Wien (OTS) – Anlässlich des morgigen Gedenktages für die Opfer der
Klimakrise
schlagen die Umweltschutzorganisation Greenpeace und der
Samariterbund Alarm: Die Folgen der Erderhitzung sind auch in
Österreich deutlich spürbar. Hitzewellen nehmen zu, dauern länger und
gefährden die Gesundheit der Menschen. Laut dem Hitze-
Mortalitätsmonitoring der AGES sind im Sommer des Vorjahres 449
Menschen an Hitze in Österreich gestorben. Daher appellieren
Greenpeace und der Samariterbund an die Bundesregierung, die
Bevölkerung in Hitzeperioden zu schützen und Städte hitzefit zu
machen.
Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich:
„Hitze tötet leise – sie ist ein stiller Killer, der unsere
zubetonierten Städte und schlecht isolierten Wohnungen in Backöfen
verwandelt. Deshalb fordern wir langfristige Maßnahmen von der
Bundesregierung: mehr Geld für Gebäudesanierungen, mehr Grün in
unseren Städten und ein sozial gerechtes Mietsystem, das
Mietminderungen bei mangelhaftem Hitzeschutz gesetzlich verankert.”
Eine Reform der Mietzinsbildung hatte die Bundesregierung im
Regierungsprogramm versprochen – Ergebnisse liegen bis dato nicht auf
dem Tisch.
Samariterbund-Bundeschefarzt Dr. Michael Gruska : „Extreme Hitze kann
lebensgefährlich sein. An besonders heißen Tagen steigen die
Rettungseinsätze um bis zu 20 Prozent, weil Kreislaufbeschwerden,
Hitzschlag und andere gesundheitliche Notfälle zunehmen. Besonders
gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie
Kinder. Deshalb braucht es einen wirksamen Hitzeschutz und gezielte
Präventionsmaßnahmen.“
In Städten spürt man die Hitze mehr als auf dem Land, wo es untertags
im Schnitt um rund 2,5 Grad kühler ist als in Stadtzentren. In den
Nachtstunden beträgt die Differenz sogar vier bis sechs Grad. Gerade
die fehlende nächtliche Abkühlung kann den Körper zusätzlich
belasten. Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren, empfiehlt der
Samariterbund, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu meiden,
ausreichend zu trinken, luftige Kleidung zu tragen sowie Wohnräume
nachts zu lüften und tagsüber kühl zu halten. Körperliche
Anstrengungen und Sport im Freien sollten nach Möglichkeit in die
kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.
Klar ist aber auch: Die Maßnahmen, die Einzelne gegen die Hitze
setzen können, haben ihre Grenzen. Daher appellieren Greenpeace und
Samariterbund an die Bundesregierung, den Hitzeschutz der Bevölkerung
ernst zu nehmen und gesetzlich zu verankern.
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