Disoski/Grüne zum Equal Pension Day: „Frauen verdienen faire Pensionen statt leere Versprechen“

Wien (OTS) – „Die Pensionslücke ist alarmierend hoch. Frauen erhalten
Monat für
Monat im Schnitt 1.050 Euro weniger Pension als Männer. Diese
Ungerechtigkeit ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis
struktureller Benachteiligung und politischer Versäumnisse. Frauen
verdienen faire und existenzsichernde Pensionen statt leere
Versprechen“, betont Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen,
anlässlich des Equal Pension Day am 9. August.

Für Disoski ist angesichts der Pensionslücke unverständlich, dass
die Bundesregierung die EU-Lohntransparenzrichtlinie noch immer nicht
umgesetzt hat. „Die Regierung verschleppt eine der wichtigsten
Gleichstellungsmaßnahmen der vergangenen Jahre. Solange Frauen nicht
wissen, ob sie für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden, bleibt
Lohndiskriminierung oft im Verborgenen. Wer Gleichstellung ernst
meint, muss endlich für faire Bezahlung und volle Transparenz sorgen.
Denn ohne Lohngerechtigkeit wird es auch keine fairen Pensionen
geben“, sagt Disoski.

Dass Frauen in Österreich um 39,4 Prozent niedrigere Pensionen
beziehen als Männer sei auch eine Folge der hohen Teilzeitquote.
„Rund jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Viele tun das nicht
freiwillig, sondern weil sie den Großteil der Kinderbetreuung und
Pflegearbeit übernehmen und damit Leistungen erbringen, ohne die
unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde. Diese ungleiche
Verteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit führt direkt zu niedrigeren
Einkommen und in weiterer Folge auch zu niedrigeren Pensionen“,
erläutert Disoski.

Sie fordert daher einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem
ersten Geburtstag sowie den flächendeckenden Ausbau von
Betreuungsangeboten. Gleichzeitig brauche es eine faire Verteilung
von Care-Arbeit und eine Aufwertung frauendominierter Berufe.

Disoski nimmt auch die SPÖ in die Pflicht: „Die SPÖ nennt sich
gerne Frauenpartei – aber statt Taten zu setzen, bleibt es immer nur
bei Ankündigungen. Wo bleibt der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung?
Wo bleibt die überfällige Lohntransparenz? Es reicht nicht, sich
Gleichstellung auf die Fahnen zu heften – man muss sie auch
durchsetzen.“