Wien (OTS) – „Nichts geht mehr“, so könnte man die Wiener Öffis
derzeit
zusammenfassen. Straßenbahn-, U-Bahn und S-Bahnsperren wohin das Auge
blickt – und das alles zur gleichen Zeit. „Öffi-Fahrer:innen müssen
in den kommenden Monaten gute Nerven und viel Geduld aufbringen, denn
es wird nicht leicht, mit U-Bahn, Bus und Bim in Wien voranzukommen.
Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem alle Wiener:innen 100 Euro
mehr für die Jahreskarte berappen müssen“, so Parteivorsitzender
Peter Kraus.
Die Liste ist lang: Die Linien 40, 41 und 42 werden wegen
Gleisarbeiten über den Sommer komplett eingestellt, mehrere
Ringlinien wie 1, 71 oder D werden – ebenfalls wegen Gleisarbeiten –
kurzgeführt oder umgeleitet, bis Ende August gibt es keinen Betrieb
der U3 zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof, ebenso auf der
U4 zwischen Schwedenplatz und Landstraße und auf der S-Bahn-
Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Praterstern. Im Herbst kommt
dann die Sperre der Schnellbahn-Stammstrecke dazu und im kommenden
Jahr die Sperre der Straßenbahnlinie 60, eine der wichtigsten
Verbindungen in den Süden Wiens. „Die Sperre der Stammstrecke alleine
bedeutet für ganz Wien einen Stresstest, weil sich eine
Viertelmillion Menschen dann im restlichen Öffi-Netz aufteilen muss“,
so Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz.
Die Grünen kritisieren das Missmanagement, das dazu führt, dass halb
Öffi-Wien stillsteht. „Es sind so viele Linien derzeit eingestellt,
unterbrochen oder umgeleitet, dass sich die meisten Wiener:innen
nicht mehr auskennen. Man kann es ihnen nicht verdenken. Das ist ein
reines Fahrgast-Vertreibungsprogramm“, so Kraus und Sequenz. Die
Grünen fordern im Vorfeld der Sperre der S-Bahn-Stammstrecke ab
Herbst vor allem Taktverdichtungen sowie freie Fahrt für Bim & Bus
mit einer durchgehenden Ampel-Priorisierung für die Öffis.