WKÖ-Danninger zu IHS-Prognose: Aufkeimende Zuversicht durch weitere Entlastung stärken

Wien (OTS) – Österreichs Wirtschaft schwenkt auf einen verhaltenen
Wachstumskurs
ein. Laut aktueller IHS-Mittelfristprognose wird das
Wirtschaftswachstum zum Ende des Jahres an Fahrt gewinnen. Dennoch
bleibt es verhaltener als in früheren Wachstumsphasen. Für 2026 bis
2030 erwartet das IHS ein BIP-Plus von durchschnittlich 1,0 % pro
Jahr.

Auch der neue Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) weist in Richtung Stabilisierung. Dafür hat die WKÖ
im Mai und Juni 2026 mehr als 4.300 Unternehmen quer durch alle
Branchen und Bundesländer befragt.

„Der Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher, jedoch nicht
ungetrübt“, fasst WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger die Aussagen
des Wirtschaftsbarometers zusammen. Die Erwartungen zur Auftragslage,
zum Umsatz und zur Kapazitätsauslastung fallen im Vergleich zu
vorangegangenen Befragungen positiver aus. Auch bei der Beschäftigung
zeichnet sich eine Trendwende ab.

„Aber die Erholung bleibt fragil. Das lässt sich vor allem an der
Investitionsbereitschaft der Betriebe ablesen“, so Danninger. Immer
noch entfällt der Großteil der in den nächsten Monaten geplanten
Investitionen auf Ersatzanschaffungen (65 %, Mehrfachnennungen
möglich). Knapp ein Viertel der Betriebe plant in den kommenden 12
Monaten überhaupt keine Investitionen.

Gleichzeitig gewinnen die für Wachstum und Beschäftigung
unerlässlichen Neuinvestitionen nun wieder an Bedeutung: 32 % der
Betriebe wollen in neue Projekte investieren – das ist der höchste
Anteil seit der Winterbefragung 2023.

Kostensenkungen und Entbürokratisierung haben Priorität

„Was es jetzt braucht, sind gezielte Impulse aus
wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die den Unternehmen Sicherheit
geben und so die Investitionsbereitschaft steigern“, erläutert
Claudia Huber, Leiterin der WKÖ-Abteilung für Wirtschaftspolitik.

Der WKÖ-Wirtschaftsbarometer zeigt auf, wo hier anzusetzen ist:
Als stärkste Wachstumsbremsen nennen die Unternehmen die hohen
Arbeitskosten (68 %), bürokratische und regulatorische Anforderungen
(52 %) und den internationalen Wettbewerbsdruck (33 %), außerdem die
zu hohen Energiekosten (26 %) sowie die allgemeine wirtschaftliche
Unsicherheit (25 %).

WKÖ-Generalsekretär Danninger: „Unsere Unternehmen geben einen
klaren Auftrag. Auf die gerade erfolgte Lohnnebenkostensenkung müssen
dringend weitere Entlastungsschritte folgen. Neben niedrigen Arbeits-
und Energiekosten steht der konsequente Abbau bürokratischer
Belastungen im Fokus. Nur wenn wir den Betrieben den Rücken stärken,
kann aus der aufkeimenden Zuversicht auch tatsächlich ein spürbarer
Aufschwung und nachhaltiges Wachstum entstehen.“ (PWK351/PAT)

Den gesamten WKÖ-Wirtschaftsbarometer finden Sie unter:
www.wirtschaftsbarometer.at