Die Hitze steigt – und damit auch die psychische Belastung

Wien (OTS) – Die nächste Hitzewelle steht an – und diese zeigt einmal
mehr: Hohe
Temperaturen belasten nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (
BÖP) appelliert daher an Politik, Arbeitgeber:innen und die
Bevölkerung, die psychischen Folgen von Hitze ernst zu nehmen und
rechtzeitig präventive Maßnahmen zu setzen.

Zwtl.: Hitze beeinträchtigt das psychische Wohlbefinden

Eine Studie der GÖG, die die Auswirkungen des Hitzesommers 2024
in Österreich erforschte, zeigt deutlich, wie stark hohe Temperaturen
auf das psychische Wohlbefinden schlagen: 52% berichteten von weniger
Energie im Alltag, 38% von geringerer Belastbarkeit und 31% von einem
Interessensverlust an Tätigkeiten, die ihnen normalerweise Freude
bereiten. Nur 29% gaben an, keine Veränderungen im psychischen
Befinden erlebt zu haben.

Hitze beeinflusst außerdem Konzentration, Entscheidungsfähigkeit
und Konfliktverhalten. Darüber hinaus belegen zahlreiche Studien
einen Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und erhöhtem
Aggressionspotenzial. Dies zeigt sich unter anderem in einer Zunahme
an Gewaltverbrechen. Hitze beeinflusst somit nicht nur das
individuelle Wohlbefinden, sondern auch das gesellschaftliche
Zusammenleben.

Die Folgen von Hitze beschränken sich jedoch nicht auf
kurzfristige Belastungen. Langanhaltende Hitzeperioden stehen in
Zusammenhang mit einer Zunahme an mehreren psychischen Erkrankungen,
wie Depressionen, Angststörungen und Alkohol- und Substanzkonsum.
Auch Suizidraten steigen häufig an.

Zwtl.: Psycholog:innen als Schlüssel für Prävention und Unterstützung

Psycholog:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen leisten einen
wichtigen Beitrag zur Bewältigung hitzebedingter psychischer
Belastungen. Gesundheitspsycholog:innen sind Expert:innen für
Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention und sollten unbedingt
gerade jetzt verstärkt in die Gesundheitspolitik miteinbezogen
werden. Arbeitspsycholog:innen wissen, wie Arbeitsbedingungen an
Hitze angepasst werden sollten, um die Arbeitnehmenden bestmöglich
vor Belastungen zu schützen und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Sie sollten daher in betriebliche Hitzeschutzmaßnahmen eingebunden
werden. Umweltpsycholog:innen beschäftigen sich mit den Auswirkungen
der Umwelt, insbesondere des Klimawandels, auf die Psyche und sind
Expert:innen für menschliches Verhalten im Zusammenhang mit ihrer
Umwelt.

BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger
betont: „Hitze ist nicht nur eine Herausforderung für den Körper,
sondern auch für die Psyche. Daher ist es unerlässlich,
Psycholog:innen in Hitzeaktionspläne einzubinden und die Bevölkerung
für die psychischen Auswirkungen von hohen Temperaturen zu
sensibilisieren.“

Psycholog:innen mit den Schwerpunkten Gesundheitspsychologie,
Arbeitspsychologie und Umweltpsychologie können unter www.psychnet.at
gefunden werden.

Der BÖP empfiehlt auf Erholung zu achten, Warnzeichen wie
Gereiztheit, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme ernst zu nehmen
und auf besonders gefährdete Personen zu achten. Arbeitgeber:innen
sollten ausreichend Pausen einplanen, Arbeitszeiten und -abläufe an
die Temperaturen anpassen und eine Kultur schaffen, in der Belastung
der Beschäftigten ernstgenommen wird.