Wien (OTS) – Die anhaltende Trockenheit stellt die österreichische
Landwirtschaft
vor große Herausforderungen. Sollte sich die Wetterlage nicht
nachhaltig entspannen, könnte 2026 das trockenste Jahr seit Beginn
der Aufzeichnungen werden. Erste Schätzungen gehen bei der
Getreideernte von Ertragseinbußen von durchschnittlich rund 20
Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Besonders dramatisch ist die Lage
im Grünland: Auf zahlreichen Futterflächen drohen Ausfälle von bis zu
50 Prozent. Auch bei Mais, Erdäpfel, Soja, Zuckerrüben und Kürbis
zeichnen sich massive Ernteeinbußen ab. Bereits jetzt kommt es in
einzelnen Regionen zu vorgezogenen Almabtrieben, Futter- und
Wassermangel sowie ersten Notverkäufen und Schlachtungen von Rindern.
Das bewährte österreichische System der landwirtschaftlichen
Risikoversicherung bildet die erste Säule der Unterstützung.
Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung im Austausch mit den
Bundesländern an einem zusätzlichen Maßnahmenpaket für die
betroffenen Betriebe. Die interministerielle Arbeitsgruppe im
Bundeskanzleramt unterstreicht die ernste Lage für die
Landwirtschaft. Eine erste bezifferte Schadensbilanz wird die
Österreichischen Hagelversicherung in der kommenden Woche vorlegen,
was die Grundlage für die weitere Unterstützung sein wird.
„Die anhaltende extreme Trockenheit stellt viele bäuerliche
Familienbetriebe vor große Herausforderungen. Deshalb wird es ein
Maßnahmenpaket geben, um die Landwirtschaft zu unterstützen“ , so
Stocker und Totschnig.
Stocker: „Wir nehmen die Berichte über Dürreschäden sehr ernst. Als
Bundesregierung stehen wir fest an der Seite unserer Landwirtinnen
und Landwirte. Wir werden die Landwirtschaft dort unterstützen, wo
das notwendig ist. Das reicht von der Aufrechterhaltung der
Liquidität bis zur Kompensation der Schäden. Der
Landwirtschaftsminister wird die konkreten Maßnahmen in Abstimmung
mit dem Finanzminister vorstellen.“
„Die ersten Entlastungen sind bereits umgesetzt. Erleichterungen beim
Agrarumweltprogramm ÖPUL und der Ausgleichszulage vergrößern den
Spielraum für die Betriebe. Nun geht es darum, die Liquidität
besonders betroffener Höfe zu sichern und dort zu helfen, wo die
Schäden besonders schwer wiegen“ , so Totschnig.
Besonders betroffene Betriebe müssen rasche Liquiditätshilfen
erhalten, sobald die tatsächlichen Schäden feststehen. „Auf dieser
Basis werden wir den Bedarf zusätzlicher Mittel prüfen. Dabei können
auch Mittel aus dem Katastrophenfonds des Bundesministeriums für
Finanzen eine Rolle spielen“, so Totschnig.
Grundsätzlich verfügt Österreich über eines der leistungsfähigsten
Risikoversicherungssysteme Europas. Dank der hohen Versicherungsraten
sowie der professionellen Schadensabwicklung erhalten betroffene
Betriebe rasch Unterstützung. Bund und Länder gewähren gemeinsam
einen Prämienzuschuss von 55 Prozent. Dafür wurden im Jahr 2025 rund
160 Mio. Euro aufgewendet. Dieser Betrag wird in den nächsten Jahren
voraussichtlich deutlich steigen.
Stocker und Totschnig: „Unsere Bäuerinnen und Bauern sichern Tag für
Tag die Versorgung mit regionalen und qualitativ hochwertigen
Lebensmitteln. In dieser außergewöhnlichen Situation stehen wir fest
an ihrer Seite. Sie dürfen mit den Folgen dieser extremen Trockenheit
nicht im Stich gelassen werden.“
Im Landwirtschaftsministerium finden derzeit tägliche
Lagebesprechungen statt. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die
Arbeit des Krisensicherheitsbüros im Bundeskanzleramt sowie der
eingerichteten interministeriellen Arbeitsgruppe ein. Damit ist
sichergestellt, dass die Lage laufend bewertet und die erforderlichen
Unterstützungsmaßnahmen rasch vorbereitet werden.