Korosec: Jetzt Weichen für zukunftssicheres Pensionssystem stellen – keine Erhöhung des Pensionsantrittsalters unter aktuellen Bedingungen

Wien (OTS) – Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec stellt klar,
dass sie
weiterhin gegen eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist. Gleichzeitig spricht sie
sich dafür aus, bereits jetzt eine sachliche und vorausschauende
Diskussion darüber zu beginnen, wie das österreichische
Pensionssystem langfristig weiterentwickelt werden kann, um auch
künftigen Generationen eine sichere Pension zu gewährleisten.

„Ich fordere keine Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Unter den
aktuellen Bedingungen lehne ich eine Anhebung weiterhin klar ab. Aber
wenn wir auch in Zukunft ein stabiles und gerechtes Pensionssystem
erhalten wollen, müssen wir rechtzeitig darüber diskutieren, wie
dieses nach 2045 aussehen soll – selbstverständlich unter Wahrung
eines umfassenden Vertrauensschutzes“, betont Korosec.

Aus ihrer Sicht wird sich das Pensionssystem angesichts einer
steigenden Lebenserwartung und einer längeren gesunden Lebenszeit
langfristig weiterentwickeln müssen. Gleichzeitig erteilt sie
pauschalen Forderungen nach einer Anhebung des Pensionsantrittsalters
auf 67 Jahre oder mehr eine klare Absage. „Ein solches
Gießkannenprinzip wird den unterschiedlichen Lebensrealitäten der
Menschen nicht gerecht. Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein
Lehrling, der bereits mit 15 Jahren ins Berufsleben eintritt, genauso
lange arbeiten soll wie ein Akademiker, der erst mit Ende 20 zu
arbeiten beginnt.“

Korosec spricht sich deshalb dafür aus, das Pensionsantrittsalter
künftig stärker an den tatsächlich geleisteten Berufsjahren
auszurichten. „Künftig sollte nicht mehr allein das Geburtsdatum
ausschlaggebend sein, sondern die Zahl der Berufsjahre. Ob dabei 40,
42 oder 45 Berufsjahre die richtige Grundlage sind, muss in einem
breiten gesellschaftlichen Dialog diskutiert werden.“

Die Seniorenbund-Präsidentin unterstreicht, dass es ausdrücklich
nicht um kurzfristige Änderungen geht. Vielmehr müsse bereits jetzt
der Grundstein für ein modernes, flexibles und generationengerechtes
Pensionssystem gelegt werden. Mit Beginn der nächsten
Legislaturperiode ab 2030 sollte nach ihrer Vorstellung ein
entsprechender Reformprozess gestartet werden. Voraussetzung dafür
sei ein Vertrauensschutz von 15 bis 20 Jahren. „Veränderungen müssen
Schritt für Schritt erfolgen, langfristig planbar sein und dürfen
niemanden kurzfristig benachteiligen.“

Für die laufende Legislaturperiode schließt Korosec Änderungen
ausdrücklich aus. „Dieses Vorhaben ist nicht Teil des
Regierungsprogramms. Spätestens ab 2030 sollte sich die dann
amtierende Bundesregierung mit einer nachhaltigen Weiterentwicklung
des Pensionssystems befassen.“

Bis dahin sieht Korosec die Prioritäten der Bundesregierung an
anderer Stelle: Das faktische Pensionsantrittsalter müsse an das
gesetzliche herangeführt werden, eine Gesundheitsreform müsse
gesundes Älterwerden fördern und Unternehmen müssten verstärkt
altersgerechte Arbeitsplätze schaffen – „Ich bin für ein Bonus-Malus-
System, auch mit Strafen für Unternehmen, die keine älteren Menschen
beschäftigen“.

Das seien die entscheidenden Voraussetzungen dafür, „dass mehr
Menschen gesund und länger im Erwerbsleben bleiben können und unser
Pensionssystem nachhaltig abgesichert wird“.