76. NÖ Almwandertag: Gelebte Berglandwirtschaft im Mittelpunkt

St. Pölten (OTS) – Am 15. August wurde die Kapleralm in der Gemeinde
Reinsberg, Bezirk
Scheibbs, zum Treffpunkt des 76. NÖ Almwandertags. Zahlreiche
Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die
niederösterreichische Almlandschaft hautnah zu erleben und sich über
ihre Bedeutung für Landwirtschaft, Natur und Tourismus zu
informieren. Unter den Ehrengästen waren Verteidigungsministerin
Klaudia Tanner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf,
Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager sowie
der Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereins Josef Mayerhofer.

Die Kapleralm bot den passenden Rahmen, um die Leistungen der Alm
– und Weidewirtschaft sichtbar zu machen. Für Landwirtschaftskammer
NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager und Obmann Josef Mayerhofer
steht fest: „Unsere Almen und Weiden sind nicht nur wertvolle
Produktionsstandorte für hochwertige Lebensmittel – sie prägen unsere
Kulturlandschaft, sind ein Wirtschaftsfaktor und ein beliebter Ort
zur Erholung. Damit das so bleibt, braucht es Respekt im Umgang mit
Tier, Natur und den Menschen, die diese Räume bewirtschaften.“

Vielfältige Leistungen – von der Landwirtschaft bis zum Tourismus

Mit rund 120 Rindern auf den Weiden und zahlreichen weiteren
Tieren auf insgesamt 108 Almen und Gemeinschaftsweiden in
Niederösterreich ist die Berglandwirtschaft in Form von Alm- und
Weidewirtschaft ein wichtiger Bestandteil der flächendeckenden
Landwirtschaft. Sie verbindet traditionelle Bewirtschaftungsweisen
mit modernen Anforderungen, erhält wertvolle Lebensräume und sichert
zugleich regionale Wertschöpfung. Gepflegte Almen leisten darüber
hinaus einen wichtigen Beitrag für Erholung, Tourismus und die
Attraktivität des ländlichen Raums.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erklärte: „Die heimischen
Almen und Weiden stehen für Zusammenhalt und Verantwortung. Sie
werden von bäuerlichen Familien mit großem Einsatz bewirtschaftet und
leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung mit regionalen
Lebensmitteln, zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft und
zur Attraktivität des ländlichen Raums. Sie prägen nicht nur
maßgeblich das Bild unserer schönen Heimat, sondern bewahren auch ein
Stück österreichischer Identität und Tradition. Diese Leistung
verdient Wertschätzung und Respekt. Wer auf den Almen unterwegs ist,
sollte deshalb Rücksicht auf Mensch, Tier und Natur nehmen.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte: „Unsere Almen sind
ein wertvoller Teil unserer Heimat. Sie sind Leben- und
Erholungsraum, aber primär Arbeitsplatz und die Existenz bäuerlicher
Familienbetriebe. Ihr Erhalt hängt unmittelbar mit der täglichen
Bewirtschaftung zusammen. Wer hier arbeitet, weiß, dass diese
Bewirtschaftung harte Arbeit bedeutet. Bei jedem Wetter und mit
großer Verantwortung für Tiere und Natur. Gerade in außergewöhnlichen
Zeiten verdient diese Arbeit Anerkennung, faire Preise und
verlässliche Rahmenbedingungen, die den Bäuerinnen und Bauern die
Arbeit erleichtern. Dazu zählt auch ein konsequenter Umgang mit dem
Wolf, um Menschen und Weidetiere zu schützen, aber auch mehr Respekt
vor dem Eigentum anderer und mehr Verantwortung vor dem hohen Wert,
den unsere Natur bietet.“

Hinter jeder Alm stehen Menschen, die sie bewirtschaften

„Unsere Almen sind keine Naturkulisse, die sich selbst erhält.
Hinter jeder gepflegten Alm stehen Bäuerinnen und Bauern, die mit
viel Wissen, Erfahrung und großem Einsatz wirtschaften. Sie sind
Arbeitsplätze, Produktionsstandorte und Lebensgrundlage bäuerlicher
Familien. Wer unsere Almen erhalten will, muss auch die Menschen
stärken, die sie bewirtschaften“, so Kammerpräsident
Schmuckenschlager.

Trockenheit fordert Halterinnen und Halter

Der heurige Sommer stellt die Almwirtschaft einmal mehr vor große
Herausforderungen. Vor allem die anhaltende Trockenheit verlangt den
Betrieben viel Organisation und Flexibilität ab, um die Versorgung
der Tiere sicherzustellen. Obmann Mayerhofer betonte abschließend:
„Der heurige Sommer stellt unsere Almbäuerinnen und Almbauern sowie
die Halterinnen und Halter vor große Herausforderungen. Die
anhaltende Trockenheit erfordert viel Fingerspitzengefühl und
zusätzlichen Zeitaufwand. Tiere müssen so gelenkt werden, dass die
vorhandenen Futterflächen bestmöglich genutzt werden können.
Gleichzeitig organisieren viele Betriebe Wassertransporte auf die
Almen. Diese Anstrengungen verdienen unseren Respekt und höchste
Anerkennung.“