Wien (OTS) – Wiener Wohnen treibt die Modernisierung des Gemeindebaus
weiter
voran: Mit einem Investitionsvolumen von 1,37 Milliarden Euro werden
aktuell rund 100 Wohnhausanlagen umfassend erneuert. Ein
Baustellenüberblick.
Wiener Wohnen setzt die Sanierung der Wohnhausanlagen konsequent
fort und macht den Gemeindebau fit für die Zukunft. Gerade in
wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sorgen diese Investitionen
neben einem höheren Wohnkomfort vor allem für spürbare Entlastungen
für zehntausende Wiener*innen, die im Gemeindebau ihr Zuhause haben.
Die Wohnhausanlagen werden regelmäßig begutachtet und auf Basis
eines klar definierten Kriterienkatalogs bewertet. Dazu zählen
insbesondere der bauliche Zustand, Sicherheitsaspekte, der aktuelle
Stand der Technik sowie Energieeffizienz und Klimaschutz. Auf
Grundlage dieser fachlichen Bewertungen und Sachverständigengutachten
wird entschieden, ob und in welchem Umfang Sanierungsmaßnahmen
umgesetzt werden. Auch wirtschaftliche Überlegungen und eine
möglichst geringe Belastung für die Mieter*innen werden dabei
berücksichtigt.
Durch thermische Sanierungen, moderne Haustechnik und
barrierefreie Zugänge werden die Energiekosten gesenkt, die
Sicherheit erhöht und die Lebensqualität der Bewohner*innen
nachhaltig verbessert.
„Die 220.000 Gemeindewohnungen in Wien wurden von mehreren
Generationen, beginnend vor über 100 Jahren, aufgebaut. Diesen
Kernbestand des sozialen Wohnbaus weiterzuentwickeln und zukunftsfit
zu gestalten, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Deshalb investieren wir
kräftig in die Sanierung und Modernisierung der Wohnhausanlagen. Mit
einem milliardenschweren Sanierungsprogramm stellen wir sicher, dass
leistbare Mieten, hohe Wohnqualität und wirksame Maßnahmen für
Energieeffizienz Hand in Hand gehen“, betont Wohnbaustadträtin Elke
Hanel-Torsch.
„Mit unseren Sanierungen sichern wir die Bausubstanz der
Gemeindebauten langfristig und schaffen gleichzeitig spürbare
Verbesserungen für die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag.
Besonders die thermischen Sanierungen tragen dazu bei, den
Energieverbrauch und damit die Heizkosten nachhaltig zu senken“,
erklärt Wiener Wohnen-Interims-Direktorin Katharina Klement.
„Gleichzeitig sorgen gedämmte Fassaden, moderne Fenster und eine
hochwertige Gebäudehülle dafür, dass die Wohnungen auch im Sommer
deutlich kühler bleiben. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden
bedeutet das mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden und eine
nachhaltige Entlastung für die Mieterinnen und Mieter.“
Mehr als 23.000 Wiener*innen profitieren von Sanierungen
Aktuell werden rund 100 Gemeindebauten in verschiedenen Bezirken
Wiens umfassend modernisiert. Insgesamt betrifft das knapp 16.000
Wohnungen, in denen rund 40.000 Menschen leben. Wiener Wohnen
investiert hier 1,37 Milliarden Euro. Die thermische
Fassadensanierung dieser Gebäude entspricht dabei einer Fläche von
rund 18,5 Fußballfeldern (rd. 13 ha). Parallel dazu zeigen bereits
abgeschlossene Projekte, welche Wirkung diese Sanierungen entfalten:
Seit 2020 wurden 91 Sanierungen abgeschlossen, die 10.453 Wohnungen
umfassen und die Wohnqualität von mehr als 26.000 Gemeindebau-
Bewohner*innen spürbar gesteigert haben.
Intensive Gebäudechecks für maßgeschneiderte Sanierungsplanung
Lange bevor die sichtbaren Bauarbeiten starten, passieren viele
Vorarbeiten: Die Gebäude werden auf Herz und Nieren geprüft, um das
notwendige Sanierungspaket für jedes Gebäude schnüren zu können (
abhängig von Alter, Gebäudetyp, Bauweise etc.), sowie möglichst
effiziente und wirtschaftliche Sanierungsabläufe zu organisieren.
Aufgrund der Sanierungsfortschritte in den letzten Jahren steht
dieser Intensivcheck mittlerweile vermehrt Gemeindebauten aus den
60er- bis 80er-Jahren für eine optimale Sanierungsplanung bevor.
Jüngst abgeschlossene Sanierungsprojekte (Auszug)
Die in den vergangenen Monaten fertiggestellten
Sanierungsprojekte untermauern, wie konsequent die Stadt Wien den
Gemeindebau weiterentwickelt:
10. Bezirk – Favoriten
Angeligasse 78–80
Zu den Schwerpunkten der umfassenden Sanierung des zwischen 1929
und 1930 errichteten Wohnbaus mit fünf Stiegen und 92 Wohnungen zählt
die Wärmedämmung von Fassaden, Loggien, Terrassen und Dach. Ebenso
der Einbau von Wärmeschutzfenstern und Wärmeschutztüren. Weitere
Maßnahmen umfassen den Einbau von Brandschutztüren, die
Dacherneuerung inklusive Schneefang und Blitzschutz, die Errichtung
von Kinderwagen- und Fahrradabstellräumen sowie die Herstellung von
Vordächern bei den Stiegenhauseingängen. Auch barrierefreie
Hauseingänge wurden umgesetzt.
Heizwärmebedarf (HWB) vor Sanierung: 95,9 kWh/m 2 a
HWB nach Sanierung: 35,20 kWh/m 2 a (64 % Ersparnis)
14. Bezirk – Penzing
Wolfersberggasse 13–17
Hoch oben in Penzing wurden die zwischen Wolfersberg- und
Anzbachgasse gelegenen sechs Gebäude aus dem Jahr 1956 mit insgesamt
81 Wohnungen umfassend saniert. Innerhalb von drei Jahren konnte der
Heizwärmebedarf deutlich von 150,24 auf 38,63 kWh/m²a (rd. 75%
Ersparnis) gesenkt werden. Neue Fenster, gedämmte Fassaden und ein
erneuertes Dach tragen ebenso dazu bei wie der Einbau von
Brandschutztüren und einer Brandrauchentlüftung mit Rauchwarnmeldern.
Für mehrere Stiegen wurde erstmals ein barrierefreier Zugang
geschaffen, zusätzlich wurde ein neuer Fahrradabstellraum errichtet.
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt der baulichen Identität:
Ein historisches Fassadenmosaik wurde sorgfältig abgenommen und nach
Abschluss der Arbeiten wieder angebracht.
HWB vor Sanierung: 150,24 kWh/m 2 a
HWB nach Sanierung: 38,63 kWh/m 2 a (75 % Ersparnis)
15. Bezirk – Rudolfsheim-Fünfhaus
Alliogasse 21
Seit Frühjahr 2026 sind die umfassenden Sanierungsarbeiten in der
Alliogasse 21 abgeschlossen. Zwei Jahre lang wurde in der
Wohnhausanlage gearbeitet. Die Fassade ist nun vollständig gedämmt,
die Fenster sämtlicher Wohnungen sowie der Stiegenhäuser und des
Kellers wurden durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt. Markante
Balkone mit dunkelroten Brüstungsplatten setzen gestalterische
Akzente. Darüber hinaus wurden die Steigleitungen erneuert,
Brandschutztüren eingebaut und die Stiegenhäuser neu gestaltet. Helle
Wände, klare Handläufe und gut sichtbare Fluchtwegkennzeichnungen
erhöhen die Sicherheit und Orientierung. Im Hof wurde zudem ein
überdachter Müllbereich geschaffen.
HWB vor Sanierung: 121 kWh/m 2 a
HWB nach Sanierung: 28,26 kWh/m 2 a (77 % Ersparnis)
16. Bezirk – Ottakring
Hasnerstraße 26 (Hoffe
Die Wohnhausanlage am Hofferplatz mit 52 Wohnungen und drei
Stiegenhäusern wurde umfassend saniert. Die Gebäudehülle wurde
thermisch verbessert, unter anderem durch eine 18 Zentimeter starke
Fassadendämmung sowie die Dämmung von Keller- und oberster
Geschoßdecke. Die bestehenden Kastenfenster wurden durch moderne Holz
-Alu-Fenster ersetzt. Neue Eingangstüren mit Glasvordächern werten
die Zugänge auf, während im Hof überdachte Bereiche für Fahrräder und
Müll geschaffen wurden. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine neue
Druckbelüftungsanlage in allen Stiegenhäusern, ergänzt durch
Wohnungseingangstüren nach aktuellem Brandschutzstandard. Das
historische Sgraffito-Wandbild „Baum und Vögel“ aus dem Jahr 1956
blieb erhalten.
HWB vor Sanierung: 124,5 kWh/m 2 a
HWB nach Sanierung: 26,4 kWh/m 2 a (79 % Ersparnis)
23. Bezirk – Liesing
Erlaaer Straße 131–133
Die zwischen 1963 und 1965 errichtete Wohnanlage mit 127
Wohnungen auf 15 Stiegen wurde umfassend thermisch saniert. Im
Zentrum standen die vollständige Fassadendämmung sowie der Einbau von
Wärmeschutzfenstern. Ergänzend wurden französische Fenster neu
hergestellt und ein außenliegender Sonnenschutz installiert.
Putzsanierungen und Malerarbeiten tragen zur optischen Aufwertung
bei. Auch die Dachdeckung wurde erneuert und der Dachstuhl verstärkt.
Darüber hinaus wurden die Wasser- und Gasleitungen saniert.
HWB vor Sanierung: 136,72 kWh/m 2 a
HWB nach Sanierung: 28,46 kWh/m 2 a (80 % Ersparnis)
Bildmaterial zu den sanierten Wohnhausanlagen finden Sie auf
wienerwohnen.at: Gemeindebau Sanierungen