Sankt Pölten (OTS) – „Die Antwort des Bildungsministers auf eine
parlamentarische Anfrage
zeigt: Österreich gibt jährlich rund 26 Millionen Euro für den
Erstsprachenunterricht aus. Gleichzeitig erreicht rund ein Viertel
der 15-Jährigen nicht einmal die grundlegende Lesekompetenz. Das ist
eine völlig falsche Prioritätensetzung“, erklärt FPÖ Niederösterreich
Bildungssprecher LAbg. Helmut Fiedler.
Österreich gehöre bei den Bildungsausgaben pro Schüler zu den
Spitzenreitern der OECD. „Wir geben viel Geld aus, schaffen es aber
trotzdem nicht, allen Kindern die wichtigste Grundlage für ihren
Bildungsweg mitzugeben: Deutsch lesen, schreiben und verstehen zu
können“, so Fiedler weiter.
Der Erstsprachenunterricht stamme aus einer Zeit völlig anderer
Voraussetzungen. „Er war ursprünglich ein Zugeständnis an die
damaligen Gastarbeiterfamilien, um deren Kindern bei einer späteren
Rückkehr in ihr Herkunftsland die Reintegration zu erleichtern.
Dieses klassische Gastarbeitermodell gibt es heute nicht mehr. Damit
muss auch der Sinn eines staatlich finanzierten
Erstsprachenunterrichts neu bewertet werden“, erläutert Fiedler.
Die frei werdenden Millionen müssten stattdessen konsequent in
kleinere Deutschfördergruppen, zusätzliche Förderstunden und gezielte
Sprachprogramme fließen. Besonders problematisch sei, dass selbst in
Österreich geborene Kinder teilweise mit unzureichenden
Deutschkenntnissen in das Bildungssystem eintreten.
„Integration beginnt nicht erst am Schultor. Wer dauerhaft mit
seiner Familie in Österreich lebt, hat die Verantwortung, dafür zu
sorgen, dass seine Kinder rechtzeitig und ausreichend Deutsch lernen.
Deshalb muss Deutsch auch im familiären Alltag aktiv gefördert und
Eltern in die Pflicht genommen werden“, sagt Fiedler.
Die Pflege der Herkunftssprache im privaten Umfeld stehe jeder
Familie frei. „Die Schule aber hat die Aufgabe, Kinder über eine
gemeinsame Sprache zusammenzuführen. Und diese gemeinsame Sprache ist
Deutsch.“
Fiedler fordert daher eine klare Kurskorrektur: „Der staatlich
finanzierte Erstsprachenunterricht gehört aus dem Regelschulsystem
gestrichen. Die rund 26 Millionen Euro müssen in Deutschförderung und
kleinere Lerngruppen investiert werden. Unsere Kinder brauchen
Deutsch, keine sprachlichen Parallelwelten.“