Wien. (OTS) – Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) begrüßt das von der IG
Lebenszyklus
Bau initiierte 6-Punkte-Programm für klimafitte Gebäude. Gleichzeitig
fordert sie eine klare Förderregel: Wer öffentliches Geld für eine
Klimaanlage oder ein neues Heizsystem erhält, soll gleichzeitig auch
die Gebäudehülle verbessern. Denn wirksamer Schutz vor Hitze beginnt
bei der Gebäudehülle. ++++
Die Grundrichtung des von zahlreichen Verbänden unterstützten
Programms deckt sich mit einer langjährigen Forderung der GBH: Zuerst
muss dafür gesorgt werden, dass Hitze im Sommer möglichst draußen und
Wärme im Winter möglichst drinnen bleibt. Erst danach kommt die
Technik.
Klare Förderregel statt Nebeneinander
„Zuerst die Gebäudehülle – dann die Technik.“ Dieser Grundsatz
darf für die GBH nicht nur eine Absichtserklärung bleiben. Eine gut
gedämmte Gebäudehülle senkt den Energiebedarf für Heizen und Kühlen.
Damit werden auch Heiz- und Kühlsysteme effizienter und öffentliche
Fördergelder nachhaltiger eingesetzt. Die GBH fordert daher:
Förderungen für Heizungs- oder Klimaanlagen sollen an den Zustand der
Gebäudehülle gekoppelt werden. Entweder das Gebäude erfüllt bereits
einen entsprechenden Standard oder die Gebäudehülle wird gleichzeitig
verbessert. Eine Klimaanlage mit öffentlichem Geld zu fördern,
während die Hitze durch eine schlecht gedämmte Gebäudehülle weiterhin
nahezu ungehindert ins Gebäude gelangt, ist für die GBH der falsche
Weg. Derselbe Fehler wurde bereits beim Heizkesseltausch gemacht:
Neue Technik wurde gefördert, ohne gleichzeitig die Gebäudehülle
ausreichend mitzudenken.
Leistbares Wohnen im Fokus
Für die GBH ist entscheidend, dass Investitionen in die
thermische Sanierung dort ansetzen, wo die Belastung durch Hitze
besonders groß ist: bei Mehrparteienhäusern sowie leistbaren
Wohnungen. Nur so profitieren auch Menschen in Mietwohnungen von
besserem Schutz vor Hitze im Sommer und Kälte im Winter.
Förderungen besser abstimmen
Das 6-Punkte-Programm spricht sich auch für neue steuerliche
Anreize und Förderungen aus. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef
Muchitsch sieht das nicht als notwendige Voraussetzung – entscheidend
ist, bestehende Mittel besser zu bündeln und gezielt einzusetzen:
„Thermische Sanierungen schützen vor Hitze im Sommer und vor Kälte im
Winter. Gleichzeitig sichern sie Arbeitsplätze und stärken heimische
Betriebe. Deshalb begrüßen wir das Bündnis für klimafitte Gebäude.
Aber ein bloßer Vorrang für Sanierung reicht nicht. Wer eine
Klimaanlage fördert, muss die Gebäudehülle verpflichtend mitfördern.
Alles andere ist verschenktes Steuergeld.“
Die GBH fordert: „Förderungen müssen Klimaschutz, leistbares
Wohnen und Beschäftigung zusammendenken. Jeder zusätzliche
Sanierungsauftrag schafft Arbeit, stärkt heimische Betriebe und
verbessert gleichzeitig den Schutz vor Hitze in unseren Wohnungen.“
Über die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH)? Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (
GBH) ist die österreichische Gewerkschaft für rund 240.000
Beschäftigte in der Bau-, Holz- und Steinbranche. Sie verhandelt
Kollektivverträge, setzt sich für faire Löhne, sichere
Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit ein und kämpft für faire
öffentliche Vergaben sowie konsequent gegen Lohn- und Sozialdumping.
Ziel ist der Schutz der Beschäftigten und fairer Wettbewerb für jene
Betriebe, die sich an die Regeln halten. Bundesvorsitzender der GBH
ist Josef Muchitsch. Weitere Informationen auf gbh.at.