Linz (OTS) – „Österreich leidet seit Jahren unter einem akuten
Fachkräftemangel.
Um so alarmierender ist es, wenn ausgerechnet die Zahl jener Betriebe
sinkt, die unsere Fachkräfte von morgen ausbilden. Der aktuelle
Bericht zur Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung ist daher ein
deutliches Warnsignal für den Wirtschaftsstandort“, erklärte FPÖ-
Landesparteiobmann Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred
Haimbuchner. *****
Laut Bericht sei die Zahl der Lehrbetriebe österreichweit
innerhalb eines Jahres von 26.237 auf 25.168 gesunken. Das entspreche
einem Rückgang um 1.069 Ausbildungsbetriebe beziehungsweise 4,1
Prozent. Besonders betroffen waren Gewerbe und Handwerk, der Handel
sowie Information und Consulting. Besonders besorgniserregend sei die
Entwicklung in Oberösterreich: „In Oberösterreich sank die Zahl der
Lehrbetriebe von 5.240 auf 5.038. Mit einem Minus von 202
Ausbildungsbetrieben verzeichnet Oberösterreich den größten absoluten
Rückgang aller Bundesländer“, so Haimbuchner.
„Jeder verlorene Lehrbetrieb bedeutet weniger Chancen für junge
Menschen und weniger Fachkräfte für unsere Wirtschaft. Fachkräfte
fallen nicht vom Himmel – sie werden in unseren Lehrbetrieben
ausgebildet. Gerade kleine und mittlere Unternehmen übernehmen diese
Verantwortung Tag für Tag und sichern damit den Wohlstand unseres
Landes“, betonte FPÖ-KMU-Sprecher NAbg. Michael Fürtbauer.
Unverständlich sei diese Entwicklung insbesondere vor dem
Hintergrund der aktuellen Budgetpolitik der Bundesregierung. „Während
ständig über den Fachkräftemangel geklagt wird, setzt die Regierung
ausgerechnet bei lehrlingsrelevanten Unterstützungen den Sparstift
an. Wer mehr Fachkräfte will, darf nicht jene Betriebe
schlechterstellen, die diese Fachkräfte ausbilden“, kritisierte
Fürtbauer.
Gerade Oberösterreich zeige, wie eng die Zukunft des
Wirtschaftsstandorts mit einer starken Lehrlingsausbildung verbunden
sei. „Unsere Meister- und Familienbetriebe bilden den Nachwuchs für
Industrie, Gewerbe, Handwerk und zahlreiche Dienstleistungsberufe
aus. Wenn immer weniger Betriebe Lehrlinge aufnehmen können oder
wollen, wird das ein Problem für die gesamte Volkswirtschaft“, so der
FPÖ-KMU-Sprecher.
Haimbuchner und Fürtbauer fordern daher spürbare Entlastungen für
Ausbildungsbetriebe durch die Bundesregierung: Ausbildung koste Zeit,
Geld und persönlichen Einsatz. Statt immer neuer Belastungen seien
niedrigere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie und verlässliche
Rahmenbedingungen für jene Betriebe notwendig, die Verantwortung
übernehmen. Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen wolle, müsse
die Ausbildungsbetriebe stärken und nicht schwächen, so die beiden
FPÖ-Politiker.
Abschließend stellte Haimbuchner klar: „Die Lehre ist eine
Erfolgsgeschichte und eine tragende Säule unseres
Wirtschaftsstandorts. Wer heute bei den Lehrbetrieben spart,
gefährdet die Fachkräftebasis von morgen. Gerade Oberösterreich als
Industrie- und Wirtschaftsland kann es sich nicht leisten, dass immer
mehr Ausbildungsbetriebe verloren gehen.“