Wien (OTS) – Die Klimakrise setzt Wildtieren weltweit immer stärker
zu – selbst
den größten Landsäugetieren der Erde: den Elefanten. Sie leiden
zunehmend unter veränderten Bedingungen ihres Lebensraums,
Extremwetter und mangelndem Angebot an Wasser und Nahrung. Darauf
macht der WWF Österreich anlässlich des Welt-Elefanten-Tages am 12.
August aufmerksam. „ Sowohl in Afrika als auch in Asien stellen
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge Elefanten vor große
Herausforderungen. Gepaart mit der Wilderei und dem Druck durch die
menschliche Naturzerstörung ist das ein äußerst gefährlicher Cocktail
für die ohnehin stark bedrohten Dickhäuter “, sagt WWF-
Artenschutzexperte Georg Scattolin.
Der WWF fordert daher dringend bessere Schutzmaßnahmen, um die
Mehrfachbelastungen für die Elefanten zu reduzieren. Dazu gehört vor
allem der entschlossene Kampf gegen die Wilderei und den illegalen
Handel mit Elfenbein. Außerdem muss die Zerstörung und Zerschneidung
ihres Lebensraums gestoppt und Schutzgebiete durch sog. “grüne
Korridore” verbunden werden. “Elefanten brauchen sichere
Wanderrouten, auf denen sie ungehindert zu ihren saisonalen
Wasserlöchern und Futterplätzen gelangen – vor allem in Zeiten der
Klimakrise”, sagt Scattolin.
Waldelefanten als Opfer und Hoffnungsträger
Besonders gefährdet sind die afrikanischen Waldelefanten, kleinere
Verwandte der afrikanischen Savannenelefanten – denn ihr Lebensraum,
der Regenwald, verändert sich besonders rasant: „Afrikas Tropenwälder
werden nicht nur kleiner, die Bäume tragen auch weniger Früchte, die
die Dickhäuter als energie- und nährstoffreiche Nahrung benötigen”,
sagt Scattolin. Durch die schlechtere Nährstoffzufuhr verschlechtert
sich auch die körperliche Verfassung der Waldelefanten, was sie
anfälliger für Krankheiten macht. Außerdem sorgt die geringere
Verfügbarkeit von Früchten dafür, dass Elefanten immer öfter auf
Nahrungssuche in Siedlungsgebiete eindringen – so kommt es häufiger
zu gefährlichen Konflikten mit Menschen.
Elefantenschutz ist Klimaschutz
Dabei sind es gerade die Waldelefanten, die als sogenannte “Gärtner
des Regenwaldes” das Klima stabilisieren. „Waldelefanten dünnen das
Unterholz aus, verschonen aber langsam wachsende Bäume mit höherer
Holzdichte. So können diese Baumarten besser und größer wachsen – und
damit größere Mengen an CO2 speichern”, sagt Scattolin. Ursprünglich
gab es bis zu zwei Millionen Afrikanischen Waldelefanten. Ihr
dramatischer Rückgang ist nicht nur aus Artenschutzsicht eine
dramatische Entwicklung. Biologen schätzen, dass ohne Waldelefanten
etwa sieben Prozent Pflanzenmasse dauerhaft verloren ginge. Damit
könnten etwa drei Milliarden Tonnen Kohlenstoff weniger gespeichert
werden. „Wer Elefanten schützt, schützt nicht nur den Wald als
Lebensraum für viele andere Tiere, sondern auch das Klima”, sagt
Scattolin vom WWF Österreich.
Die Umkehrrechnung des Waldelefantenrückgangs macht Hoffnung:
Wenn die Populationen der Afrikanischen Waldelefanten zu ihrer
früheren Größe zurückkehren und sie ihr Verbreitungsgebiet
wiedererlangen würden, könnten mehr als 6.000 Tonnen Kohlendioxid pro
Quadratkilometer gespeichert werden. Das ist die gleiche Menge
Kohlendioxid, die von mehr als einer Viertelmillion Bäumen gebunden
wird.
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