Neues ÖIF-Factsheet: Knapp jede vierte Frau aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ist erwerbstätig

Wien (OTS) – Wie gut gelingt Flüchtlingen in Österreich der Einstieg
in die
Arbeit? Welche Unterschiede zeigen sich nach Geschlecht, Bundesland
und Herkunftsland? Und in welchen Branchen fassen Flüchtlinge am
besten Fuß? Antworten darauf liefert das neue ÖIF-Factsheet
„Flüchtlinge und Schutzberechtigte in Arbeit“ . Das Factsheet bündelt
die aktuellsten verfügbaren Zahlen, Daten und Fakten zu
Arbeitseinstieg, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und
Sozialleistungsbezug von Flüchtlingen. Das neue Factsheet steht
kostenlos in der ÖIF-Mediathek zum Download zur Verfügung.

Zwtl.: Personen aus Herkunftsländern der Fluchtmigration arbeiten vor
allem in Gastronomie, Handel und Industrie

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 82.000 Personen aus den
sechs Herkunftsländern mit den meisten Anerkennungen von Asyl und
subsidiärem Schutz (Syrien, Afghanistan, Somalia, Russland, Iran,
China) in Österreich unselbstständig beschäftigt. Gleichzeitig waren
im Jahresdurchschnitt 2025 rund 44.000 Flüchtlinge und subsidiär
Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet oder in Schulung, im Juni 2026
lag diese Zahl bei rund 37.000 Personen. Personen aus den sechs
häufigsten Herkunftsländern der Fluchtmigration arbeiteten 2025 vor
allem in der Beherbergung und Gastronomie (15.500), im Handel (12.000
) sowie in der Herstellung von Waren (10.100). Weitere wichtige
Beschäftigungsbereiche waren sonstige wirtschaftliche
Dienstleistungen (9.900), Verkehr und Lagerei (6.700) sowie das
Gesundheits- und Sozialwesen (5.200).

Zwtl.: Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak deutlich seltener
erwerbstätig

Die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund
lag 2024 bei 69 %, jene der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund
bei 76 %. Deutlich niedriger war sie bei Personen aus Afghanistan,
Syrien und dem Irak: In dieser Gruppe waren im Durchschnitt 44 %
erwerbstätig. Besonders gering war dabei die Erwerbstätigenquote von
Frauen mit lediglich 24 %, während bei den Männern aus diesen
Herkunftsländern 56 % einer Beschäftigung nachgingen. Damit liegt die
Erwerbstätigkeit dieser Gruppe deutlich unter dem Durchschnitt aller
Personen mit Migrationshintergrund sowie der Bevölkerung ohne
Migrationshintergrund. Zum Vergleich lag die Erwerbstätigenquote von
Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei bei 64 % und jene
von Personen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens (nicht-EU)
bei 72 %.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede bei der
Arbeitslosigkeit: Während die Arbeitslosenquote in Österreich 2025
bei insgesamt 7,4 % lag, betrug sie bei Syrer/innen rund 33 %, bei
Somalier/innen 30 % und bei Afghan/innen 23 %. Unter Frauen lagen die
Werte nochmals deutlich höher: So betrug die Arbeitslosenquote von
Syrerinnen rund 43 %, jene von Somalierinnen 40 % und jene von
Afghaninnen 37 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich im Juni 2026
insbesondere ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit unter
subsidiär Schutzberechtigten (-30 %), während sie bei Flüchtlingen um
10 % sank. Bei männlichen Flüchtlingen ging die Arbeitslosigkeit um
17 % zurück, während sie bei weiblichen Flüchtlingen mit einem
leichten Anstieg von 0,6 % weitgehend stagnierte.

Zwtl.: Deutliche regionale Unterschiede bei Arbeitslosigkeit und
Sozialhilfebezug von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten

Im Juni 2026 waren rund 37.000 Flüchtlinge und subsidiär
Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Im
Jahresdurchschnitt 2025 lag die Zahl bei 44.000 Personen, die
Mehrheit stammt aus Syrien (55 %), Afghanistan (19 %) und Russland (5
%). Den höchsten Anteil an arbeitslosen oder in Schulung befindlichen
Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten verzeichnete Wien (16
pro 1.000 Einwohner/innen), gefolgt von Vorarlberg (3,2) und der
Steiermark (2,2). Am niedrigsten war dieser Wert in Kärnten und
Niederösterreich (jeweils 1,1) sowie im Burgenland (0,6).

Auch beim Sozialhilfebezug zeigen sich deutliche regionale
Unterschiede: Von den rund 95.600 Flüchtlingen oder subsidiär
Schutzberechtigten, die 2025 Sozialhilfe oder Mindestsicherung
erhielten, lebten rund 73.400 in Wien. Rund die Hälfte aller Wiener
Sozialhilfebezieher/innen waren 2025 Flüchtlinge oder subsidiär
Schutzberechtigte. Österreichweit bezogen rund 10,4 Flüchtlinge oder
subsidiär Schutzberechtigte pro 1.000 Einwohner/innen Sozialhilfe
bzw. Mindestsicherung, in Wien lag der Wert mit 36,2 Personen pro
1.000 Einwohner/innen deutlich höher. Dies ist ein deutlicher Abstand
zu den nächsten Bundesländern Vorarlberg (7,3) und Tirol (6,6) sowie
der Steiermark (4,2) und Salzburg (3,3). Die niedrigsten Werte wurden
etwa in Kärnten (1,8), Oberösterreich (1,6) oder dem Burgenland (1,3)
verzeichnet. Mit Ende 2025 haben Wien und Tirol den Anspruch
subsidiär Schutzberechtigter auf Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung
beendet. Stattdessen erhält diese Personengruppe seit 2026 nur mehr
Leistungen aus der Grundversorgung.

Über das ÖIF-Factsheet

Das neue ÖIF-Factsheet „Flüchtlinge und Schutzberechtigte in
Arbeit“ liefert aktuell verfügbare Zahlen, Daten und Fakten zu
Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Sozialleistungsbezug von
Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich.
Grundlage sind Daten von Statistik Austria, Arbeitsmarktservice,
Bundesministerium für Inneres, Österreichischem Integrationsfonds und
dem Dachverband der Sozialversicherungsträger. Das Factsheet
analysiert unter anderem Erwerbstätigenquoten, Branchenverteilungen,
Arbeitslosenquoten, regionale Unterschiede sowie Entwicklungen beim
Bezug von Sozialleistungen. Ergänzend werden Ergebnisse aus aktuellen
Studien zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und subsidiär
Schutzberechtigten dargestellt. Weitere aktuelle Zahlen, Daten und
Fakten zu Asyl, Migration und Integration in Österreich sowie
interaktive Grafiken und Datenvisualisierungen stellt der ÖIF auf
www.integrationsdaten.at bereit.

ÖIF bietet breites Integrationsangebot für Flüchtlinge und
Vertriebene

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ist als Fonds der
Republik Österreich gemäß Integrationsgesetz die zentrale
Anlaufstelle für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte und
ukrainische Vertriebene bei der Integration und beim Deutschlernen.
Der ÖIF stellt Beratungen, Werte- und Orientierungskurse,
Deutschkurse und Integrationsmaßnahmen zur Verfügung. Mit
Deutschkursen auch zu Randzeiten und am Wochenende, eigenen Online-
Deutschkursen und einer Reihe an Online-Deutschlernangeboten auf
sprachportal.at bietet der ÖIF Flüchtlingen, subsidiär
Schutzberechtigen, Vertriebenen und Zuwander/innen ein umfassendes
Angebot zum berufsbegleitenden Deutschlernen, um einen raschen
Berufseinstieg parallel zum Deutschlernen zu fördern.