Wien (OTS) – Die Gesundheit Österreich (GÖG) begrüßt als nationales
Public-Health-
Institut zentrale Elemente des vorliegenden Entwurfs zur Reform des
Glücksspielgesetzes. Mit dem zentralen Sperr- und Limitregister sowie
dem Aufbau eines wissenschaftlichen Monitorings werden aus Public-
Health-Sicht wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den
Spielerschutz zu stärken und Prävention sowie Forschung
evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Mit dem geplanten Sperrregister sollen künftig Spielersperren
anbieterübergreifend erfasst werden. Gemeinsam mit dem vorgesehenen
Statistikregister wird erstmals eine deutlich fundiertere
Datengrundlage geschaffen, um die epidemiologische Situation in
Österreich zu beobachten, Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und
deren Wirksamkeit wissenschaftlich zu evaluieren.
„Pathologisches Glücksspiel kann schwerwiegende gesundheitliche,
soziale und finanzielle Folgen haben. Ein wirksamer Spielerschutz
braucht belastbare Daten und wissenschaftliche Expertise. Mit dem
geplanten Sperr- und Statistikregister werden wichtige
Voraussetzungen geschaffen, um den Spielerschutz in Österreich
evidenzbasiert weiterzuentwickeln“, sagt Martin Busch, Leiter des
Kompetenzzentrums Sucht der Gesundheit Österreich.
Zwtl.: Spielerschutz auf wissenschaftlicher Grundlage
Der Epidemiologiebericht Sucht 2025 der Gesundheit Österreich
zeigt, dass rund die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren zumindest
einmal jährlich an Glücksspielen oder Sportwetten teilnimmt und
pathologisches Glückspielverhalten ein wichtiges
gesundheitspolitisches Thema darstellt. Besonders hoch ist das
Suchtpotenzial bei Glücksspielautomaten, Sportwetten und Poker. Aus
fachlicher und Public-Health-Sicht weisen Sportwetten ein erhebliches
Suchtpotenzial auf und werden auch international dem
Glücksspielbereich zugerechnet. Vor diesem Hintergrund regt die GÖG
an, zukünftig Spielerschutzinstrumente wie das Sperrregister auf
Sportwetten auszuweiten.
Die Datenlage zu problematischem und pathologischem Glücksspiel
in Österreich ist derzeit noch begrenzt. Ein systematisches
Monitoring ist entscheidend, um Entwicklungen verlässlich zu
beobachten und Präventions-, Spielerschutz- und Versorgungsmaßnahmen
evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Das Kompetenzzentrum Sucht der Gesundheit Österreich beschäftigt
sich seit vielen Jahren mit dem Monitoring im Glücksspielbereich und
hat 2025 erstmals ein eigenes Kapitel zum Thema Glücksspiel in den
Epidemiologiebericht Sucht aufgenommen. Bereits in einer von der GÖG
erarbeiteten Grundlagenstudie zum Glücksspielmonitoring wurde
aufgezeigt, dass ein belastbares Monitoring auf mehreren Datenquellen
beruhen sollte – von Bevölkerungsbefragungen über Daten aus Beratungs
– und Behandlungseinrichtungen bis hin zu Register- und Marktdaten.
Erst die Zusammenschau dieser Informationen ermöglicht eine fundierte
Einschätzung der epidemiologischen Situation sowie eine
evidenzbasierte Weiterentwicklung von Prävention, Spielerschutz und
Versorgung.
Mit dem im Gesetzesentwurf vorgesehenen Sperr- und
Statistikregister können nun wesentliche Empfehlungen dieser Studie
umgesetzt werden. Gleichzeitig werden damit die Grundlagen für ein
österreichweites, evidenzbasiertes Glücksspielmonitoring geschaffen.