Wien (OTS) – „Die Zahlen der Arbeiterkammer sind eindeutig: Die
Chancen eines
Kindes dürfen nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen. Wenn ein
Drittel aller Schülerinnen und Schüler Nachhilfe brauchen, dann heißt
das im Umkehrschluss, dass für viele Familien der Bildungserfolg
ihrer Kinder eine Frage des Einkommens ist. Das ist ungerecht und
darf in einem Land wie Österreich nicht sein“, sagt Sigi Maurer,
stellvertretende Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen, zum
heute präsentierten Nachhilfebarometer 2026 der Arbeiterkammer.
Besonders alarmierend sei laut Maurer, dass bereits 23 Prozent
der Volksschulkinder Nachhilfe brauchen. „Der Förderbedarf beginnt
nicht erst in der Mittelschule oder im Gymnasium, sondern schon am
Anfang der Schullaufbahn. Genau deshalb ist unsere zentrale Forderung
der rasche und flächendeckende Ausbau der Ganztagsschule mit
verschränkter Lern- und Freizeit. Dort, wo Kinder in der Schule Zeit
zum Üben, Wiederholen und Nachfragen bekommen, sinkt der Druck auf
teure private Nachhilfe – und zwar für alle Kinder, nicht nur für
jene, deren Eltern es sich leisten können.“
Maurer stellt klar, worum es im Kern geht: „Der Anspruch an unser
Bildungssystem muss sein, dass die Schule selbst in der Lage ist, den
Kindern den Stoff zu vermitteln – und nicht, dass Eltern nachmittags
oder am Wochenende draufzahlen müssen, damit ihre Kinder mitkommen.
Wenn ein Drittel der Schülerinnen und Schüler zusätzlich Nachhilfe
braucht, zeigt das, dass genau dieser Anspruch aktuell nicht
eingelöst wird.“
Die Grüne Bildungssprecherin sieht dabei den Bildungsminister in
der Pflicht: „Die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen leisten
jeden Tag großartige Arbeit, aber angesichts der ganzen
Zusatzaufgaben bleibt für individuelle Förderung und Übungszeit im
Unterricht oft schlicht keine Zeit mehr. Bildungsminister Wiederkehr
ist gefordert, sicherzustellen, dass unsere Schulen den
Unterrichtsstoff so vermitteln können, dass Schülerinnen und Schüler
ohne teure Nachhilfe mitkommen“, so Maurer abschließend.