Sport: Zwei Drittel erlebten psychische Gewalt, ein Drittel körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe

Wien (OTS) – Gewalt im Sport ist weit verbreitet: 61 Prozent der
jungen
Erwachsenen in Österreich berichten im organisierten Sport von
psychischer Gewalt. Rund ein Drittel der Befragten berichtete von
körperlicher Gewalt, Vernachlässigung beziehungsweise sexualisierter
Gewalt ohne Körperkontakt. 16 Prozent der Befragten hatten
sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt erlebt. „Gewalt im Sport ist
kein Randphänomen und kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die
Übergriffe gehen dabei nicht nur von Trainer:innen oder
Betreuer:innen, sondern auch von gleichaltrigen oder älteren Mit-
Sportler:innen aus“, erläutert Sport-Staatssekretärin Michaela
Schmidt. Das belegen die jüngsten verfügbaren Daten der europäischen
CASES-Studie, für die in Österreich 1.472 junge Erwachsene zwischen
18 und 30 Jahren befragt wurden.

Besonders hoch ist das Risiko im Leistungssport. Während 68
Prozent der Befragten aus dem Freizeitsport von Erfahrungen mit
zwischenmenschlicher Gewalt berichteten, waren es bei Personen, die
an internationalen Wettkämpfen teilgenommen hatten, 86 Prozent.
Besonders gefährdet sind zudem Kinder und Jugendliche mit
Behinderungen: Bei ihnen wurde deutlich häufiger sexualisierte Gewalt
mit Körperkontakt festgestellt. Internationale Untersuchungen zeigen
außerdem, dass Mädchen mit Behinderung etwa doppelt so häufig von
sexualisierter Gewalt betroffen sind wie Mädchen ohne Behinderung.

Arbeiten am Safe Sport Kodex laufen

Seit Juni wird gemeinsam mit Sport Austria als
Interessenvertretung des organisierten Sports sowie der
Expert:innenorganisation 100% Sport an einem österreichischen Safe
Sport Kodex gearbeitet. Der Kodex soll noch heuer vorliegen und
gemeinsame Standards für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung
und Schutzmaßnahmen im österreichischen Sport definieren.

Die Stärkung von Integrität und Schutzstrukturen im Sport zählt
zu den zentralen Anliegen des Sportministeriums. Alle Menschen, die
Sport treiben, sollen dies in einem sicheren Umfeld tun können.

Sport-Staatssekretärin Schmidt: „Ich will, dass mehr Menschen in
Österreich sportlich aktiv sind. Dafür müssen sie aber auch sicher
und geschützt sein. Integrität im Sport ist kein Nebenthema, sondern
eine Grundvoraussetzung. Daher habe ich das Thema seit meinem
Amtsantritt zur Priorität gemacht. Mit dem neuen österreichischen
Safe Sport Kodex wollen wir gemeinsame Standards für Prävention,
Meldestrukturen, Aufarbeitung und Schutzmaßnahmen schaffen. Wer Sport
treibt, muss darauf vertrauen können, respektvoll behandelt und
wirksam geschützt zu werden.“

Der Safe Sport Kodex soll noch heuer vorliegen und künftig als
gemeinsame Grundlage für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung
und Schutz im österreichischen Sport dienen.