Gemeinsam gegen Diskriminierung

Wien (OTS) – Die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie der
Wirtschaftskammer
Österreich haben gemeinsam mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft,
ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, dem Klagsverband sowie
Black Voices das bisherige „Merkblatt zur Gleichbehandlung im
Gastgewerbe“ umfassend überarbeitet.

Die neue „Empfehlung und Musterhausordnung gegen Rassismus und
Diskriminierung in Hotels und Lokalen“ bietet Betrieben eine
praxisnahe Orientierung für ein respektvolles, diskriminierungsfreies
und rechtssicheres Miteinander.

Die Publikation verbindet die praktische Erfahrung der Branche
mit der fachlichen Expertise der beteiligten
Antidiskriminierungsorganisationen. Sie enthält konkrete Empfehlungen
für betriebliche Abläufe, den Umgang mit Beschwerden sowie eine
Musterhausordnung mit transparenten und nachvollziehbaren Regeln für
den Zutritt zu Hotels, Lokalen und Clubs.

„Unser besonderer Dank gilt den mitwirkenden Organisationen für
die hervorragende und konstruktive Zusammenarbeit. Die gebündelte
Expertise aller Beteiligten hat wesentlich dazu beigetragen, eine
praxisnahe und ausgewogene Orientierungshilfe für die Betriebe zu
schaffen. Gemeinsam setzen wir damit ein wichtiges Zeichen für
Respekt, Gleichbehandlung und Anti-Diskriminierung“, betonen Alois
Rainer, Fachverbandsobmann der Gastronomie, und Georg Imlauer,
Fachverbandsobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer
Österreich.

Stimmen der Partnerorganisationen

Dazu auch Noomi Anyanwu, Vorsitzende von Black Voices Österreich:

„Sich willkommen zu fühlen, ist ein wichtiger Teil des
Zusammenlebens. Und wo kommen die Leute mehr zusammen als in Lokalen?
Diese Betriebe tragen eine wichtige Verantwortung, ein sicheres und
angenehmes Zusammentreffen aller Menschen zu gewährleisten. Rassismus
und Diskriminierung sind Alltag für viele Menschen in Österreich. Mit
der Musterhausordnung soll das Problem bei der Wurzel gepackt werden
und so hoffen wir einer anti-rassistischen und diskriminierungsfreien
Gesellschaft einen Schritt näher zu kommen.

Flora Alvarado-Dupuy ist für die Sensibilisierungsarbeit der
Gleichbehandlungsanwaltschaft zuständig. Aus Schulungen und der
täglichen Beratung weiß sie: „Betriebe, die klare Prozesse und
Richtlinien sowie ein Bewusstsein für Diskriminierungen haben, können
ein viel sichereres Umfeld für alle schaffen.“ Die Expertin betont,
dass es bei Vorfällen auch darauf ankommt, betriebsinterne, geschulte
Ansprechpersonen zu haben, die Betroffene ernst nehmen.

„Rassismuskritische Auseinandersetzungen innerhalb von Betrieben
sind dabei nicht mit einem einmaligen Workshop oder dem Einführen
einer passenden Hausordnung abgeschlossen“, betont Fiorentina Azizi-
Hacker, Leiterin der Beratungsstellen des Vereins ZARA ergänzend. Die
vorgeschlagenen Maßnahmen für Lokalbetreiber:innen machen daher
deutlich, dass interne Prozesse für mehr Nicht-Diskriminierung
regelmäßiger Evaluierung, Reflexion und Trainings bedürfen.

„Diskriminierungen kommen immer wieder vor. Der Klagsverband
führte in der Vergangenheit bereits Gerichtsverfahren für Betroffene
von rassistischer Diskriminierung“, so Klagsverbands-Geschäftsführung
Theresa Hammer. „Umso wichtiger ist, dass nun diese Branche aktuelle
Informationen und Empfehlungen an die Hand bekommt, um selbst aktiv
gegen Diskriminierung vorgehen zu können. Diese Initiative begrüßen
wir daher sehr.“

„Gastfreundschaft bedeutet, allen Menschen mit Wertschätzung und
Respekt zu begegnen. Mit der Neuauflage geben wir den Betrieben ein
praxisnahes Instrument an die Hand, das Orientierung bietet,
Gleichbehandlung stärkt und klare, faire Standards für ein
diskriminierungsfreies Miteinander schafft“, betonen Imlauer und
Rainer abschließend unisono. (PWK372/EL)

Die neue Empfehlung steht ab sofort hier zur Verfügung.