Wien (OTS) – „Wer über Bodenschutz spricht, muss auch auf den
tatsächlichen
Bodenverbrauch schauen. Und hier sind die Zahlen eindeutig: Wien ist
mit großem Abstand Sparmeisterin Österreichs. Als erstes Bundesland
hat Wien ein verbindliches Klimagesetz eingeführt, mit dem Ziel, bis
2040 klimaneutral zu sein. Dabei legen wir in Wien bereits seit
langem den Fokus auf klimafitte Stadtentwicklung, stetigen Öffi-
Ausbau und wenig Flächenverbrauch. Der Bodenverbrauch in Wien beträgt
ca. 120 m 2 pro Kopf, im Österreich-Schnitt sind es über 750 m 2 ,“
betont der Vorsitzende Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität
und Wiener Stadtwerke, Wiener Gemeinderat Omar Al-Rawi (SPÖ).
Während österreichweit täglich rund 6,5 Hektar Fläche in Anspruch
genommen werden, sind es in Wien lediglich rund 0,1 Hektar pro Tag.
Auch pro Kopf zeigt sich ein eindeutiges Bild: In Wien beträgt die
Flächeninanspruchnahme rund 120 Quadratmeter, österreichweit sind es
mehr als 750 Quadratmeter. Das zeigen die Daten des
Flächenmonitorings der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK).
„Ein Ranking kann unterschiedliche Regelungen miteinander
vergleichen. Entscheidend ist aber auch, was am Ende tatsächlich auf
dem Boden passiert. Das Flächenmonitoring beweist, dass Wien im
Bundesländervergleich den mit Abstand niedrigsten Flächenverbrauch
pro Person aufweist. Wien nimmt 60mal weniger Flächen in Anspruch als
die übrigen Bundesländer – und das bei größtem Bevölkerungswachstum.
Das sind die Fakten zum Bodenverbrauch und die muss man auch klar
benennen, wenn Berichte erstellt werden. Wer die Bodenpolitik der
Bundesländer bewertet, darf an diesem Ergebnis nicht vorbeigehen“, so
Al-Rawi.
Besonders entschieden weist Al-Rawi die Darstellung zurück, Wien
verfüge über keine ausreichend verbindlichen Instrumente: „Der Wien-
Plan ist keine unverbindliche Wunschliste und kein Hochglanzpapier
für die Schublade. Er wurde 2025 vom Wiener Gemeinderat beschlossen
und ist für den Magistrat sowie die Unternehmen und Unternehmungen
der Stadt verbindlich. Darüber hinaus bildet er eine wesentliche
Grundlage für Flächenwidmungs- und Bebauungspläne. Diese
Verbindlichkeit kleinzureden, wird der Realität der Wiener
Stadtplanung nicht gerecht.“
Gerade der Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zeigt, wie
bemerkenswert die Wiener Bilanz ist. In den vergangenen 15 Jahren ist
Wien um rund 300.000 Einwohner*innen und damit ungefähr um die Größe
von Graz gewachsen. Rund 40 Prozent des österreichweiten
Bevölkerungswachstums der vergangenen zwei Jahrzehnte wurden von Wien
aufgenommen.
Trotz stark wachsender Bevölkerung und zunehmendem Wohnbedarf hat
Wien einen Grünraumanteil von über 50% bezogen auf das ganze
Stadtgebiet (Basis: Flächen-Mehrzweckkarte). Der Erhalt dieses hohen
Grünanteils der Stadt wird mit dem Wien-Plan festgeschrieben. Das
Leitbild Grünräume des Wien-Plans ist hierbei die räumlich-
strategische Vorgabe für die Bewahrung und Entwicklung der Wiener
Grün- und Freiräume. Die darin enthaltenen Grünflächen sind auch als
Siedlungsgrenzen zu verstehen, durch die wertvolle Grünräume
geschützt und somit die Flächeninanspruchnahme hintangehalten wird.
„Wien schafft etwas, das andernorts oft als Gegensatz dargestellt
wird: eine stark wachsende Stadt zu sein und gleichzeitig äußerst
sparsam mit Grund und Boden umzugehen. Mehr Menschen brauchen
Wohnungen, Schulen, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Dass Wien
dennoch beim Flächenverbrauch österreichweit klar an der Spitze
liegt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer konsequenten
Stadtentwicklung“, betont Al-Rawi.
„Der WWF legt mit seinem Bericht wichtige Fragen zum Bodenschutz
auf den Tisch. Für eine faire Bewertung Wiens braucht es aber das
vollständige Bild: den mit Abstand geringsten Flächenverbrauch,
verbindliche Planungsinstrumente, klare Siedlungsgrenzen und mehr als
50 Prozent Grünraum in einer Stadt, die seit Jahren stark wächst. An
diesen Fakten führt kein Ranking vorbei“, so Al-Rawi abschließend. (
Schluss) sh