Wien (OTS) – Die heute präsentierte Wehrdienstreform entspricht nicht
dem, was die
Bundesjugendvertretung (BJV) im Vorfeld für junge Menschen gefordert
hat. Die Maßnahmen zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes gehen
aus BJV-Sicht grundsätzlich in die richtige Richtung. Dass die
geplanten Verbesserungen aber zu einer weiteren Ungleichbehandlung
zwischen Grundwehr- und Zivildienern führen, lehnt die BJV
entschieden ab. „Die Arbeitsbelastung von Zivildienern ist enorm und
sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag im Gesundheits- und
Sozialbereich. Dass sie künftig keine höhere Entlohnung erhalten
sollen, ist für uns nicht nachvollziehbar und auch keine Lösung im
Sinne junger Menschen“, so BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger.
Positiv bewertet die BJV hingegen, dass es vorerst zu keiner
verpflichtenden Verlängerung des Zivildienstes kommt. „Wir erwarten,
dass im Rahmen einer Evaluierung auch die Anliegen junger Menschen
umfassend berücksichtigt werden. Das Ziel muss sein, die
Ungleichbehandlung zwischen Grundwehr- und Zivildienern zu beenden.
Deshalb halten wir an unserer Forderung fest, dass künftig die
Dienstdauern von Grundwehr- und Zivildienern angeglichen werden“, so
Schwabegger.
Verbesserte Ausbildung gefordert
Das Wichtigste ist aus BJV-Sicht auch, dass sich nicht
wiederholt, was nach der Volksbefragung 2013 passiert ist: Damals
kündigte die Politik Verbesserungen in der Ausbildung der
Grundwehrdiener an. Die tatsächlichen Maßnahmen blieben aber vielfach
unzureichend. Die jetzige Reform muss daher sicherstellen, dass der
Grundwehrdienst jungen Menschen einen echten Mehrwert bietet. „Die
Ausbildung muss so aufgebaut sein, dass sie bestehende Kompetenzen
stärkt und zusätzliche Qualifikationen vermittelt, die junge Menschen
auch für ihre Ausbildung oder ihren Berufsweg nutzen können.
Jugendliche müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht einfach
Zeit verlieren, sondern aus dieser Zeit etwas Wertvolles mitnehmen.
Das ist mit den bisher vorgestellten Maßnahmen nicht der Fall“,
betont BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.
Offene Fragen bei Ausgestaltung der Milizübungen
Des Weiteren kritisiert die BJV, dass noch nicht klar ist, in
welcher Form die Milizübungen stattfinden sollen, da dies dem
Bundesheer überlassen werden soll. „Es ist für uns unverständlich,
warum eine Reform mit so weitreichenden Folgen für junge Menschen,
den Arbeitsmarkt und das Sozialsystem präsentiert wird, obwohl noch
viele zentrale Fragen ungeklärt sind. Bisher ist im Wesentlichen nur
klar, dass die junge Generation länger verpflichtet werden soll. Wir
appellieren hier an die Regierung, schnell Klarheit zu schaffen, denn
die junge Generation hat sich gute Zukunftsperspektiven verdient“, so
Naief.