Akute Brandgefahr durch Lithium-Batterien: WKNÖ-Fachgruppenobmann Thomas Kasper drängt auf verbindliches Rücknahmesystem

St. Pölten (OTS) – „Die Warnungen unserer Entsorgungsbetriebe sind
unüberhörbar. Wenn
falsch entsorgte Lithium-Batterien immer wieder Brände auslösen und
damit Menschenleben sowie systemrelevante Infrastruktur gefährden,
dann besteht dringender Handlungsbedarf“, fordert Thomas Kasper,
Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement in der
WKNÖ, ein wirksames Rücknahmesystem.

Die Brandgefahr durch unsachgemäß entsorgte Lithium-Batterien und
Akkus beschäftigt die Branche seit Jahren. Nun fand dazu ein weiterer
Runder Tisch bei Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft, mit betroffenen Stakeholdern statt. Mit dabei war
Fachgruppenobmann Thomas Kasper. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu
erarbeiten, um die Zahl der gefährlichen Batteriebrände nachhaltig zu
reduzieren. Das Ergebnis des Runden Tisches ist aus Sicht der
Entsorgungswirtschaft grundsätzlich positiv zu beurteilen, weil sich
Bundesminister Totschnig klar dazu bekannt hat, die Problematik aktiv
weiterzuverfolgen. Zeitnah soll eine Task Force eingerichtet werden,
um ein geeignetes Anreizmodell im Sinne eines Anreizsystems zu
entwickeln, für das seitens der Entsorgungswirtschaft bereits
konkrete Vorschläge vorliegen.

„Unsere Betriebe erleben tagtäglich, welche enormen Risiken
falsch entsorgte Lithium-Batterien verursachen. Gemeinsam mit allen
Akteuren suchen wir nach Lösungen, um Schäden durch Brandereignisse
an unseren Anlagen zu verhindern beziehungsweise zu minimieren. Denn
wenn unsere Anlagen aufgrund eines Brandes ausfallen, sind letztlich
alle betroffen, weil Abfälle nicht mehr behandelt werden können. Die
dadurch entstehenden Kosten werden zwangsläufig an die Verursacher –
Betriebe, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten –
weitergegeben. Schon kleinste Beschädigungen können Brände oder
Explosionen auslösen – mit gravierenden Folgen für unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die gesamte
Entsorgungsinfrastruktur“, warnt Fachgruppenobmann Thomas Kasper.

Menschenleben und Betriebe schützen, Problem der Versicherbarkeit
von Entsorgungsanlagen

Lithium-Batterien und Akkus, die im Restmüll oder im gelben Sack
beziehungsweise der gelben Tonne landen, entwickeln in Sortier- und
Aufbereitungsanlagen ein enormes Gefahrenpotenzial. Die Zahl der
Brände in Entsorgungsbetrieben steigt kontinuierlich. Neben der
unmittelbaren Gefahr für Beschäftigte entstehen Millionenschäden an
Anlagen, Produktionsausfälle und steigende Versicherungskosten. Die
zunehmende Verbreitung von Lithium-Batterien – etwa in blinkendem
Kinderspielzeug, Einweg-E-Zigaretten oder singenden Grußkarten –
verschärft die Situation zusätzlich. Aktuelle Untersuchungen zeigen,
dass sich die Zahl falsch entsorgter Lithium-Batterien im Restmüll
innerhalb von zehn Jahren um rund 300 Prozent erhöht hat.
Durchschnittlich befinden sich bereits acht Lithium-Batterien pro
Tonne Restmüll; pro Müllsammelfahrzeug werden rund 70 potenzielle
Brandherde festgestellt. Gleichzeitig wird die Versicherbarkeit von
Entsorgungsanlagen zunehmend zum Problem: Nach Bränden steigen
Prämien massiv, Verträge werden gekündigt oder Versicherungen sind
wirtschaftlich kaum mehr leistbar.

„Wir brauchen endlich eine gesetzlich verankerte Lösung, die
Konsumentinnen und Konsumenten zur sicheren Rückgabe motiviert –
durch ein Anreizsystem nach dem Vorbild des Flaschenpfands. Es kann
nicht sein, dass unsere Betriebe weiterhin die Kosten und die
lebensgefährlichen Risiken tragen müssen“, fordert Kasper.

Die Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement setzt sich
gemeinsam mit dem Fachverband seit Jahren für verbindliche
gesetzliche Maßnahmen und ein österreichweit funktionierendes
Rücknahmesystem ein. Der jüngste Austausch im Rahmen des Runden
Tisches wird als wichtiger Schritt gesehen – nun müsse diesem auch
rasch konkretes Handeln folgen.

„Die Gefahr ist bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch. Jetzt
braucht es entschlossene politische Entscheidungen, damit Lithium-
Batterien sicher gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Das
schützt Menschen, Betriebe und unsere Umwelt gleichermaßen“, betont
Kasper abschließend.

„In den vergangenen Wochen habe ich Entsorgungsbetriebe in allen
Vierteln Niederösterreichs besucht. Die Herausforderungen sind
überall gleich: Die Brandgefahr durch falsch entsorgte Lithium-
Batterien nimmt immer stärker zu. Wenn dadurch immer wieder Brände
entstehen und damit Menschen sowie kritische Infrastruktur gefährdet
werden, dann müssen wir rasch praktikable Lösungen schaffen, um das
Risiko für unsere Betriebe wirksam zu reduzieren“, betont auch
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ.