Wien (OTS) – Nach intensiven Ermittlungen forschte die Direktion
Staatsschutz und
Nachrichtendienst (DSN) einen 35-jährigen russischen Staatsbürger
aus, der in Österreich Waffenteile kaufte, illegal weiterverkaufte
und teilweise per Post ins Ausland verschickte. Am 7. Juli 2026
erfolgte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien die Festnahme des
Verdächtigen sowie eine Hausdurchsuchung, bei der Datenträger,
Bargeld und Beweise über die Verkäufe der Griffstücke sichergestellt
wurden. Die Festnahme erfolgte im Zuge eines Waffenverkaufs in Wien,
bei dem der Verdächtige 23 Griffstücke und Läufe der Marken Glock,
SCT und Lone Wolf um 4.500 Euro verkaufen wollte. Die Bezahlung
erfolgte teils mit Bargeld, teils mit Kryptowährungen.
Der Verfassungsschutz wurde bei der Festnahme von der Direktion
für Spezialeinheiten, insbesondere dem Einsatzkommando Cobra,
unterstützt. Der Verdächtige, der der DSN bereits bekannt war,
befindet sich in Untersuchungshaft und verweigert bislang die
Aussage.
Verschärfung des Waffengesetztes zeigt Wirkung
Aufgrund der bisherigen österreichischen Rechtslage zu
sogenannten „nicht wesentlichen“ Waffenteilen entwickelte sich
Österreich in den vergangenen Jahren zu einem Beschaffungsland für
solche Komponenten. Betroffen waren insbesondere Griffstücke und
Gehäuse, die nach österreichischem Recht bis zur Waffengesetz-Novelle
2025 nicht als wesentliche Waffenteile galten und daher legal
erworben werden konnten. Im Ausland konnten diese Teile gemeinsam mit
weiteren, dort beschafften oder hergestellten Komponenten zu
funktionsfähigen Schusswaffen zusammengefügt werden. Derartige
illegale Waffenkonstruktionen wurden immer wieder im europäischen
Ausland sichergestellt.
Mit der Verschärfung des Waffengesetzes (Waffengesetz-Novelle
2025) wurde diese Regelungslücke geschlossen. Griffstücke und Gehäuse
gelten nun als wesentliche Waffenteile. Für den Kauf und Verkauf
braucht es entsprechende waffenrechtliche Bewilligungen – der Kauf
und Verkauf ist nur über Waffenhändlerinnen und Waffenhändler
möglich. Innenminister Gerhard Karner betonte: „Die Verschärfung des
Waffengesetzes zeigt Wirkung – der illegale Waffenhandel wird massiv
zurückgedrängt“. Zugleich bedankte sich der Innenminister bei allen
ermittelnden Beamtinnen und Beamten der DSN und bei den
Einsatzbeamtinnen und -beamten des Einsatzkommando Cobra. Dank der
hochprofessionellen Polizei- und Ermittlungsarbeit sei „ein
bedeutender Schlag gegen den internationalen Waffenschmuggel
gelungen“.
Auch Jörg Leichtfried, der für die Direktion Staatschutz und
Nachrichtendienst zuständige Staatssekretär im Innenministerium,
gratulierte: „Ich gratuliere der Direktion Staatsschutz und
Nachrichtendienst sowie allen weiteren involvierten Behörden zu
diesem großen Ermittlungserfolg. Die Ermittlungen zeigen einmal mehr,
welche Gefahr vom Handel mit Waffenteilen wie Griffstücken und
Gehäusen ausgeht. Daher bin ich sehr froh, dass wir im letzten Jahr
diese gefährliche Gesetzeslücke schließen und damit auch den
Verfassungsschutz in seiner täglichen Arbeit stärken konnten“.