Nationalratspräsident Rosenkranz im Austausch mit Ägyptens Außenminister Abdelatty

Wien (PK) – Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing heute den
ägyptischen
Außenminister Badr Abdelatty. Im Gespräch tauschten sich die beiden
vor allem über die bilateralen Beziehungen, etwa auch im Bereich
Ausbildung, über illegale Migration und die Lage im Nahen Osten aus.
Ägypten sei auch historisch betrachtet immer ein sehr verlässlicher
Partner gewesen, hob Rosenkranz hervor. Diese Verlässlichkeit wirke
sich bis heute auf die Beziehungen der beiden Länder aus. Von vier
Krisenherden der Welt seien drei in unmittelbarer Nachbarschaft
Ägyptens, so der Nationalratspräsident. In diesem Zusammenhang seien
die Bestrebungen Ägyptens anzuerkennen, immer eine vermittelnde Rolle
einzunehmen. Er denke dabei etwa an die Ermöglichung der Transporte
humanitärer Hilfsmittel bei der Öffnung von Grenzen, so Rosenkranz.

Abdelatty berichtete von zehn Millionen Flüchtlingen in Ägypten
und betonte, dass diese in seinem Land ebenso wie Ägypter leben
würden. Sie würden ebensolche Versorgung und Bildung bekommen. Im
Hinblick auf bestehende Kooperationen mit der EU sprach er sich für
mehr Unterstützung Europas beim Thema der illegalen Migration aus.
Zum Thema Auffangzentren meinte Abdelatty, dass sein Land keine Lager
oder „Ghettos“ akzeptieren würde.

Aus österreichischer Sicht werde sehr geschätzt, dass Ägypten zum
Schutz Europas etwa seine Grenze zum Mittelmeer als verlässlicher
Partner „dicht“ gemacht hätte, so Rosenkranz. Auch Österreich kenne
das Problem, eine „Destination“ für Flüchtlinge zu sein. Unsichere
Zeiten in den Konfliktregionen seien leider immer auch ein Nährboden
für Kriminalität, organisierte Schlepperei und Extremismus, so der
Nationalratspräsident. Beim Thema Extremismus sei aus seiner Sicht
besonders wichtig, diesem den Nährboden zu entziehen. So gelte es
etwa, bei der Jugend daran zu arbeiten, dass es keinen fruchtbaren
Boden für extremistische Ideen mehr gebe. Abdelatty hob hervor, dass
in Ägypten stark an Deradikalisierung gearbeitet werde und es viele
entsprechende Programme gebe. Der ägyptische Außenminister regte etwa
auch an, dass die Muslimbruderschaft auf die Terrorliste gesetzt
werde.

Jugend und Ausbildung als Thema

Was junge Menschen betrifft, thematisierte der ägyptische
Außenminister auch, dass Ägypten mehr Fokus auf Kooperationen in der
Ausbildung legen wolle. In Österreich gebe es dazu einige
Spezialgebiete, so Rosenkranz. Etwa der Tourismus sei in beiden
Ländern ein Faktor. Ein weiteres Spezialgebiet Österreichs sei das
hervorragende berufsbildende höhere Schulwesen, wo es speziell in
technischen Berufen eine breite Palette an unterschiedlichen
Spezialisierungen gebe. Das Thema Ausbildung von jungen Menschen sei
ihm ein Anliegen, so der Nationalratspräsident. Neben der beruflichen
Expertise gebe es in Österreich auch die Demokratiebildungsangebote
des Parlaments, zu denen es bereits zahlreiche Kooperationen mit
anderen Staaten gebe.

Jugendliche ohne Chance würden leicht in die Hände von
extremistischen Predigern fallen, meinte Abdelatty. Daher gelte es,
sich auf Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen zu
konzentrieren, stimmte er mit Rosenkranz überein. Gerade Ausbildungen
im technischen Bereich könnten aus seiner Sicht eine Win-win-
Situation für Österreich und Ägypten darstellen. Es gebe in
Zusammenarbeit etwa mit Deutschland bereits ein Zentrum für
Arbeitschancen und Arbeitsvermittlung in Kairo, so der ägyptische
Außenminister. Außerdem gebe es für die deutsche Sprache in Ägypten
Ausbildungsmöglichkeiten. Daher stelle sie aus seiner Sicht kein
Hindernis dar, in deutschsprachigen Ländern eine Ausbildung zu machen
oder berufliche Erfahrung zu sammeln. (Schluss) mbu

HINWEIS: Fotos von diesem Besuch finden Sie im Webportal des
Parlaments .