Stögmüller: Bundesheer attraktiver machen – aber sicher nicht auf Kosten des Zivildienstes

Wien (OTS) – „Das Bundesheer attraktiver zu machen, indem man
gleichzeitig den
Zivildienst unattraktiver macht, kann nicht die Antwort auf die
Personalprobleme des Heeres sein. Wir Grünen werden jedenfalls nicht
die Hand dafür heben, dass Zivildiener am Ende länger dienen müssen
und dafür finanziell schlechtergestellt werden“, reagiert der
Wehrsprecher der Grünen, David Stögmüller, auf die Aussagen von
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

„Ich möchte Ministerin Tanner daran erinnern, worüber die
Österreicherinnen und Österreicher 2013 abgestimmt haben: Sie haben
sich mit einer klaren Mehrheit für die Beibehaltung von Wehrpflicht
und Zivildienst entschieden. Der Zivildienst ist keine lästige
Konkurrenz zum Bundesheer. Zivildiener halten Rettungsdienste, Pflege
– und Sozialeinrichtungen und viele andere Bereiche unseres Landes
mit am Laufen. Sie leisten schon heute einen enormen Beitrag zur
gesamtstaatlichen Resilienz und damit auch zur zivilen
Landesverteidigung. Diese Leistung verdient Wertschätzung – und zwar
nicht nur in Sonntagsreden“, sagt Stögmüller.

„Natürlich müssen wir das Bundesheer attraktiver machen. Eine
bessere Bezahlung der Grundwehrdiener ist richtig und längst
überfällig. Aber junge Männer zum Bundesheer zu bringen, indem man
den Zivildienst einfach länger und finanziell unattraktiver macht,
ist der falsche Weg. Wer elf Monate Zivildienst verlangt, kann nicht
gleichzeitig sagen, eine bessere Entlohnung sei nicht vorstellbar. Zu
einer echten Reform sind wir gesprächsbereit. Wenn aber nicht einmal
der Grundkonsens gilt, dass der Zivildienst durch diese Reform nicht
zum Verlierer werden darf, dann wird eine Einigung mit uns sehr
schwierig“, hält Stögmüller fest.