz (18,9 Prozent Grün) auf weitgehend versiegelte Stadtkerne.
Große Unterschiede im urbanen Raum
Wels, St. Veit, Völkermarkt und Innsbruck weisen eine hohe
Hitzebelastung (Stufe 4 von 5) auf. Auch Villach hatte 2026 bereits
33 Hitzetage und das bei nur 26,3 Prozent Grünanteil im Stadtzentrum.
Etwas entspannter ist die Lage in Orten wie Groß-Enzersdorf (30
Hitzetage) und Steyr (30 Hitzetage): Obwohl auch sie in diesem Jahr
bereits eine hohe Hitzebelastung hatten, puffert ein solider
Grünanteil von über 45 Prozent im Stadtkern die Sommerhitze zumindest
teilweise ab.
Greenpeace fordert von den Stadtregierungen eine Unterzeichnung der
NaturStadt-Garantie. Mit einer Unterschrift verpflichten sich die
Gemeinden zu verbindlichen Schritten, um den Grünanteil vor Ort zu
erhöhen. Krems hat als erste Stadt die NaturStadt-Garantie bereits
unterzeichnet und beweist, dass Veränderung möglich ist. Für ein
rasches Ergrünen österreichischer Städte muss Minister Totschnig
dringend eine zweckgebundene Renaturierungsmilliarde für die Städte
und Gemeinden bereitstellen.
Hier finden Sie die gesamte Analyse: act.gp/Analyse-Hitze-
Grünanteil2026
Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie hier:
act.gp/Hitzecheck-Städte2026
Unter Angabe der Credits stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
– Thema / Anlass: Neue Greenpeace-Analyse zeigt eine gestiegene
Hitzebelastung in Österreichs Städten bei gleichzeitig unzureichendem
Grünanteil.
– Ergebnis : In 16 der 80 bevölkerungsreichsten Städte erreicht die
Hitzebelastung 2026 bereits mit Ende Juli die höchste Stufe 5. Städte
in Vorarlberg und im Süden Österreichs sind besonders betroffen, bei
teils sehr geringem Grünanteil in den Stadtzentren.
– Hauptforderung : Stadtregierungen sollen NaturStadt-Garantie für
mehr Begrünung unterzeichnen. Umweltminister Totschnig muss eine
Renaturierungsmilliarde bereitstellen.
– Adressat:in : Österreichische Stadtregierungen und Umweltminister
Norbert Totschnig.
– Quelle / Material : Greenpeace Österreich / act.gp/Hitzecheck-
Städte2026