Zwangsweise Abschiebungen aus Österreich weiter gesteigert

Wien (OTS) – Innenminister Gerhard Karner präsentierte am 18. August
2026 in der
Rossauer Kaserne die aktuelle Bilanz zu den Asylzahlen und
Rückführungen aus Österreich. Von Jänner bis Juli 2026 wurden 8.856
Personen aus Österreich abgeschoben. Im Vergleichszeitraum des
Vorjahres waren es 8.234 Personen. Damit stieg die Zahl der
Abschiebungen um knapp 622 Personen beziehungsweise rund acht
Prozent.

„Die illegale Migration wurde massiv zurückgedrängt und
gleichzeitig die Zahl der Abschiebungen weiter gesteigert. Damit
wurde nun erstmals seit über 20 Jahren eine Minuszuwanderung
erreicht“, sagte Innenminister Gerhard Karner.

Anstieg bei zwangsweisen Rückführungen

Von den 8.856 Rückführungen von Jänner bis Juli 2026 erfolgten
4.615 zwangsweise. Das entspricht einem Anteil von 52 Prozent.
Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 bedeutet dies eine Steigerung
der zwangsweisen Außerlandesbringungen um rund 20 Prozent.

„In den ersten sieben Monaten 2026 konnte eine sehr gute
Entwicklung bei den Außerlandesbringungen festgestellt werden. Das
Wesentliche ist der Umstand, dass wir dadurch auch die
Sekundärmigration in den Griff bekommen“, sagte BFA-Direktor Gernot
Maier.

Die Rückführungen sind Teil eines Maßnahmenpakets der
Bundesregierung zur Bekämpfung illegaler Migration. Neben
behördlichen Maßnahmen setzt Österreich dabei auf einen verstärkten
Grenzraumschutz sowie auf internationale Zusammenarbeit bei der
Bekämpfung der Schlepperkriminalität.

„Wir stehen bei einem faireren und effizienteren System aufgrund
des neuen EU-Asylpaktes – der Pakt wirkt. Umfassende Maßnahmen sind
bei der Rückkehr national und international in Anwendung oder
Planung. Es geht immer um drei Stoßrichtungen: die Förderung der
freiwilligen Ausreise, einen konsequenten und fremdenrechtlichen
Vollzug bei Abschiebungen und die Zusammenarbeit mit den relevanten
Herkunftsstaaten im Rahmen eines gesamtstaatlichen Ansatzes“, sagte
Gruppenleiterin Elisabeth Wenger-Donig.

Grenzraumschutz weiterentwickelt

Die bisherigen Grenzpunktkontrollen wurden zu einem umfassenderen
Grenzraumschutz weiterentwickelt. Dabei werden stationäre Kontrollen
an der Grenze mit mobilen Kontrollen kombiniert. Dadurch werden der
Kontrollgürtel ausgeweitet und die polizeilichen Maßnahmen für
Schlepper schwerer vorhersehbar.

Während im Herbst 2022 in einzelnen Wochen rund 3.700 Personen
nach illegaler Einreise an der burgenländischen Grenze aufgegriffen
wurden, wurden in den vergangenen sechs Tagen keine Personen nach
einem illegalen Grenzübertritt aufgegriffen.

Operation Fox zur Schlepperbekämpfung auf ungarischem Gebiet

Auch international beteiligt sich Österreich an Maßnahmen zum
Schutz der EU-Außengrenzen und an der Bekämpfung der
Schlepperkriminalität. Mit der Operation Fox werden Maßnahmen zur
Schlepperbekämpfung auf ungarischem Staatsgebiet unterstützt. Darüber
hinaus leistet Österreich unter anderem durch die Unterstützung von
Staaten des Westbalkans sowie beim Schutz der bulgarisch-türkischen
Außengrenze einen Beitrag zum Schutz der europäischen Außengrenzen.

„Den ersten Schutzwall bildet die EU-Außengrenze mit rund 60
österreichischen Exekutivbediensteten bei FRONTEX. Den zweiten
Schutzwall bilden die bi- und trilateralen Einsätze an der
Balkanroute. Die Operation Fox ist hierbei ein wesentlicher
Bestandteil, der verhindert, dass Österreich von Schleppern erreicht
wird. Den dritten Schutzwall bildet der flexible Grenzschutz der
fremden- und grenzpolizeilichen Einheit PUMA“, sagte
Bundespolizeidirektor Michael Takàcs.

Deutlicher Rückgang bei Familiennachzug

Nach dem Aussetzen des Familiennachzugs ist die Zahl der
Einreisen über den Familiennachzug deutlich zurückgegangen. Von
Jänner bis Juli 2025 wurden noch 853 Einreisen über den
Familiennachzug verzeichnet. Im selben Zeitraum 2026 waren es 60
Einreisen, die als absolute Härtefälle eingestuft wurden.

Auf europäischer Ebene arbeitet Österreich gemeinsam mit
Dänemark, Deutschland, Griechenland und den Niederlanden an der
Umsetzung des europäischen Asylpakts und der Rückkehrverordnung. Im
Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Umsetzung von
Asylverfahren und die Einrichtung von Rückkehrzentren in Staaten
außerhalb Europas. Nach einem Arbeitsgespräch mit dem dänischen
Migrationsminister am 16. August 2026 ist ein weiteres Treffen der
sogenannten Gruppe der Umsetzer für 4. September 2026 in Kopenhagen
geplant.

Rückkehraktion für syrische Staatsangehörige

Österreich hat wenige Tage nach dem Sturz des Assad-Regimes im
Dezember 2024 ein geordnetes Abschiebe- und Rückkehrprogramm für
syrische Staatsangehörige gestartet. In den vergangenen eineinhalb
Jahren haben rund 2.000 Syrerinnen und Syrer Österreich verlassen.

Seit Juli 2026 läuft zudem eine zeitlich begrenzte Rückkehraktion
für bestimmte Gruppen syrischer Staatsangehöriger. Personen in einem
laufenden Asylverfahren sowie syrische Staatsangehörige mit
subsidiärem Schutz, die Leistungen aus der Grundversorgung beziehen,
erhalten bei freiwilliger Rückkehr im Zeitraum Juli bis September
2026 eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 3.000 Euro pro
Person.

Für andere syrische Staatsangehörige, die freiwillig nach Syrien
zurückkehren, wurde die finanzielle Starthilfe von 1.000 auf 1.500
Euro angehoben. Seit Beginn der Rückkehraktion Anfang Juli 2026 sind
bis Mitte August bereits rund 240 Personen freiwillig nach Syrien
zurückgekehrt.

Grenzraumschutz und Rückführungen weiter im Fokus

„Der Grenzraumschutz – ein Zusammenspiel zwischen stationären
Kontrollen an der Grenze und beweglichen Kontrollen im Hinterland –
wird konsequent und der Lage angepasst weiterentwickelt“, sagte
Bundespolizeidirektor Michael Takàcs.

Die Rückkehraktion für Syrien läuft bis Ende September 2026 und
soll anschließend evaluiert werden. Auf europäischer Ebene wird die
Zusammenarbeit zur Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in
Staaten außerhalb Europas fortgesetzt. Beim Treffen am 4. September
in Kopenhagen sollen die weiteren Schritte beraten werden.

Innenminister Gerhard Karner: „Diese Maßnahmen werden dazu
beitragen, dass wir in Österreich wieder Herr im eigenen Haus werden
und die Minuszuwanderung nachhaltig absichern. Denn wir müssen
entscheiden, wer kommt und wer Österreich auch wieder verlassen
muss.“

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